Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1194:

    Sehr geehrter Dr. Schmickl,
    zur Überprüfung der Genauigkeit des Dampftermometers, antworten Sie in allen hierzu gestellten Fragen, daß die Temperatur bei der reinen Wasserdestillation 98°C betragen sollte.
    Dieser Wert bezieht sich doch aber auf Klagenfurt mit ca. 500 m Meereshöhe.
    In der Schule habe ich vor Jahrzehnten gelernt, daß es auf der Zugspitze ( ca. 2950 m) 90°C sein sollen.
    Man müßte doch einen annähernden Korrekturwert angeben können, der ausgehend von 100°C bei etwa
    -1°C pro 300 m über Meereshöhe liegen müßte. Nicht berücksichtigt sind hier natürlich wetterbedingte Luftdruckänderungen.
    So kann sich jeder für seinen Standort die Siedetemperatur von Wasser errechnen, um einen Korrekturwert für ein falsch messendes Thermometer zu ermitteln.


    Rauchfangkehrer, CH
    28.Jan.2004 17:00:42


      Ja, richtig. Im Internet gibt es diesbezüglich fertige Kurven (ein wenig googeln). Vielleicht werden wir diese auf die homepage stellen.

    Eintrag Nr. 1193:

    Hallo miteinander,
    bin hier neuling, ich möchte mir aus einem 35-Liter Edelstahl-Suppentopf eine Destille bauen zum Obstmaische brennen. Meine Fragen:
    1. Wie groß -Durchmesser am Deckel und Länge- sollte das Geistrohr sein?
    2. Ich beabsichtige einen Spiralkühler aus Kupferrohr zu bauen. Wieviele Meter sind hier nötig? Spielt die Weite der Spirale eine Rolle?
    3. Rübenzucker als Mehrfachzucker wird erst gespalten und dann vergoren. Wäre es da nicht besser, gleich Traubenzucker zu nehmen? Ist bei Traubenzucker anderes zu beachten als bei Rübenzucker?
    Besten Dank für die Antworten.
    Übrigens, das Buch ist für mich als Einsteiger absolute Spitze. Einzige Anregung: es könnte ein bißchen mehr über das Brennen von Zuckermaische drinstehen, da dieser Schnaps doch sicher für das Angesetzte oder die Geiste verwendet wird.


    Richie, Schwabenland
    27.Jan.2004 20:42:39


      ad 1: Durchmesser 2 cm oder größer. Geistrohrlänge hängt von der Anlagenkonstruktion ab, so kurz wie möglich.
      ad 2. Spirale ca. 40 - 50 cm hoch, zwischen den Schlingen ca. 2-3 cm. Die Weite ist egal, wichtig allerdings ist, daß die Spirale keine Dellen hat, es soll somit immer alles ungehindert abfließen können. Durchmesser des Rohres kann hier kleiner sein, ca. 8 mm innen.
      ad 3: Nein, es gibt keinen Unterschied beim Einmaischen und im Ergebnis, allerdings ist Traubenzucker viel teurer.
      Danke.
      :-)
      Auf Seite 104 steht das Rezept, beim Brennen sind keine Besonderheiten zu beachten.

    Eintrag Nr. 1192:

    Woran erkannt man nen guten Zwetschgenschnaps also die Qualität hab mal gehört das man den schütteln muss dann müssen ringe entstehen kann das sein.
    Wo lagert man die Schnapsflaschen am besten und bei wieviel grad


    Stefan, Haidach
    27.Jan.2004 20:06:22


      G'schichtln gibt's, unglaublich... Ringe sind mir nicht bekannt. Ein guter Zwetschkenschnaps hat einen sehr aromatischen Zwetschkengeruch und keinesfalls riecht er nach Zwetschken, die leicht angefault sind. Es riecht also NICHT nach einer Fallobstwiese im Spätsommer! Dies ist eines der häufigsten Geschmacksfehler, weil die Früchte beim Einmaischen schon leicht faul waren. Außerdem gibt's da noch modrigen (Keller)Geruch, Essiggeruch (beides auch gravierende Gärfehler) usw. usf. Weiters darf er nicht scharf sein, also im Mund nicht brennen beim Trinken. Wenn das Glas leer ist, riecht man noch mindestens 15 min später das Aroma. Die Flaschen am besten im Keller lagern, darauf achten, daß der Veschluß (meist Kork) auch dicht ist.

    Eintrag Nr. 1191:

    hallo ich habe einen schönen wein aus der pfalz bekommen und mein sohn hat so einen art chemiekasten den ich zu einer schönen destillieranlage umgebaut habe die funktioniert.
    jetzt wollte ich wissen ob ich mit hilfe meiner anlage mir rein theoretisch einen schönen weinbrand herstellen könnte und ob ich auf irgenwelche gefahren achten müsse, wie gifte (z.b.methanol) ich hoffe auf baldige antwort, danke schon mal im vorraus
    mfg diddi


    dieter, hamburg
    27.Jan.2004 18:42:32


      Im Wein sollte kein (bzw. nur unbedenkliche Spuren) Methanol enthalten sein, sofern es sich um einen käuflich erworbenen Wein handelt (ansonsten wäre das ein Riesenskandal). Auf Grund der Gesetzesbestimmungen müssen die Weine diesbezüglich "sauber" sein. Es spricht also nichts dagegen. Was jedoch entsteht ist schwefelige Säure, außer Sie benutzen ungeschwefelten Wein, den würde ich aber lieber so wie er ist trinken. Schwefelige Säure ist zum Glück leicht flüchtig, d.h. wird das Destillat ein/zwei Minuten lang kräftig schäumend gemixt, wird sie ausgetrieben. Solange mixen, bis es in der Nase nicht mehr sticht.

    Eintrag Nr. 1190:

    Lieber Herr Schmickl!
    Eine gute Brennerei hat ein Dampfthermometer - wäre aber (speziell oder eigentlich nur für die Aufheizphase) auch ein Thermometer im flüssigen Medium ideal - speziell für scharfes Abtrennen von Methylalkohol???
    Oder übertreibe ich es damit??
    Danke und liebe Grüße!!


    Martin, NÖ
    27.Jan.2004 16:35:27


      Übertreiben kann man es nie, es ist nur so, daß eine Messung der Flüssigkeitstemperatur nichts bringt, Sie sollten vom Dampf die Temperatur messen (an der höchsten Stelle), alles andere ist sinnlos. Methanol ist dem Ethanol chemisch gesehen so ähnlich, daß ein Methanol/Ethanol-Gemisch destillativ nicht voneinander getrennt werden kann. Meinen Sie vielleicht den Vorlauf? Der hat nichts mit Methanol zu tun. Dies ist ein Gemisch verschiedener Gifte, hauptsächlich Ethylacetat, Acetaldehyd usw. Insbesondere bei der Vorlaufabtrennung sollte ein Dampfthermometer verwendet werden. Wenn Sie gleichzeitig die Flüssigkeitstemperatur messen, werden Sie sehen, daß währenddessen kaum ein Temperaturunterschied im Sumpf (Kesselinhalt) zu bemerken ist.

    Eintrag Nr. 1189:

    Ich möchte gerne aus Karottensaft und Kürbise einen Schnaps brennen, kann mir jemand raten wie man da umgehen muß, vielleicht hat es schon wer gemacht. Danke
    Grüße aus Neuseeland


    Hermann, Neuseeland
    27.Jan.2004 03:06:07


      Kürbisse schälen und gut zerkleinern (Schalen NICHT verwenden und wenn möglich auch nicht die Kerne), Karotten ebenfalls sehr gut zukleinern. Bei den Kürbissen kaum Wasser zugeben, bei den Karotten ca. ein Drittel Wasser. Reinzuchthefe und, in diesem Fall ganz wichtig, Verlüssiger verwenden, pH einstellen nicht vergessen. Wenn Kürbis inkl. Kerne, aber ohne Schalen, vergoren wird, entsteht (relativ viel) Vorlauf. Vielleicht wird's ohne Kerne besser. Auf jeden Fall beim Destillieren auf Vorlauf achten.

    Eintrag Nr. 1188:

    Hallo Dr.
    Habe am 7.12.03 eine 10 LTR: Schlehenmaische angesetzt.Die Gärung verlief meines Erachtens sehr langsam (Raumtemp. konst 17°) und war so ca. am 20.1.04 beendet. Alc. lt.Messung 15%Vol. Der Geschmack und der Duft sind hervorragend. Aber der überwiegende Anteil besteht immer noch aus Festtstoffen. Kann ich nach einer Standzeit bis Ende Februar trotzdem brennen, oder brennt die Maische dann an? Was hab ich vielleicht falsch gemacht? (Erstbrenner)


    silberfuchs, Bayern
    25.Jan.2004 21:06:06


      17°C sind in Ordnung, daher auch die lange Gärdauer (durch's langsame Gären kommt mehr Aroma raus). Alles perfekt, das nächste Mal Verflüssiger dazugeben. Sie können die Maische trotzdem brennen, unbedingt Anbrennschutz verwenden und langsam aufheizen und vorsichtig destillieren.

    Eintrag Nr. 1187:

    Hallo Herr Schmickl,
    habe gestern meine ersten Brennversuche gemacht. War mit 2 Freunden und wir hatten ein super Spass. Habe an der Pot-Destille seitlich am Deckel das Thermometer angebracht. Zeigte zum Test mit Wasser ca. 97°C an.
    1. Habe Alkohol mit Wasser, Zucker und Turbohefe genommen (2 Liter, 15%) und einen Geist mit 40g Anissamen gebrannt. Ausbeute war auf 42% verdünnt ca. 0,5L. Der Geschmack nach Anis war kaum feststellbar. (Anis war von Mutter'n ergattert und glaube sehr alt) Das Destillat hatte nach dem Brennen ca. 60%.
    2. Haben dann ca.7L Schlehen gebrannt (ca. 17%) Geschmack ist "Super". Ausbeute auf 42,5% verdünnt war ca. 0,8L. Nach dem Brennen auch ca. 60%.
    3. Habe noch 5L Alkohol, wie unter Pos.1 über. Wie lange und wo sollte ich Ihn lagern?
    Meine Fragen sind, ob das Alles so i.O. ist? Nachlauf hatte ich nicht aufgefangen.
    Für Ihr bemühen Danke im voraus.
    Thomas


    Thomas.R., D-Niedersachsen
    25.Jan.2004 10:45:46


      ad 1: 40 g auf 2 Liter sind in Ordnung, das liegt am Anis. 60%vol sind zuviel, Sie können bis ca. 53-55%vol brennen.
      ad 2: auch hier bis ca. 55%vol
      ad 3: In Glasballons lagern, hält schon 1 Jahr.

    Eintrag Nr. 1186:

    Könnte mir jemand bitte sagen wie ich Baileys und Tia Maria herstelle.
    Und ist Apfelkorn:
    1.) Ein gemisch aus Apfelsaft und Korn oder
    2.) Eine bestimmte Maische
    Danke freue mich über jede Antwort


    KillerMaschin, nix
    24.Jan.2004 19:46:17


      Baileys: Whisky mit Sahne
      Tia Maria: Rum, Kaffee und Gewürze
      Apfelkorn ist ein Angesetzter, in Korn wird Apfel angesetzt (industrielle Hersteller verwenden in der Regel statt dessen Geschmacksessenzen und Farbstoff).

    Eintrag Nr. 1185:

    Hallo Dr. Schmickl!
    Vor ca. 4 Wochen habe ich Honig/Wasser/Turbohefe zur Gärung gebracht. Nun ist nach meinem Empfinden die Gärung abgeschlossen (obwohl noch ein wenig Schaum auf der Flüssigkeit schwimmt), nach dem Filtern und Messen hat der Met einen Alkoholgehalt von 22,5%vol. Die Süße ist (fast) verschwunden. Aber der Wein ist sehr trübe und hat einen, nach meinem Geschmack, viel zu starken Hefegeschmack. Eigentlich wollte ich die Maische jetzt abziehen und im Eichenfass (neu) lagern.
    Warum schmeckt der Met so stark nach Hefe? Muß ich besonderen Honig nehmen (ich habe schon recht teure Imker-Auslese genommen !)? Wann verschwindet die Trübung? Darf ich jetzt schon abfüllen? Met ist doch eigentlich ein "lieblicher" Wein, hätte ich die Gärung vorher abbrechen müssen, um noch Süße im Wein zu behalten?


    Michael, D
    24.Jan.2004 18:10:11


      Daß der Hefegeschmack überhand nimmt, liegt u.a. an der Honigsorte, auch die Gärtemperatur spielt eine gewisse Rolle: je langsamer vergoren wird (je kälter), desto besser (optimal ca. 16-19°C). Ich habe bereits hervorragenden Turbohefe-Met verkostet. Sie müssen die Maische einige Wochen stehen lassen, dann wird sich die Flüssigkeit klären. Abfüllen erst dann, wenn alles klar geworden ist. Wenn Reststüße bleiben soll: entweder noch etwas Honig zugeben, oder Sie verwenden Gärfix, dann wird nicht der ganze Zucker des Honigs aufgebraucht, die Vergärung stoppt automatisch bei ca. 13%vol.

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