Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3294:

    Hallo,
    kann ich normal vergorene Obstmaische mit Turbohefe-Zuckermaische auf ca. 20% "aufpeppen" um sie vor dem Brennen länger lagern zu können.


    PMAX, Süden
    11.Sep.2009 19:59:14


      Nein, zum Mischen ist der Alkoholgehalt der hochgradigen Zucker-Wasser-Maische zu gering (abgesehen davon werden durch die starke Verdünnung der eigentlichen Fruchtmaische Geschmacksverluste auftreten). Ein Möglichkeit wäre jedoch mit Turbohefe einen Gärstarter (siehe Buch) ansetzen, diesen der herkömmlichen Maische zugeben und wie eine hochgradige Maische weiter gären lassen.

    Eintrag Nr. 3293:

    hallo herr schmickl!
    ich hätte da noch eine bitte!
    wollte man eine weniger prozentige maische von 14% mit, sagen wir 80%igen alk auf 20% "aufputschen" (wegen sicherer lagerung) wie lautet denn die formel?
    komme alleine beim besten willen nicht dahinter!
    vielen dank und gutes gelingen beim verdampfen!
    helmut


    helmut, rio
    11.Sep.2009 12:27:32


      Ja, das macht durchaus Sinn. Hier das grobe Verhältnis:

      1,0 l (14%vol) vermischt mit
      0,1 l (80%vol), ergibt
      1,1 l (20%vol).

    Eintrag Nr. 3292:

    Guten Tag,
    ich habe eine reine Zuckermaische mit Turbohefe angesetzt. Aus dieser Maische möchte ich einen Geist herstellen. Nun meine Frage, kann ich nach Gärende die geklärte Maische dirket mit Aktivkohle behandeln, oder ist es unbedingt notwendig, dass ich sie vorher destilliere? Könnte ich die Maische auch direkt ohne Aktivkohlebehandlung zur Herstellung eines Geistes verwenden ohne den Hefegeschmack im fertigen Destillat zu haben?
    Viele Grüße aus dem hohen Norden
    Pepe


    Pepe, Dänemark
    10.Sep.2009 20:10:38


      Wenn Sie die Maische mit zwei ineinander gesteckten Faltenfiltern "fein" filtrieren (Achtung: für 5 Liter durchaus 24 Stunden), könnte es eventuell funktionieren. Die Befürchtung ist nämlich, dass die Oberfläche der Aktivkohle regelrecht verklebt und somit inaktiv wird. Sie dürfen jedoch nicht vergessen, dass jeder Destillationsvorgang von sich aus schon den Alkohol reinigt (geschmackloser macht), d.h. eine Aktivkohle-Behandlung alleine wird wahrscheinlich nicht genügen.
      Ein gewisser Restgeschmack wird ohne Aktivkohle nicht vermeidbar sein. Ob dieser jedoch tatsächlich stört, hängt von den Geistzutaten (sehr geschmacksintensiv sind in der Regel Kräuter, Gewürze, Wurzeln usw.) und Ihrer persönlichen Vorstellung eines "geschmacklosen" Alkohols ab. Wie im Forum "Diskussion" schon öfters erwähnt, wird man im Lauf der Jahre immer kritischer.

    Eintrag Nr. 3291:

    Hallo zusammen,ich bin ganz neu in eurem super Forum angekommen.Neugierig geworden und brauche eure Hilfe.
    Habe versucht Zwetschgenmaische anzusetzen,6 kg Zwtschgen in ein Maischefass gegeben gehälftet entsteint und Deckel drauf.jetzt weis ich nicht mehr weiter.
    Wie gehts den bitte weiter zwecks Zusätzen u.s.w.
    ich möchte gerne alles richtig machen.
    Danke im voraus.


    Franky, München
    10.Sep.2009 18:25:59


      Dann würde ich Ihnen empfehlen sich schleunigst das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" zu besorgen, da steht das alles sehr detailliert und für Laien leicht verständlich drin.

    Eintrag Nr. 3290:

    Nachtrag zu Frage 3289: Glucoseoxidase habe ich zwischenzeitlich gefunden, Cellulase leider nicht. Meine ergänzende Frage deshalb: Braucht es beides oder reicht eines von beiden? Vielen Dank!

    Armin Dauner, Stuttgart
    09.Sep.2009 23:32:37


      Nicht optimal, geht aber zur Not auch. Das Fass jedenfalls luftdicht verschließen und so voll wie nur möglich machen (selbstverständlich erst wenn alles vollkommen ausgegoren ist).

    Eintrag Nr. 3289:

    Hallo,

    zunächst danke für das Buch, das es wirklich einfach macht, die wichtigsten Fehler, die man machen kann, zu umgehen. Drei Fragen hätte ich noch:
    1. Auf S. 38 steht: Hefe immer nach allen anderen Zutaten. Gilt das nur bei hochprozentiger Maische? Bei den vorher beschriebenen Maischen kommt die Hefe ziemlich zu Anfang rein (z.B. S. 30).
    2. Wenn man als gesetzestreuer deutscher Bürger nicht aufzuckert, kommt man ggf. nicht auf 10%vol bei der Maische, so dass grundsätzlich 2x gebrannt werden muss - mit Aromaverlust. Meine Überlegung deshalb: Könnte man einen Teil 2x brennen (das läge dann deutlich über Trinkstärke) und mit einem nur 1x gebrannten Teil mischen? So würde man sich zumindest teilweise den zweiten Brennvorgang sparen. Verträgt sich 1x gebrannt mit 2x gebrannt?
    3. Wenn die Gärung abgeschlossen ist, sollte Sauerstoffzufuhr durch Zugabe von Glucoseoxidase und Cellulase verhindert werden. Wo bekomme ich die angegebenen Mittel her?


    Armin Dauner, Stuttgart
    07.Sep.2009 17:04:06


      ad 1) Nein, in beiden Fällen alles nahezu zeitgleich zugeben. Jedenfalls nicht Hefe zugeben und erst ein paar Tage später die Säure o.ä.
      ad 2) Ist eine Möglichkeit, ob dies geschmacklich jeodch wirklich Sinn macht, müssen Sie austesten.
      ad 3) Im Kellereibedarf, am besten googeln.

    Eintrag Nr. 3288:

    Hallo,
    habe 19 kg Blütenhonig , der aus welchen Gründen auch immer gegärt hat. Zum Verkauf kann man ihn auf keinen Fall mehr nehmen. Kann man aus diesem Honig evtl. noch Likör oder Schnaps machen?
    Gruss D. Keerl


    Keerl Dieter, 74182 Obersulm KreisHeilbronn
    06.Sep.2009 19:22:15


      Natürlich, alles kann gebrannt werden was Alkohol enthält. Da es sich jedoch um eine Wildgärung handelt (keine Zugabe von Reinzuchthefe, Säureschutz etc.) wird ein Brand daraus qualitativ enttäuschend sein, viel Vorlauf (Gifte die beim Gären entstanden sind) und Fehlgeschmack.
      Daher: prinzipiell brennbar, aber aus qualitativer Sicht uninteressant. Für die Likörherstellung gilt dasselbe. Met wäre noch eine Möglichkeit, aber auch hier sollten Sie die Kopfwehtabletten schon griffbereit haben.

    Eintrag Nr. 3287:

    Guten Tag Herr Schmickl
    Habe im Keller eine 3-jährige Quittenmaische mit ca. 24 % Alkoholgehalt stehen. Das Behältnis ist absolut sauber, mit Filter verschlossen und die Maische riecht herrlich.
    Frage: Kann die Maische noch bedenkenlos weiterverarbeitet werden.
    Besten Dank für Ihre Info.
    Tom


    Tom, Urschweiz
    05.Sep.2009 18:48:44


      Ja, selbstverständlich! Da es sich um eine hochgradige Maische handelt, sollte das Ergebnis qualitativ einsame Spitze werden.

    Eintrag Nr. 3286:

    Guten Tag,
    ich habe heute nochmal ohne den zweiten Topf als Aromakorb gebrannt und das selbe Ergebnis erreicht. Start war erst bei ca. 89Grad Ende bei 91 Grad.
    Viele Grüße
    Pepe


    Pepe, Dänemark
    05.Sep.2009 14:47:45


      Wichtig bei der Temperaturmessstelle: nur einige mm unter dem höchsten Punkt des ungekühlten Dampfes, also Unterkante Geistrohr (siehe Fotogalerie Anlage 73). Je tiefer gemessen wird, desto höher wird die angezeigte Temperatur sein, weil nach unten der Alkoholgehalt immer mehr abnimmt und damit die Dampftemperatur immer höher wird.
      Bei einer reinen Wasserdestillation herrscht überall die gleiche Temperatur (100°C), egal wo gemessen wird.

    Eintrag Nr. 3285:

    Guten Tag Herr Dr. Schmickl,
    ich habe mir eine Destille mit einem 7 Liter Topf und einem zweiten Topf mit Löchern darüber als Aromakorb gebaut. Heute habe ich einmal zur Probe billigen Wein 10% destilliert. Die Temperatur ist bis 89 Grad hochgeschossen und denn langsam bis 91 Grad weiter gewandert. Ich hatte in diesem Bereich eine Ausbeute von ca. 0,375 Liter 65, % Destillat aus 6 Litern 10% Wein. Laut Ihrem Buch hätte die Ausbeute aber höher sein und die Temperaturkurve anders sein müssen. Ich habe stark angeheizt bis das Thermometer ca. 60 Grad zeigte und dann die Heizleistung soweit zurückgenommen wie es ging, ohne das die Flamme ausging.
    Meine Destille hat einen ziemlich flachen Helm von dem ein 7cm langes Steigrohr, welches dann in einen ca. 60cm langen Gegenstromkühler mündet, abgeht. Die Dampftemeratur beträgt wenn ich Wasser destilliere kurze Zeit nach dem die ersten Tropfen kommen genau 100 Grad. Das Thermometer befindet sich genau vor dem Abgang zum Kühler.
    Können Sie eine Vermutung anstellen woran dieser ungewöhnliche Verlauf liegt ? Ich werde die nächsten Tage nochmal eine Destillation ohne den zweiten Kochtopf ( Aromakorb ) versuchen.
    Vielen Dank für Ihre Hilfe
    Grüße aus Dänemark Pepe


    Pepe, Dänemark
    04.Sep.2009 23:09:51


      Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Rektifikationseffekt sehr deutlich ausgeprägt ist (hoher Alkoholgehalt, geringe Ausbeute). Daher würde ich vorschlagen die Konstruktion zwischen der kochenden Maischeoberfläche und der höchsten Stelle wo der ungekühlte Dampf noch hinkommt entsprechend zu ändern (Höhenunterschied verringern, keine Einbauten, kein zusätzlicher Dampfdom usw.)

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