Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1538:

    Hallo! Ich habe drei Fragen:
    1. Kürzlich habe ich bei einer Besichtigung einer Brennerei den Begriff "Alkalisch Brennen" gehört. Wird dort zur Reinigung der Destille (300l Brennblase/120lMaische, Kolonne mit 4 Böden, Verschlußanlage) angewendet. Wie funktioniert das bzw. was wird da destilliert?
    2. Silikon
    Mich interessiert der chemische Aufbau dieser Masse. Wie funktioniert die "Vulkanisierung", also das Aushärten an der Luft?
    3. Intensivkühler
    Wie groß muß ein solcher (aus Kupferrohr/Fittings gelötet) beschaffen sein, für einen 15l Kessel (Multitopf)? Gekühlt wird mit Regenwasser.
    Vielen Dank!
    Und: Das Buch ist wirklich Klasse! :)


    San, Thüringen
    18.Aug.2004 23:11:38


      1) was es alles gibt... Ich kenne dieses Verfahren nur aus der Monopolalkohol-Erzeugung in Deutschland. Dort werden die bundesweit gesammelten Destillate mit Natronlauge behandelt bevor sie in die Anlage kommen (und nochmals destilliert werden). Dies dient allerdings nur zum Schutz der Anlage, Sie glauben nicht was da oft für Zeug angeliefert wird...
      2) diesbezüglich gibt es zahlreiche sehr informative Einträge in der Diskussion (Suchbegriff "silikon" eingeben).
      3) Es ist wesentlich einfacher, wenn Sie sich einen Intensivkühler aus Glas zulegen. Erhältlich in jedem Laborbedarf (googeln). Für 15 l Kessel sind ca. 25 cm Höhe mehr als ausreichend.

    Eintrag Nr. 1537:

    Hallo Freunde, Hallo Her Dr. Schmickl,
    Schon sooft habe ich gelesen, dass beim destillieren blaue oder grünfärbung aufgetreten ist... das dies am Grünspan in der Kupferleitung liegt müsste jedem der hier aufmerksam die Einträge verfolgt klar sein. Würde man eventuell mit "Dr. Becher Bierleitungs Reiniger" (Gibts bei uns leider nur im Grosshandel) den Grünspan restlos bekämpfen können?? Meine Erfahrung ist dass dies ein alkalischer Reiniger mit einer unglaublichen Wirkung ist. Oder macht man in dem Falle mehr kaputt als es nutzt??
    Auf eine Antwort gespannt wartet:
    Martin


    Martin, Niedersachsen
    18.Aug.2004 21:05:15


      Ich kenne diesen Reiniger nicht, aber es spricht nichts dagegen, wenn er auch für Bierleitungen verwendet wird. Es funktioniert aber auch gut mit einem Zitronensäurebad. Die Bildung von Grünspan können Sie dadurch jedoch auch nicht verhindern. Sie müssen die Anlage trocken und offen stehen lassen, nicht in feuchten Räumen, dann bildet sich kein Grünspan.
      Und sollte die Anlage lange Zeit, also einige Jahre, nicht benutzt worden sein, am besten einen Reinigungsbrenngang durchführen, dann sind Sie immer auf der sicheren Seite.

    Eintrag Nr. 1536:

    Hallo,
    muss man bei Mirabellen vor dem Einmaischen die Kerne entfernen? Oder kann man sie mitmaischen??


    Klaus, Koblenz
    18.Aug.2004 16:58:01


      Können Sie mit einmaischen. Aber, wie immer bei Steinobst, auf keinen Fall zerstörte Kerne verwenden.

    Eintrag Nr. 1535:

    Worauf muß ich bei einer Speierling Maische achten?
    Wann sind die Früchte zu pflücken?
    Muß man die Früchte in der Sonne nachreifen lassen?
    Vielen Dank für die Hilfe.
    Harald


    Harald, NÖ
    18.Aug.2004 07:43:48


      Um einen Sorbette oder Sperbelschnaps herzustellen, ernten Sie die Früchte im September, dann werden sie trotzdem noch ziemlich hart sein. Sie können die Früchte nachreifen lassen, oder wie bei den Quitten, diese vor dem Einmaischen kochen.

    Eintrag Nr. 1534:

    Hallo,
    zu allererst - ich habe NULL Ahnung über Schnaps brennen - deswegen hätte ich einige Fragen.
    Nachdem mein Pflaumenbaum dieses Jahr dermaßen vollhing mit Früchten kam ich und ein Freund auf die Idee - so ein eigener Pflaumenbrand das wäre doch was. Gesagt getan wir organisierten ein 120l Kunststofffass mit Deckel und fingen an das herunterfallende Obst indie Tonne zu werfen - doch was nun,die Tonne ist fast voll , doch wie gehts nun weiter - mmmh keine Ahnung - muss noch etwas beigemischt werden ? wann ist das ganze so ausgegoren damit man es brennen kann ? wo kann ich das brennen lassen? was kostet der Spass überhaupt ? Fragen über Fragen - ein paar Antworten von Ihnen wären für uns sehr hilfreich -vielen Dank im Voraus.


    Thomas, Rheinland-Pfalz
    17.Aug.2004 17:43:42


      Wenn Sie das Obst einfach so in die Tonne werfen und stehen lassen, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn das Ergebnis nicht zu den Besten zählen wird bzw. sich nur noch zum Füße einreiben eignet. Sie dürfen nur saubere Pflaumen, keine faulen Früchte und alles ohne Stengel, Blätter usw. verwenden. Das Obst muß gewaschen und zermatscht werden, dann kommt unbedingt SOFORT Hefe dazu. Jetzt ist es dafür schon zu spät, weil die Wildgärung sicher schon gestartet ist und die Gifte aus den Fehlgärungen schon gebildet wurden. Man kann diese Gärnebenprodukte zwar teilweise im Vorlauf anreichern, aber leider nicht zur Gänze. Weiters wäre pH Einstellen nicht schlecht und ganz wichtig ein Gärspund auf das Faß. Nach ca. einem Monat bei 16-19°C Umgebungstemperatur ist die Maische ausgegoren. Sie können sie dann zu einem Lohnbrenner in Ihrer Nähe bringen (weisen Sie ihn jedoch darauf hin, dass in Ihrem Fall mit viel Vorlauf zu rechnen ist). Was dies kostet hängt vom jeweiligen Brenner ab.

    Eintrag Nr. 1533:

    Guten Tag Herr Dr. Schmickl,
    Ich habe am 15.08.2004 Zwetschenmaische angesetzt und aus Versehen Gärfix für Kernobst genommen. Welche Auswirkungen hat dies?
    Kann ich noch Gärfix für Stein- und Bärenobst hinzufügen?
    Vielen Dank im voraus
    Mfg Spanheimer


    Egon Spanheimer, Deutschland Hessen
    16.Aug.2004 13:35:59


      Die unterschiedlichen Gärfixe haben verschiedene Verflüssigermengen und unterschiedliche Hefenährsalze. Es sollte aber dennoch alles klappen. Nein fügen Sie kein Steinobst mehr zusätzlich zu.

    Eintrag Nr. 1532:

    hallo hr. dr. schmickl!
    hätte eine frage: (was sonst :-)))
    habe einen 15l kessel (entsafter) welchen ich zum schnapsbrennen nehme.
    darin enthalten ist ein einsatz welcher aussieht wie ein sieb, auch aus edelstahl.
    mein problem ist aber das ich diesen einsatz nur ca. 5 cm oberhalb des boden mit einer art klammer in den topf stellen kann.
    da ich dieses sieb als aromakorb benutzen möchte weiß ich nicht aus welchen material ich eine klammer bauen kann mit welcher ich den aromakorb in das obere drittel es kessel bringe (verzinkter draht/ nieroster draht/ edelstahl/.....)?
    danke für ihren ratschlag
    lg norbert


    norbert, nö
    16.Aug.2004 09:03:20


      Verzinkte Materialien würde ich nicht empfehlen, Nirosta bzw. Edelstahl geht natürlich, es kann aber auch Kupfer oder Messing sein (schließlich handelt es sich ja nur um die Aufhängung).

    Eintrag Nr. 1531:

    Herr Dr. Schmickl,
    ich habe 30l Maische (Mirabellen) angesetzt und versehentlich eine ganze Tüte Turbohefe dazugegeben. Eigentlich sollte das ja für 80-100l sein. Was kann passieren bzw. muß ich jetzt unternehmen?
    Gruß P. Wittfoth


    Peter Wittfoth, Bremen / Deutschland
    13.Aug.2004 09:31:36


      Es passiert gar nichts, es ist nur schade um die Hefe.

    Eintrag Nr. 1530:

    Hallo Herr Schmickl
    zu Eintrag 1514:
    Der Birnenbrand ist fertig und im Gegensatz zum Apfelbrand hat er meiner Meinung nach ein sehr gutes weiches Birnenaroma.
    Sie schrieben folgendes:
    Bei der Birne ist der Alkoholgehalt der Edelbrandfraktion eindeutig zu hoch. Dadurch fehlen zuviele Aromastoffe um ein vollständiges Boukett eines Birnenbrandes zu bilden, der Geschmack wird daher ziemlich "resch", "eckig" bzw. "hart" sein.
    Wie kann ich den Alkoholgehalt denn verringern? Ich habe destilliert von 68% am Anfang bis ca38% am Schluss, so dass ich im gesamten Edelbrand am Ende 53% hatte und diesen auch auf 42% verdünnt.
    Bei beiden Maischen hatte ich laut den pH Messtäbchen von Ihnen "3-3,5" als Anzeige, was ja eigentlich auch richtig ist.
    Beim Apfelbrand denke ich ja auch, dass das Kratzen auf Vorlauf zurückzuführen ist, aber bei der Menge die ich am Anfang wegnahm.....? Falls dieser auch nach längerem Lagern nicht weicher oder besser wird, kann ich diesen dann nochmal brennen zu Geschmacklosem Alkohol?
    Vorerst nochmal vielen Dank für Ihre Antworten
    Gruß Roland


    Roland, Deutschland
    12.Aug.2004 20:46:40


      Bei 14%vol Maische kommen Sie auf 53%vol, das stimmt schon in etwa so, Sie könnten aber auch bis ca. 51%vol destillieren. Den Alkoholgehalt können Sie verrringern, indem Sie länger brennen.
      Sie können den Apfel nochmals brennen, wenn er geschmacklos werden soll, dann verwenden Sie auch zusätzlich Kohle. Kratzen im Hals hat nicht unbedingt etwas mit Vorlauf zu tun. Habe schon von verschiedenen Quellen gehört, dass dies angeblich auch auftreten soll, wenn zuviel "Vorlauf" abgenommen wird. Da wir das jedoch noch nie getan haben, kann ich das nicht bestätigen.

    Eintrag Nr. 1529:

    Hallo Doc! Ich habe Zuckerwasser mit Hefe angesetzt und 20%Vol Alkohol erhalten und einen Teil davon gebrannt. Hat jetzt 55%Vol und riecht immer noch nach Federweißer, also wie vergorener Traubenmost. Ist das richtig so?
    1. Geht der Geruch nach nochmaligem brennen weg, oder muß ich Aktivkohle dazu tun?
    2. Wenn ich kein zweites mal brennen will (weil mir 55%Vol ausreichen) muß ich dann schon vor dem ersten mal Kohle dazu tun?
    3. Wie lange hält sich die 20%Vol "Maische", wenn sie zwar luftdicht verschlossen, aber nur kellerkalt steht
    Vielen Dank schon mal im voraus
    Chris!


    Christian Kracke, Deutschland
    12.Aug.2004 20:34:46


      ad 1: Wenn Sie mit den Alkohol Geist herstellen möchten oder Angesetzte, so wird dieser leichte Hefegeschmack dann vom jeweiligen Aroma übertönt. Ist das Ziel geschmackloser Alkohol, dann zuerst mit Kohle behandeln und nochmals destillieren.
      ad 2: In den 55%vol Kohle zugeben, danach aber destillieren.
      ad 3: Mindestens 1 Jahr.

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