Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3168:

    Wir haben heuer wiedereinmal einen Most eingemacht - ist leider etwas trüb geworden. Oder vielleich ist er noch nicht ganz fertig. Haben gehört, dass man zur Vertreibung der Trübe - Reis zufügen kann. Wer könnte uns, da eventuell eine Rat geben? Wieviel Reis auf 100 lt. Most? Wenn er wirklich nichts wird - könnten wir ja dann auch noch Schnaps daraus brennen. Ich kann mich noch gut an den Geruch vom Schnapsbrennen aus meine Kindheit errinnern. Im ganzen Haus roch es nach Schnapsbrennen.
    Wir finden Euer Forum sehr interessant. Wenn wir hier nicht richtig sind - bitte ich trotzdem um Hilfe.
    Liebe Grüsse
    Franz und Anna


    Franz u. Anna Dallinger, Oberösterreich
    30.Nov.2008 06:54:19


      Heutzutage gibt es im Weinkellereifachhandel spezielle Fällungsmittel für diesen Zweck, die einfach zu handhaben und sehr effizient sind. Habe in einem alten Buch auch etwas bezüglich Reis gelesen, diese Methode wurde allerdings als nicht sehr zuverlässig beschrieben. Wenn Sie's trotzdem probieren wollen: ca. 5 kg Reis je 100 Liter. Eiklar soll Trübstoffe angeblich sehr gut binden, Menge ca. 10 Eier je 100 Liter.

    Eintrag Nr. 3167:

    Hallo Frau Malle + Herr Schmickl,
    ich habe mir-ziemlich spontan- einen langgehegten Wunsch erfüllt und Anfang November eine kleine Birnenmaische angesetzt: ca. 2kg ausgelesene Birnen mit Zitronensäure und sehr wenig H2SO4 auf etwa pH 3 angesäuert und REINZUCHTHEFE (Kaltgärhefe)zugesetzt (von Turbohefe wusste ich damals noch nichts...). Nach und nach habe ich noch ca. 300g Zucker dazugegeben. Gärung verläuft langsam, aber stetig bei 16-19°C, 1.Geschmacksprobe 3 Wochen später war sehr erfreulich - nach aromatisiertem Birnensekt!
    Jetzt hätte ich eine Frage die Lagerung der Maische nach der Gärung betreffend, denn da gibt es ja doch sehr unterschiedliche Meinungen: rel. zeitig brennen oder länger lagern? Ob die Maische verderben kann, hängt vmtl. vom Alkoholgehalt der Maische und der Lagertemp. ab, oder? Meine Kaltgärhefe wird wahrscheinlich nicht soviel Alkohol umsetzen wie die "Turbo"...
    Vielen herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!
    JüHu


    JüHu, Bayern
    27.Nov.2008 20:52:23


      Stimmt, ist Alkoholabhängig: Ab ca. 17%vol ist die Maische lagerfähig, darunter kann daraus noch Essig entstehen und vor allem das Vorprodukt der Essiggärung: Ethylacetat. Ist ein Hauptbestandteil vom Vorlauf! Daher in Ihrem Fall: nach Gärende die Maische ca. 1 Monat (bei Kellertemp.) stehen lassen, dann tunlichst brennen.

    Eintrag Nr. 3166:

    Hallo,
    Honig statt Amylase: Geht das bei Kartoffelmaische auch, weil im Honig ja Amylase enthalten ist?
    Gibt es einen Anhaltspunkt wieviel Kilo Kartoffeln auf wieviel Honig?
    Sollen die Kartoffeln roh in den Tiefkühlschrank oder schon gekocht?
    Gibt es einen Sinn den Kartoffeln beim Kochen den Honig zuzusetzen?
    Dies sind meine Fragen ich bin leider kein Chemiker.
    Attila


    Attila, Ungarn
    21.Nov.2008 21:49:24


      ad 1) Ja
      ad 2) Da Amylase ein Enzym (biologischer Katalysator) ist, genügen geringe Mengen: ca. 10 bis 50 g Honig je kg Kartoffel
      ad 3) roh. Ist aber nur notwendig, wenn keine Amylase (bzw. Honig) verwendet wird.
      ad 4) Nein! Wenn Honig mehr als ca. 40°C erhitzt wird, werden die Enzyme und damit die Amylase zerstört.

    Eintrag Nr. 3165:

    Hallo Herr Schmickl,
    ich habe wie in Ihrem Buch beschrieben Himbeeren mit 54 %vol Alkohol angesetzt. Leider ist bis zum Brennen ein halbes Jahr vergangen und der Brand schmeckt jetzt durch das zu lange einlegen bitter. Ist hier noch etwas zu retten?
    Vielen Dank in voraus...
    Viele Grüße


    Andi aus H., Deutschland, Hannover
    18.Nov.2008 19:17:06


      Normalerweise wird gerade durchs Brennen der bittere Geschmack abgebaut. Himbeeren sind im Geschmack sehr intensiv, sie könnten daher durchaus das Destillat noch einmal brennen, wird den bitteren Geschmack zumindest mildern. Alternativ dazu mit Aktivkohle behandeln, aber dann ist auch der Himbeergeschmack weg.

    Eintrag Nr. 3164:

    Hallo Whiskyfreunde
    Möchte Malz-Whisky herstellen mit hochprozentiger Maische. Hat da jemand Erahrung und kann mir den genauen Ablauf vom Vermahlen der Malzgerste bis zum Einmaischen beschreiben.
    Herzlichen Dank
    Ein Whisky-Liebhaber


    Whiskyfreund, Mitteleuropa
    16.Nov.2008 17:57:25


      Diesbezüglich finden Sie sehr viele sinnvolle Einträge unter den Rezepten, als Suchbegriff z.B. "Korn" oder "Kornbrand" eingeben. Einen sehr guter Eintrag finden Sie mit "Infusionsverfahren".

    Eintrag Nr. 3163:

    Ich habe eine Frage zu Apfelwein. Mein mit Turbohefe hergestellter Apfelwein hat 17 % Alk - ich lese immer wieder unterschiedliche Aussagen bezüglich dem Vorlauf bei Apfelwein. Gibt es beim Brennen von Apfelwein Vorlauf?
    Vielen Dank für diese sehr Hilfreiche Seite.


    Äppler, Oberhessen
    14.Nov.2008 12:43:37


      In diesem Fall nicht. Bei wild vergorenem Apfelwein ist Vorlauf jedoch nicht auszuschließen.

    Eintrag Nr. 3162:

    Hallo liebe Leute,
    ich habe nach langjähriger Pause mal wieder mit Weinherstellung angefangen. Der erste Ansatz aus Äpfeln ist schon ganz gut geworden... liegt jetzt bei 18% und soll nun ruhen. Nun habe ich am Wochenende noch einmal Apfelsaft gemacht (gepresst) und von diesem Saft (12 Liter) einen Starter hergestellt (1l Saft, 3 EL Zucker, Etwas Wasser, 30ml Kaltgärhefe).
    Problem: Der Starter fängt nicht an zu Gären.Ich habe den am Sonntag angesetzt und bis jetzt ist absolut keine Reaktion zu sehen.
    Was habe ich mit dem Saft gemacht: Nach dem Pressen hatte ich ca. 21 Liter, allerdings stark mit Schwebstoffen durchsetzt. Deshalb habe ich 20ml Vina-AntiGel hinzugegeben und weil ich den Saft erst ein paar Tage lagern musste noch 3 Gramm Kaliumpyrosulfit (gegen Fehlgärungen).Liegt es evtl. Daran dass er nicht Gärt?
    Erstmal schöne Grüße aus dem Norden und danke fürs geduldige Lesen...;-)
    michel


    Michel, Kühler Norden DE
    11.Nov.2008 20:17:11


      Sie vermuten richtig, Kaliumpyrosulfit schützt nicht nur vor Fehlgärungen, sondern auch vor der alkoholischen Gärung, daher immer erst NACH der Gärung zugeben. Wenn Sie jedoch vorhaben den Wein zu brennen, sollten Sie gänzlich darauf verzichten.

    Eintrag Nr. 3161:

    Hallo
    Ich möchte mehrere Reben anpflanzen kann mich aber nicht entscheiden welche sorte am besten zum Brennen geht. kann mir Bitte jemand helfen.
    Danke und grüße aus dem Ländle


    Hansjörg Luger, Dornbirn/Vorarlberg
    10.Nov.2008 21:15:07


      Wenn es um Weintrauben geht: Gewürztraminer oder Muskateller sind für Grappa am geschmackvollsten.

    Eintrag Nr. 3160:

    Hallo,
    Schon mal Physalis/Kapstachelbeeren gebrannt?
    Wollte mal fragen ob schon mal einer von Euch diese Früchte verarbeitet hat, da ich finde das sie eine sehr schönes Aroma haben und auch eine entsprechende Süße aufweisen.


    Toto, Norddeutschland
    08.Nov.2008 21:43:58


      Laut Erfahrungsberichten die uns zugetragen wurden funktioniert Ansetzen und (hochgradig) Einmaischen hervorragend. Beides kann wie im Buch beschrieben auch gebrannt werden. Klarerweise nur Früchte ohne Hülle und Stiele verwenden. Die Kapstachelbeere (Physalis peruviana) nicht mit Lampionblume (Physalis alkekengi) verwechseln, diese ist giftig.

    Eintrag Nr. 3159:

    Hallo zusammen!
    Ich komme günstig zu einer großen Menge Bananen. Wie schauts damit rechtlich aus in Österreich? Darf ich Bananen mit meiner Abfindungsbrennerei machen? Ich habe von Bekannten gehört, dass Südfrüchte nicht erlaubt sind?
    Danke für eure Antworten
    Lg
    Thomas


    Thomas Ploner, Steiermark
    08.Nov.2008 15:34:05


      Stimmt, für Abfindungsbrenner ist dies verboten. Bei diesem Brennrecht darf nur heimisches Obst verwendet werden.

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