Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1200:

    Servus miteinand',
    zuersteinmal ein großes Kompliment an die Webseite.
    Wenn Maische destilliert wird, wird der verbleibende (alkohohlreduzierte) Rest an die Schweine verfüttert.
    Wie sieht es eigentlich mit Wein aus? Ist der verbleibende Teil noch irgendwie sinnvoll zu gebrauchen oder haben sich durch's Kochen unverträgliche Substanzen gebildet, so dass nur die Natur was damit anfangen kann?
    Einen sakrischen Dank schon im voraus.


    Oliver, Böhmerwald
    02.Feb.2004 10:35:04


      Danke.
      :-)
      Ja, so ist es. Es bilden sich zwar keine unverträglichen Substanzen, das Ganze is aber derart ausgekocht, daß der Rückstand im Kessel nur noch zu verwerfen ist.

    Eintrag Nr. 1199:

    In der Produktbeschreibung Ihrer Anlagen gibt es mit Sicherheit einige "Druckfehler" bezüglich der erzeugbaren Mengen hochprozentigen Alkohols pro Durchlauf.
    Wie soll ich mit der 5 l-Classic bis zu 4 l hochprozentigen Alkohol erzeugen, den ich dann noch auf Trinkstärke herunterverdünnen soll, wenn ich den Kessel sowieso nicht mit mehr als 4 l füllen kann? Selbst 1,5 l sind bei bei hochgradigen Maischen kaum zu schaffen.


    Rauchfangkehrer, CH
    01.Feb.2004 20:29:41


      Es ist kein Druckfehler: wenn Sie einen Angesetzten destillieren, so hat dieser vor dem Brennen ca. 45-50%vol. Destillieren Sie 4 Liter davon, so haben Sie nach dem Brennen ca. 2,5 l ca. 70%vol, verdünnt erhalten Sie wieder ca. 4 Liter mit 43%vol Alkohol.

    Eintrag Nr. 1198:

    Hallo Herr Schmickl!
    Ich habe eine Kupferdestille von Ihnen gekauft. Folgendes ist beim letzten Brand passiert. Die Anlage stand längere Zeit unbenutzt, dann habe ich selbstgemachten Pflaumenwein gebrannt und das Destillat hatte eine sichtbare blau/grün Färbung. Da der Kessel und der "Deckel" absolut in Ordnung waren, nehme ich an, dass sich Kupferoxyd in der Kühlschlange gebildet hat. Meine Fragen: Das Destillat ist wahrscheinlich toxisch? Wie kann ich verhindern, dass sich erneut Grünspan ansetzt? Kann es noch eine andere Ursache geben?
    Vielen Dank - und viele Grüsse nach Österreich


    Frank, Köln
    01.Feb.2004 17:38:59


      Alles spricht für Grünspan, verwerfen Sie das Destillat. Sie müssen die Kühlung sehr gut mit Zitronensäure reinigen: etwas Zitronensäure in einen Eimer mit warmen Wasser auflösen, den Kühler darin eintauchen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Dann mit einer dünnen Bürste oder einem Draht mit einem dünnen Stoffteil daran, gut die Spirale durchreinigen. Danach mit Aceton die Schlange reinigen, zum Schluß gut mit Wasser (und Geschirrspülmittel, danach mit reinem Wasser) gründlich spülen. Dann zuerst einen Destillationsvorgang mit Wein machen und das Destillat verwerfen.
      Zur Vermeidung von Grünspan: die Anlage niemals verschlossen wegräumen. Legen Sie den Deckel verkehrt auf den Kessel, so ist die ganze Anlage offen und gut durchlüftet. Auch nicht in feuchten Räumen lagern. Vor dem Wegräumen gut trocknen und niemals Kühlwasser in der Anlage lassen oder im Kessel. Dann entsteht kein Grünspan.

    Eintrag Nr. 1197:

    ich habe vor einiger zeit das brennrecht geerbt und habe mir nun eine destille gebaut. aber alles was mir noch fehlt ist ein thermometer zum messen des dampfes.
    wo bekommt man einen billigen her bzw. bei welcher
    temperatur muss ich überhaupt wein destillieren?
    M F G
    andreas


    andreas.b, d
    01.Feb.2004 11:23:17


      Thermometer bekommt man in jedem Laborbedarf oder bei Optikern. Destillieren Sie bis zum Nachlaufbeginn bei 91°C.

    Eintrag Nr. 1196:

    Hallo Dres.
    Folgende Beobachtung:
    Beim Brennen von hochprotzentiger Williamsmaische steigt die Temp. zunächst gleichmäßig. Bei ca. 65°C nehme ich den Brenner etwas zurück. Die Temperarur steigt langsamer bis ca. 75°. Hier beginnt langsames Tropfen des Destilats und die Temperatur steigt merklich! schneller auf ca. 84°. Bei 84° tritt der von Ihnen bei 81° beschriebene Knick ein und die Temp. steigt ab jetzt sehr langsam. Ein rascheres Ansteigen bei 88 kann ich nicht feststellen. Die ersten 80ml ab 81° haben ca. 68%. Die letzten 80ml vor 91° haben ca 39%. Ergebnis Feinbrand ist ca. 1250ml mit 59%Gebrannt wird in einer DELUXE gefüllt bis 2cm unter Rand.
    Liegt meine Temperaturmessungen falsch, trenne ich eventuell den Nachlauf zu früh ab und woher kommt der rasche Temp.anstieg zw. 75 und 85°. (ca. 3-4 min.)
    Danke im Vorraus
    H.-H.
    PS: Menge zw. 81 und 84° höchstens 10ml.


    lohrjaeger, spessart
    31.Jan.2004 18:10:37


      Laut Ihrer Beschreibung scheint alles perfekt zu funktionieren. Der Feinbrand hat 59%vol, das ist vollkommen in Ordnung, auch die Ausbeute ist OK.
      Weiter so!
      Der rasche Anstieg könnte darauf zurückzuführen sein, daß bei geringer Dampfentwicklung (ab 65°C nehmen Sie ja richtigerweise die Heizleistung etwas zurück) nicht alles schnell genug heiß wird, sodaß der Thermometerstutzen zu Beginn wie ein Kühlfinger wirkt. Deswegen raten wir auch das Thermometer so einzusetzen, daß die untere rote Kugel ca. 2,5 cm aus dem Stutzen unten herausragt.
      Wichtig ist jedoch nur eines: Im Feinbrand soll sich kein Vorlauf befinden. Machen Sie beim nächsten Durchgang daher folgenden Versuch:
      Sammeln Sie das Destillat vom ersten Tropfen an nicht in einem großen Glas, sondern in mehrere Schnapsgläschen (5 bis 8 Stück genügen auf alle Fälle). Wenn das erste halbvoll ist, kommt das nächste usw. Merken Sie sich die Reihenfolge und den Temperaturbereich der Gläser. Riechen Sie an den Gläsern (wenn's wegen dem hohen Alkoholgehalt zu sehr in der Nase sticht, den Inhalt direkt im Schnapsglas grob geschätzt 1:1 mit Wasser verdünnen). Riecht es nicht nach Birne, sondern nach UHU-Kleber handelt es sich um Vorlauf. Wenn Sie das nächste Mal DIESELBE Maische brennen, wissen Sie (unabhängig von der Temperaturanzeige) damit schon vorher wieviel als Vorlauf abzutrennen ist.
      Hochprozentige Birnenmaischen, wenn sehr sauber gearbeitet wurde, haben (fast) keinen Vorlauf, trotzdem sollten Sie zur Sicherheit ca. 30 Tropfen je 1,5 Liter Maische wegnehmen. Angesichts der geringen Menge (sollte es doch kein Vorlauf, sondern bereits Feinbrand sein), kann dieser Anteil getrost verworfen werden.

    Eintrag Nr. 1195:

    guten abend allerseits - nach den - meiner meinung nach - erfolgreichen brenngängen wurde die idee geboren, einmal whisky herzustellen - sicherlich kein vergleich mit einem scotch, aber wenn man will sicher ein single-barrel mit einem seltenheitswert - vorausgesetzt man hat geduld - um die rohstoffe habe ich mich schon mal gekümmert und die technologie ist auch klar - nur die hefe - welche würde dem charakter am besten entsprechen? wenns klappt gibt es in 15 jahren (zum 60 igsten) eine kostprobe - danke für die antwort

    Horst, D
    29.Jan.2004 21:28:09


      Entweder Gärfix Spezial verwenden, da hier ein hoher Verflüssigeranteil dabei ist, oder Turbo mit Verflüssiger.

    Eintrag Nr. 1194:

    Sehr geehrter Dr. Schmickl,
    zur Überprüfung der Genauigkeit des Dampftermometers, antworten Sie in allen hierzu gestellten Fragen, daß die Temperatur bei der reinen Wasserdestillation 98°C betragen sollte.
    Dieser Wert bezieht sich doch aber auf Klagenfurt mit ca. 500 m Meereshöhe.
    In der Schule habe ich vor Jahrzehnten gelernt, daß es auf der Zugspitze ( ca. 2950 m) 90°C sein sollen.
    Man müßte doch einen annähernden Korrekturwert angeben können, der ausgehend von 100°C bei etwa
    -1°C pro 300 m über Meereshöhe liegen müßte. Nicht berücksichtigt sind hier natürlich wetterbedingte Luftdruckänderungen.
    So kann sich jeder für seinen Standort die Siedetemperatur von Wasser errechnen, um einen Korrekturwert für ein falsch messendes Thermometer zu ermitteln.


    Rauchfangkehrer, CH
    28.Jan.2004 17:00:42


      Ja, richtig. Im Internet gibt es diesbezüglich fertige Kurven (ein wenig googeln). Vielleicht werden wir diese auf die homepage stellen.

    Eintrag Nr. 1193:

    Hallo miteinander,
    bin hier neuling, ich möchte mir aus einem 35-Liter Edelstahl-Suppentopf eine Destille bauen zum Obstmaische brennen. Meine Fragen:
    1. Wie groß -Durchmesser am Deckel und Länge- sollte das Geistrohr sein?
    2. Ich beabsichtige einen Spiralkühler aus Kupferrohr zu bauen. Wieviele Meter sind hier nötig? Spielt die Weite der Spirale eine Rolle?
    3. Rübenzucker als Mehrfachzucker wird erst gespalten und dann vergoren. Wäre es da nicht besser, gleich Traubenzucker zu nehmen? Ist bei Traubenzucker anderes zu beachten als bei Rübenzucker?
    Besten Dank für die Antworten.
    Übrigens, das Buch ist für mich als Einsteiger absolute Spitze. Einzige Anregung: es könnte ein bißchen mehr über das Brennen von Zuckermaische drinstehen, da dieser Schnaps doch sicher für das Angesetzte oder die Geiste verwendet wird.


    Richie, Schwabenland
    27.Jan.2004 20:42:39


      ad 1: Durchmesser 2 cm oder größer. Geistrohrlänge hängt von der Anlagenkonstruktion ab, so kurz wie möglich.
      ad 2. Spirale ca. 40 - 50 cm hoch, zwischen den Schlingen ca. 2-3 cm. Die Weite ist egal, wichtig allerdings ist, daß die Spirale keine Dellen hat, es soll somit immer alles ungehindert abfließen können. Durchmesser des Rohres kann hier kleiner sein, ca. 8 mm innen.
      ad 3: Nein, es gibt keinen Unterschied beim Einmaischen und im Ergebnis, allerdings ist Traubenzucker viel teurer.
      Danke.
      :-)
      Auf Seite 104 steht das Rezept, beim Brennen sind keine Besonderheiten zu beachten.

    Eintrag Nr. 1192:

    Woran erkannt man nen guten Zwetschgenschnaps also die Qualität hab mal gehört das man den schütteln muss dann müssen ringe entstehen kann das sein.
    Wo lagert man die Schnapsflaschen am besten und bei wieviel grad


    Stefan, Haidach
    27.Jan.2004 20:06:22


      G'schichtln gibt's, unglaublich... Ringe sind mir nicht bekannt. Ein guter Zwetschkenschnaps hat einen sehr aromatischen Zwetschkengeruch und keinesfalls riecht er nach Zwetschken, die leicht angefault sind. Es riecht also NICHT nach einer Fallobstwiese im Spätsommer! Dies ist eines der häufigsten Geschmacksfehler, weil die Früchte beim Einmaischen schon leicht faul waren. Außerdem gibt's da noch modrigen (Keller)Geruch, Essiggeruch (beides auch gravierende Gärfehler) usw. usf. Weiters darf er nicht scharf sein, also im Mund nicht brennen beim Trinken. Wenn das Glas leer ist, riecht man noch mindestens 15 min später das Aroma. Die Flaschen am besten im Keller lagern, darauf achten, daß der Veschluß (meist Kork) auch dicht ist.

    Eintrag Nr. 1191:

    hallo ich habe einen schönen wein aus der pfalz bekommen und mein sohn hat so einen art chemiekasten den ich zu einer schönen destillieranlage umgebaut habe die funktioniert.
    jetzt wollte ich wissen ob ich mit hilfe meiner anlage mir rein theoretisch einen schönen weinbrand herstellen könnte und ob ich auf irgenwelche gefahren achten müsse, wie gifte (z.b.methanol) ich hoffe auf baldige antwort, danke schon mal im vorraus
    mfg diddi


    dieter, hamburg
    27.Jan.2004 18:42:32


      Im Wein sollte kein (bzw. nur unbedenkliche Spuren) Methanol enthalten sein, sofern es sich um einen käuflich erworbenen Wein handelt (ansonsten wäre das ein Riesenskandal). Auf Grund der Gesetzesbestimmungen müssen die Weine diesbezüglich "sauber" sein. Es spricht also nichts dagegen. Was jedoch entsteht ist schwefelige Säure, außer Sie benutzen ungeschwefelten Wein, den würde ich aber lieber so wie er ist trinken. Schwefelige Säure ist zum Glück leicht flüchtig, d.h. wird das Destillat ein/zwei Minuten lang kräftig schäumend gemixt, wird sie ausgetrieben. Solange mixen, bis es in der Nase nicht mehr sticht.

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