Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3428:

    Kann zur Herstellung einer hochprozentigen Fruchtmaische (Sauerkirsche) die Turbohefe (turbo alcohol yeast, 11,5 gr./10 ltr. Maische) direkt zugegeben werden oder muss die Turbohefe vorher mit warmen Wasser angesetzt werden?
    Muss vorher zusätzlich in die Maische Reinzuchthefe (z.B. Gärfix 4-5 gr./10 ltr. Maische) zugegeben werden?


    dodilo, Frankfurt
    19.Jul.2010 21:35:29


      Wenn Sie genau so vorgehen wie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich beschrieben, kann nichts schiefgehen.
      Zur Info: Sowohl die Turbohefe als auch das Gärfix sind Reinzuchthefen. Beide zugleich zuzugeben ist nicht zielführend. --> Siehe Buch, darin sind beide Varianten sehr genau beschrieben...

    Eintrag Nr. 3427:

    kann man für whiskymaische auch gärfix brauchen oder benötigt man turbohefe?

    Nico, bern
    19.Jul.2010 13:37:12


      Beides ist möglich. Nicht vergessen vor der Hefezugabe die Stärke in Zucker umzuwandeln (durch Zugabe von Malz oder Amylase, siehe Rezepte).

    Eintrag Nr. 3426:

    hallo Hr. Dt. Schmickl
    ich habe eine frage ich will in den nächsten Wochen metmaische herstellen und wollte wissen ob man zur Gärung turbohefe braucht oder ob auch gärfix klappt
    mfg Fabi


    Fabi, Schweiz bern
    18.Jul.2010 23:56:53


      Turbohefe eignet sich dafür besser, weil das Gärmedium einer Zucker-Wasser-Lösung sehr ähnlich ist. Gärfix ist gedacht für klassische Obstmaischen mit einem gewissen Feststoffanteil wie bei einem Fruchtbrei.

    Eintrag Nr. 3425:

    Aus welchen Teilen der Latsche wird Latschengeist hergestellt? Da er auch Krüppelkieferwurzelschnaps genannt wird, ergibt sich die Frage, ob man dafür die Wurzeln benutzt.

    Gabi Lautner, Deutschland
    14.Jul.2010 16:40:58


      Sorry, ich kenne nur den zum Einreiben, ist nichts anderes als eine Lösung aus ätherischen Ölen aus der Latsche und anderen Pflanzen in Alkohol. Latschenöl wird aus Zweigen und dünnen Ästen (inkl. Nadeln und jungen Zapfen) gewonnen. Versuchen Sie es doch im Forum "Diskussion".

    Eintrag Nr. 3424:

    kann mir bitte jemand sagen wie man den Alkoholgehalt von Terberschnaps von derzeit 55 grad auf ca 40 grad reduzieren kann. Danke im Voraus und Grüße aus Südtirol. Kompliment für die informative Seite!

    ulrich hinteregger, Südtirol
    14.Jul.2010 08:51:45


      Wasser zugeben. Wieviel? Siehe Menüpunkt "Alkohol verdünnen". Danke!

    Eintrag Nr. 3423:

    Hallo!
    Eine Frage zur Produktbezeichnung:
    Ich habe aus ca. 40 lt. Kirschmaische einen Raubrand hergestellt. Nachdem noch einige Kirschen am Baum waren, habe ich diese nun dem Raubrand zugesetzt und nach einigen Tagen erst den Feinbrand durchgeführt.
    Fällt diese Vorgangsweise bereits unter die Kategorie "Obstbrand durch Einmaischen und Destillieren", oder kann ich mein Produkt auch noch "100% Fruchtdestillat" nennen?
    mfg


    A. Liebminger, Weinviertel
    12.Jul.2010 09:20:29


      Mit Ihrer Frage haben Sie mich jetzt verunsichert, aber meines Wissens ist nur die Bezeichnung "-brand" (also Apfelbrand, Birnenbrand, Kirschbrand usw.) die gesetzlich geschützte Bezeichnung für reine Destillate aus (Frucht)maischen (dabei ist es unerheblich, ob Sie in den Kirsch-Rohbrand ein paar Kirschen gegeben haben). Es dürfen keine Aromastoffe, Fremdalkohol usw. zugesetzt sein. Außer "-geist" und eventuell noch "-wasser" sind alle anderen Bezeichnungen nur Fantasienamen, die vom Hersteller so gewählt werden, dass dem Kunden die wahre Herkunft (z.B. wurde Industriealkohol mit Aromstoffen zugemischt) möglichst verborgen bleibt. Zum Glück für Österreich: hier (und nur hier) ist es in solchen Fällen gesetzlich vorgeschrieben auf der Flasche "Spirituose" anzugeben (meist sehr klein gedruckt auf der Rückseite).
      So auch die Bezeichnung "100% Fruchtdestillat". Destilliert wurden schließlich alle Spirituosen, wenn ein Apfel im Spiel war, kann man "Frucht" dazuschreiben und "100%" klingt immer gut...

    Eintrag Nr. 3422:

    hallo
    hat schon einmal einer versucht aus malzbier und turbohefe ein brennbares medium herzustellen? schmeckt das oder ist das ergebnis eklig oder
    giftig?


    harm, de
    08.Jul.2010 22:55:10


      Aus Malzbier direkt nicht (enthält ja bereits Alkohol), aber aus (selbst hergestelltem) Malz und Turbohefe. Vergären von Stärkehaltigen Produkten siehe Diskussion bzw. Rezepte, Suchfunktion nutzen. Für 20%vol Alkohol ist der Stärkegehalt sicher zu gering, daher ist trotzdem Zuckerzugabe notwendig.
      Tipp: ein Bierbrau-Kit zum Bier selber-brauen zulegen (googeln) und den Ansatz entsprechend gären lassen, allerdings mit Turbohefe und Zuckerzugabe, sodass 20%vol entstehen. Das Destillat daraus schmeckt/riecht derart intensiv nach Korn bzw. gemahlenem Getreide, dass man meint, man stünde mitten in einer Getreidemühle oder Backstube. Herrlich! Das hat nichts mit dem großindustriell hergestellten "Korn" zu tun, der nahezu geschmacklos ist.

    Eintrag Nr. 3421:

    Wie nennt man das Gerät mit dem man den Fruchtzucker im Schnaps und/oder Wein misst? Wo kann ich diese käuflich erwerben?

    Wolf, Dresden
    08.Jul.2010 18:54:26


      Zuckermessungen neben Alkohol sind immer problematisch, da sowohl bei der Oechslewaage (eine Form des Aräometers) als auch beim Refraktometer der Alkoholgehalt stört. Im Fachhandel (googeln) werden sogenannte "Clinitests" angeboten, mit denen eine Zuckerbestimmung auch in alkoholischen Flüssigkeiten möglich sein soll.
      P.S.: Wenn Sie als "Schnaps" ein reines Destillat meinen, ist dieser immer vollkommen Zuckerfrei, weil Zucker beim Destillieren nicht verdampft und somit nicht in den Brand gelangen kann.

    Eintrag Nr. 3420:

    Hallo,
    habe letzte Woche im Wohnhaus meiner Eltern, jetzt eine größere Menge Schnaps gefunden (beide sind verstorben, mein Vater im Oktober 2008). In einer Korbflasche ca. 25 ltr. Diese Korbflasche war mit einem Kork verschlossen, der jedoch meines Erachtens nicht mehr ganz dicht war. Wann der Schnaps, gebrannt wurde ist mir leider nicht bekannt, aber mindestens vor 5 - 10 Jahren. Es könnte Obst oder Zwetschgenschnaps sein.
    Meine Fragen:
    Ist der Schnaps noch gut (man sagt, je älter je besser).
    Wie kann ich feststellen wieviel % Alkohol er hat?
    Ist es Obst oder Zwetschgenschnaps?
    Kann ich den Schnaps bedenkenlos in ltr.- Flaschen abfüllen?
    Kann ich auch das Brenndatum ermitteln?
    Für Antworten wäre ich dankbar.
    Gruss aus dem Unterland


    Specht, Unterland
    08.Jul.2010 12:41:58


      So werden mit ein wenig Glück manchmal echte Schätze "geborgen", oft ist jedoch der nostalgische Wert weit höher...
      - Dass während der Lagerzeit der Verschluss nicht absolut luftdicht war, wirkt sich qualitativ durchaus positiv aus. Natürlich sollte der Alkohol nicht in größeren Mengen verdunsten (ist leicht zu bemerken, weil die Flasche dann halbleer).
      - Stimmt, je älter desto besser.
      - Messen mit einem Aräometer (Alkoholometer)
      - Nur am Geschmack erkennbar, am besten im Handel die vermutete Sorte kaufen und verkosten. Am besten blind, mehrere Personen.
      - Ja
      - Nein, ist mir zumindest nicht bekannt.

    Eintrag Nr. 3419:

    Holunderbrand, hochprozentige Maische, niedrige Ausbeute
    Aus aufgezuckertem Holundermuttersaft (6l) habe ich nach dem Brennen einen Edelbrand von ca. 65% Zuckerzugabe zusätzlich 1,5kg), die erreichte Menge ca. 420ml. Das ist, wenn man in entsprechenden Tabellen schaut, sehr sehr wenig. Der Brand ist in der Qualität exellent, aber die Ausbeute ernüchternd. Trenne ich zu extrem ab? (Vorlauf ca. 10-20ml, von 79-91°C 420ml, Rest wird verworfen) Kann das an der Brennereianlage liegen (2l Anlage, Temperaturfühler exakt Höhe Geistrohreingang positioniert).
    Vielen Dank für eure Unterstützung


    Spassbrenner, Bodensee
    08.Jul.2010 11:37:22


      1,5 kg Zucker je 6 Liter, also 250 g/l, ergibt lt. Zucker-Alkohol-Rechner 12,8%vol. Dies sind 6 / 100 * 12,8 = ca. 770 ml reiner hundertprozentiger Alkohol. Umgerechnet auf 65%vol: 770 / 65 * 100 = ca. 1,2 Liter 65%vol Alkohol.
      Mit (sehr) großzügiger Nachlaufberücksichtigung sollte die Ausbeute ca. 600-800 ml (ebenfalls mit 65%vol) betragen.
      Anscheinend wurde also der zugegebene Zucker nicht vollständig vergoren (schmeckt die Maische süß?). Dies kann viele Gründe haben, z.B. war die Alkoholresistenz der verwendeten Hefe zu gering, oder Gärstopp wegen zu hoher/niedriger Temperatur, für die verwendete Hefe war der Zuckergehalt zu hoch usw. Was es genau war lässt sich so leider nicht mehr nachvollziehen.
      Unabhängig davon sind 65%vol im Brand bei ca. 12%vol Alkoholgehalt in der Maische eindeutig zu hoch, sollte bei einer pot-still ca. 50-55%vol sein. Dies kann auch mehrere Gründe haben, Anlagenkonstruktion, der Kessel war zu wenig befüllt, falsche Temperaturmessstelle usw. Wenn der Kessel zu wenig befüllt ist, ergibt sich ein sehr großer Dampfraum, erhebliche Verluste und ein unerwünschter Rektifikationseffekt sind die Folge. Genau wie bei Ihnen. Daher tippe ich mal darauf, dass dies der Grund dafür ist. Kessel nie weniger als ca. 3/4 befüllen. Sollte dies nicht die Ursache sein, sollten Sie Ihr Thermometer "eichen": Kessel mit 12%vol befüllen (am besten einen entsprechend verdünnten, im Laden gekauften Schnaps einfüllen, da dann auch der Alkoholgehalt tatsächlich 12%vol beträgt) und destillieren bis das (gesamte!) Destillat ca. 53%vol hat. Dann die Dampftemperatur notieren, dies ist Ihr Wert für den Nachlaufbeginn.

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