Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3317:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    ich habe eine Frage zur Destillationsgeschwindigkeit, bei der ich weder in Ihrem Buch (übrigens ganz Klasse !) noch im Forum (auch hervorragend) nichts gefunden habe.
    Auf Seite 71 Ihres Buches schreiben Sie, dass bei Anlagen bis 2 Liter das Destillat nur "tropfen" soll. Wie ist Ihre Meinung hier bei Ihrer 5 Liter Classic-Anlage. Auch nur "tropfen" oder "leicht rinnen". Die Geschwindigkeit hat ja Einfluss auf die Destillationsdauer.
    Sind bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten auch Qualitätsunterschiede feststellbar?
    Vielen Dank für eine Antwort und ein riesen Lob für Website, Buch und Qualität der Destille!!


    Genießer, Europa
    04.Okt.2009 13:55:07


      Danke!
      Auch bei der 5-Liter-Anlage schnelles Tropfen. Stimmt, Qualität wird durch die Destillationsgeschwindigkeit (wie stark der Inhalt kocht) beeinflusst. Wenn es zu stark kocht, wird die Qualität vom Brand schlechter.

    Eintrag Nr. 3316:

    Sehr geehrter Herr Schmickl
    Ich habe ca. 4kg Dirndelkirschen mit ca 1L Wasser angsetzt. Außerdem habe ich 2 ml Verflüssiger und einen Schluck Biogen M zugefügt. Ich habe das mit einer Vogelbeermaische (Eberesche) genauso gemacht und die hat nach 1-2 Tagen ordentlich zu gären begonnen. Bei der Dirndelkirsche ist es nicht der Fall.
    Wo war der Fehler, hab ich überhaupt einen gemacht?
    Danke Schön, Wermie82


    Wermie82, Industrievertel
    01.Okt.2009 21:52:51


      Aus Ihrer Beschreibung entnehme ich, dass Sie keine Hefe zugegeben haben. Wildgärungen sind immer ein Zufallsprodukt (ebenso wann die Gärung beginnt), dabei muss es auch nicht unbedingt immer zu einer alkoholischen Gärung kommen, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Fassinhalt schlichtweg verschimmelt/verfault.
      Daher beim nächsten Mal unbedingt auch Reinzuchthefe zugeben.

    Eintrag Nr. 3315:

    Ich habe eine Creme de Cassis gekauft, auf der Flasche steht 16%vol, auf der Rechnung steht 20°. Ist % und ° die gleiche Angabe für den Alkohol-Gehalt oder sind das zwei verschiedene Schuhe?
    Danke für die Auskunft!
    Irmgard Pieasl


    irmgard piesl, Oberösterreich
    01.Okt.2009 17:53:03


      Nein, das hat damit nichts zu tun. Gesetzlich muss der Alkoholgehalt immer in %vol angegeben sein.

    Eintrag Nr. 3314:

    Hallo zusammen,
    habe da mal ne Frage. Habe vor ca. zwei Wochen ein blaues Fass mit Zwetschgen und teilweise mit davor mit Pflaumen gefüllt. Das Fass steht im Moment noch im Garten und ich habe sehr viele Mückchen am Fruchtkuchen oben auf der Maische.
    Frage A: Soll ich das Fass komplett mit dem Deckel schließen?
    Frage B: Welche Temperaturen sind zum Gären ideal?
    Frage C: Macht es jetzt noch Sinn nach ca. 2 Wochen ne Zusatzhefe zuzugeben?
    Vielen Dank für evtl. Antworten!
    Gruß Thomas


    Thomas, Franken
    30.Sep.2009 11:07:43


      ad A: nein, außer Sie wollen eine Bombe basteln (hoher Druck wegen Gärgas!)
      ad B: 15-19°C
      ad C: nein, dafür ist es jetzt schon viel zu spät. Hefe VOR der Gärung zugeben.
      Tipp: das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" schon jetzt durchlesen, damit Sie nächstes Jahr nicht mehr die gleichen Fehler machen.

    Eintrag Nr. 3313:

    Servus Herr Schmickl,
    bin seit Ihrem Kurs begeisterter Schnapsbrenner und alle Ergebnisse bisher waren spitze.
    Jetzt bringt mir ein guter Freund aus Schwaben 2 Maischefässer einmal mit Trauben und einmal mit Birnenmaische die aber ohne Zucker und ohne Hefezusatz bereits schon 4 Wochen gären. Den PH Wert habe ich gemessen, liegt bei beiden bei 3,5 ist also OK. Der Alkoholgehalt ist bei der Traube bereits 9% und bei der Birne 6% was kann ich jetzt noch für die Maische tun das es was vernünftiges wird? Hefe geht nicht frist der Alkohol auf oder? Zucker das es mehr Volumenprozent werden oder Verflüssiger die Birnenmaische ist noch genz schön dick habe nämlich keine Lust auf Essigstich oder ein brennen wegen der Widgärung.
    Vielleicht haben Sie einen super Tipp für mich und falls nicht sagen Sie es mir hab nämlich keine Lust eine Maische zu brennen die schon vorher zum scheitern verurteilt ist.
    Liebe Grüße aus Oberbayern, wir sehen uns sicher nocheinmal habe nämlich noch einen Gutschein für den Kurs ätherische Öle.
    Andreas


    Andreas, Oberbayern
    28.Sep.2009 22:04:23


      Super, das freut uns!
      Jetzt können Sie leider nichts mehr machen. Eine Zuckerzugabe würde die Situation nur verschlimmern und der Wildgärung zusätzliche Nahrung geben, wodurch noch mehr unerwünschte (giftige) Abbauprodukte entstehen. Ich persönlich würde zumindest einen (sehr) kleinen Teil davon brennen, als geschmackliches/geruchliches Negativbeispiel, um damit die Qualität Ihrer sonstigen Erzeugnisse besser verdeutlichen zu können.
      Der für Wildgärungen typische Essigstich ist unvermeidbar. Auch hier: einen kleinen Teil als Geruchsprobe zu Brennen ist durchaus sinnvoll!

    Eintrag Nr. 3312:

    Hallo!
    Kann man mit einer Bierspindel auch den Alkohol einer Obstmaische messen?


    Neumayer Rudolf, Innviertel
    28.Sep.2009 18:16:41


      Schon, es wird aber nichts Sinnvolles dabei herauskommen. Jede "Spindel" misst eigentlich nur die Dichte einer Flüssigkeit, diese wird u.a. von den darin gelösten Substanzen beeinflusst. Die Art und Menge dieser Substanzen sind zwischen Bier und Obstmaischen sehr unterschiedlich.

    Eintrag Nr. 3311:

    Hallo Herr Schmickl,
    Ihr Buch "Schnapsbrennen als Hobby" habe ich mit Interesse gelesen. Allerdings bleibt für mich immer noch eine Frage offen, die ich auch hier über die Suchfunktion nicht beantworten konnte:
    Sie schreiben, daß man vor dem Einmaischen von dem Obst alle Blätter und holzigen Teile entfernen müsse, da sonst Methanol entsteht. Bedeutet das, daß es prinzipiell nicht möglich ist, eine Maische aus Kräutern herzustellen? Denn die bestehen ja praktisch nur aus Blättern und holzigen Bestandteilen.
    Viele Grüße,
    Klaus


    Klaus Mendler, NRW, Deutschland
    28.Sep.2009 11:08:49


      Stimmt, diese Gefahr besteht. Daher darauf achten, dass (wie für Tee) möglichst frische, junge, feine Blätter verarbeitet werden. Die dünnen, weichen, noch grünen Stengel (bzw. die Spitzen) sind kein Problem. Nicht verwenden sollten Sie dicke holzige Stiele. Meistens ist der gesamte unteren Teil eines Krautes nicht oder nur bedingt zu gebrauchen, wie z.B. bei der Zitronenmelisse. Rosmarin würde ich beispielsweise gar nicht einmaischen, sondern ansetzen in ca. 40-50%vol Alkohol.

    Eintrag Nr. 3310:

    Hallo Doc,
    habe von einem Nachbarn Kornel Kirschen bekommen. In Österreich unter Dirndl bekannt. Die Ausbeute war sehr gering. Nach aufkochen ca. 2 Liter und den Rest habe ich mit Wasser versetzt und bin dan auf 3 Liter gekommen. Reiner Saft. Meine Frage ist nun, ob ich die Kerne und den Rest des Fruchtfleisches beim Brennen mit verwerten kann. Habe alles eingefroren, es ist also nichts verloren. Wie soll ich am besten beim brennen vorgehen? Danke.
    MfG aus Deutschland. Gregor


    Gregor, Germany NRW
    27.Sep.2009 21:18:17


      Am besten den Saft mit den Kernen und dem zerkleinerten Fruchtfleisch vermischen und das Gemisch einmaischen. Wenn der Saft schon zu gären begonnen hat, beides zugeben bevor die Gärung aufhört. Wenn der Saft bereits ausgegoren ist, wäre es durchaus ein sinnvoller Versuch, beim Brennen das Fruchtfleisch zusammen mit den Kernen in den Aromakorb (Dampfraum) zu geben.

    Eintrag Nr. 3309:

    hallo,
    habe eine frage zum likör:
    ich mache bananenlikör und nehme 10kg geschälte bananen, 5 liter reinen alkohol, 3 liter dest. wasser und ein paar gewürze. diese 60% mischung wird nach ca 3-4 wochen gefiltert und ergibt dann eine ca 35% flüssigkeit. d.h., ca 40%!!!! des alkohols verbleibt in den bananen. die sind zu nichts mehr zu gebrauchen weil ja die geschmackstoffe raus sind. lässt sich dieser hohe verlust, den ich z.b. auch bei maulbeeren und kaktusfeigen zu verkraften habe, irgendwie verhindern??
    mfg,
    m.heinrichs


    manfred heinrichs, spanien
    27.Sep.2009 18:04:33


      Leider nein, außer auspressen.

    Eintrag Nr. 3308:

    Hallo,
    in frage 569 steht, dass man in der maische feststellen kann, ob zucker zugegeben wurde, oder nicht...
    nun meine Frage: wie kann denn das festgestellt werden? klar, wenn ich übermäßig viel zucker reinmache, und der zuckergehalt unnatürlich hoch ist... aber wenn ich in maßen zucker beigebe und es nur um wenige prozent hin oder hergeht??? oder hängt es mit der zuckerart zusammen? müsste ich fruchtzucker oder traubenzucker verwenden, damit es nicht nachgewiesen werden kann? ich hab alles dursucht und nichts eindeutiges dazu gefunden, nur die aussage, dass es nachweisbar ist.
    vielen dank für ihre mühe!
    noch eine frage: wenn ich ausschließlich für den eigenbedarf brennen lasse, ist die frage des zuckerzusatzes dann überhaupt relevant?
    grüße


    Babelee, RW
    25.Sep.2009 22:53:05


      Zuckermenge und -art kann analytisch, auch in geringen Mengen, in jeder Lebensmitteluntersuchungsanstalt festgestellt werden. Die Alkoholkonzentration ist meist schon ein Hinweis darauf, ob "nachgeholfen" wurde, da der Fruchtzuckergehalt einer Obstsorte und eines Jahrgangs im allgemeinen nicht so stark schwankt wie man annehmen würde.

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