Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1018:

    Guten Tag Hr. Schmickl
    In ihrem Buch (Ausgabe 1999) beschreiben sie das Verhältnis Zucker zu Alkohol. 57 Gramm Zucker ergeben 3 Prozent Alkohol. 352 Gramm Zucker ergeben 18.4 Prozent Alkohol. Weshalb ist diese Funktion nicht linear?
    Danke für die Antwort und Gruss aus der Schweiz
    Bruno


    Bruno, Schweiz
    12.Nov.2003 07:31:30


      Meinen Sie das "Handbuch für Schnapsbrenner"?
      Die Angaben sind empirische Meßwerte, daher haben sie eine gewisse Streuung. Wir haben die Werte einmal statistisch ausgewertet, dabei hat sich ein r² von 0,9982 zu einer linearen Gleichung ergeben. Ich würde sagen, das ist nahezu linear.

    Eintrag Nr. 1017:

    Hallo, ich möchte mir so zum Spaß mal eine Brennanlage bauen. Ist das Legal und wieviel darf ich da machen. Kann mir evtl jemand eine Musterbauanleitung zukommen lassen.
    Bin blutigster Anfänger. Gruß und Danke Torsten


    Torsten, BAYERN
    11.Nov.2003 20:16:50


      Es ist legal, wenn Sie die Anlage beim, für Ihren Bezirk zuständigen, Zollamt anmelden. Wenn der Kessel der Anlage nicht größer als 0.5 Liter Fassungsvermögen hat, entfällt die Registrierungspflicht. Die Anmeldepflicht ist unabhängig davon, wieviel Sie "da machen".
      Anleitungen, Tipps und Tricks für Selbstbauanlagen finden Sie im Buch.

    Eintrag Nr. 1016:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    da habe ich aber einen gehörigen Schreck bekommen, als ich heute meine über 14 Tage alte mit Turbohefe vergärte Birnenmaische (Williams) gekostet habe. Die Gärung ist fast zu Ende. Sie ist (die Maische) ziemlich dünnflüssig geworden und kann bald gebrannt werden. Ich meine, die Maische ist mir gut gelungen.
    ABER sie schmeckt (wie während der Gärung und nach vorgeschriebener Zuckerzugabe) lange, lange nicht mehr so süß. Eher herb, sauer - schon angenehm, auch nach Birne. Aber nicht mehr süß. Auch nicht nach Restsüße.
    Frage: Ist das normal? Kann daraus noch ein guter Birnenbrand entstehen?


    Rolf, Sachsen
    10.Nov.2003 23:16:16


      "Herb..." das ist vollkommen richtig! Das bedeutet, daß der Zucker von den Hefen zu Alkohol umgewandelt wurde. Deswegen kann's nicht mehr süß schmecken, weil (fast) kein Zucker mehr vorhanden ist. Alles perfekt, daraus wird sicher ein sehr guter Birnenbrand!

    Eintrag Nr. 1015:

    Guten Tag, nach dem Stöbern in den vielen Fragen sind mir bei meinen versuchen auch 2 in den Sinn gekommen: wenn die maische in der gärung stecken geblieben ist - kann man sie mit erwärmten Obst und Zucker wieder in Gang bringen? und - bei der anlage, so schreiben Sie, muss das Thermometer am höchsten Punkt angebracht sein - bei mir wäre das am Steigrohr, direkt oberhalb des Kühlers - richtig ? - danke für Ihre Bemühungen

    Horst, Deutschland
    10.Nov.2003 21:15:09


      Nein, nur mit Obst und Zuckerzugabe geht nichts mehr, wenn die Hefen bereits abgestorben sind. Sie müssen bei einem Gärstopp - wenn schon Alkohol entstanden ist - einem Gärstarter machen. Ist die Gärung allerdings nur (sehr) langsam, dann leben die Hefepilze noch, dann nützt eine Zucker- bzw. Obstzugabe sehr wohl.
      Thermometerpunkt klingt in Ordnung. Es soll der höchste Punkt sein, wo der ungekühlte Dampf noch hinkommt. Aber nicht in einem toten Winkel, sondern mitten im Dampfstrom.

    Eintrag Nr. 1014:

    Schönen Sontag-Abend Herr Doktor!
    Habe heute nach Ihren Ratschlägen erneut mich an meiner Zwetschgen-Maische versucht. Resultat: 4 Liter im Kessel mit 24%vol, gut 10ml Vorlauf abgetrennt, dann kamen bis 91°C 538ml mit 66,5%vol, bis 95°C kamen dann noch ! 347ml ! Nachlauf mit 48%vol. Ist das nicht immernoch a bisserl wenig Edelfraktion im Verhätnis zum Nachlauf?
    Beste Grüße und ich hoffe die Fotos gefallen... Lippi I.


    Lippi I., Bad Tölz
    09.Nov.2003 21:32:50


      Ja, die Edelbrandmenge ist immer noch zu wenig, vorallem der Alkoholgehalt ist noch zu hoch. Das Destillat sollte ca. 57-58%vol haben, hier geben Sie vielzuviel an den Nachlauf ab. Die Temperaturmessung/-anzeige stimmt nicht.

    Eintrag Nr. 1013:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich wollte lediglich wissen, ob das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" auch den Aufbau (Muster) einer Brennanlage beschreibt (z.B. für einen Nachbau)? Wenn nicht, - gibt es Buch darüber? Welches?


    Andy Leeger, Schweiz (Zürich)
    09.Nov.2003 14:51:01


      Ja, sowieso ist das im Buch auch beschrieben!
      Buch ist schon unterwegs.
      ;-)

    Eintrag Nr. 1012:

    Sehr geehrter Herr Schmickl
    Wie lang muss ein Liebigkühler bei einer 10 Liter Anlage sein, und welchen Durchmesser sollte das Kupferohr indem der Dampf kondensiert idealerweise haben?


    Bernd, Deutschland Nrw
    09.Nov.2003 13:00:14


      Durchmesser (innen): ca. 0,8 cm, Kühlerlänge ca. 1,5 m

    Eintrag Nr. 1011:

    Lieber Herr Dr. Schmickl,
    als ehemaliger Seminarist (Anfang Jan. 2001) produziere ich als Hobbybrenner seit etwa zwei Jahren diverse Obstschnäpse mit einigem Erfolg. Leider gelingen mir die Schnäpse nicht immer völlig zufriedenstellend, da sie einen m.E. zu "harten", "ruppigen" Geschmack haben. Haben Sie eine Idee, wie ich den Geschmack abrunden, v.a. aber "weicher" bekommen kann. Mit der Zugabe von Eichenholzspänen habe ich es schon versucht - mit mäßigem Erfolg. Bei der Weinherstellung - so habe ich gelesen - benutzt man Gerbstoffe, um den Geschmach weicher zu machen. Geht das bei der Schnapsherstellung auch?
    Schon jetzt herzlichen Dank für Ihre Antwort!
    Beste Grüße
    Ihr xy


    xy, Niedersachsen
    09.Nov.2003 12:34:52


      Lassen Sie das verdünnte Destillat ca. 2 Wochen in offenen Flaschen stehen, nur mit Watte oder einer anderen undichten Abdeckung verschlossen. Das Destillat wird dann etwas feiner. Oder Sie blubbern durch einen Silikonschlauch und am Ende ein Stück Balsaholz mit einer kleinen Aquarienpumpe ca. 24 Stunden lang Luft durch das Destillat.
      Achtung: zuviel Schärfe liegt meist daran, daß der Vor- und/oder Nachlauf nicht richtig abgetrennt wurde.

    Eintrag Nr. 1010:

    Guten Abend Herr Schmickl,
    Das Gebiet des Schnapsbrennens ist für mich absolutes Neuland. Ich habe mir vor einiger Zeit ihr Buch gekauft und natürlich gleich verschlungen. Aber nun zum Kernpunkt meiner Frage. Ich möchte, da die Saison eh vorbei ist, erstmal kleine Brötchen backen. Ich möchte im Supermarkt gekauften Fruchtsaft mit Hefe (Backhefe od. Ä. was sie empfehlen) ansetzen. Ein geeignetes Fass mit Gärspund habe ich bereits. Wie sieht das Verhältnis von Hefe zu saft aus? Und welchen Saft sollte ich verwenden? Was gibts sonst noch zu beachten?
    Vielen Dank im voraus und nochmals großes Lob für Ihr Buch !!
    Gruß tobias


    Tobias, Deutschland
    08.Nov.2003 23:38:04


      Sie können Orangensaft oder Birnensaft verwenden. Je fruchtiger und aromatischer der Saft umso besser das Ergebnis. Es ist natürlich klar, daß das Aroma niemals das einer Fruchtmaische erreicht, aber zum Anfangen haben Sie schon recht. Verwenden Sie nicht Backhefe - dies ist zwar besser als gar keine Hefe, dennoch sollte was sinnvolles herauskommen - sondern eine normale Weinhefe oder die Turbohefe. Die Hefedosierung hängt ganz von der jeweiligen Hefeart ab (Größenordnung ca. 50 ml je 100 l).
      Danke!
      :-)

    Eintrag Nr. 1009:

    Wer kann mir helfen?
    Privates Schnapsbrennen für den Eigenverbrauch in Ungarn?
    Regeln, Vorschriften, Bestimmungen?
    Ansprechpartner, zuständige Behörden?
    Danke!


    Dieter, Deutschland NRW
    08.Nov.2003 16:05:27


      Da Ungarn ein EU-Beitrittsland ist, werden auch in diesem Bereich die Regelungen und Bestimmungen angeglichen.
      Zuständige Behörde ist also, so wie überall in der EU, das jeweilige Zollamt des Bezirkes.

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