Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 388:

    Hallo Herr Schmickl,

    der Tipp mit dem Gartenhäcksler ist echt gut, aber wenn ich die Quitten davor weichkoche, wie lange muss ich diese Kochen und dann kann ich diese dann durch die gewöhnliche Obstmühle drehen?
    Den Ansatz für die Maische mache ich dann 1:1 mit Äpfeln oder haben Sie einen besseren Tipp für mich?
    Nochmals für alle Tipps und Hilfen vielen Dank.

    Gruß

    Manfred

    P.S. Ich bin für jeden Rezept-Tipp Dankbar und gebe auch gerne Tipps weiter.http://feelhawksspirit@web.de
    Tschau


    Manfred, Deutschland
    18.Okt.2002 14:18:11


      Die Quitten sollten 1 bis 2 Stunden köcheln (bis sie ganz braun und weich sind). Danach brauchen Sie diese nicht mehr durch die Obstmühle zu schicken, einfach nur noch zermatschen.
      Mir persönlich schmeckt der reine Quittenschnaps am besten, aber das ist reine Geschmacksache. Eine Mischung mit Äpfeln 1:1 ist sicherlich auch OK. Nur 'vermischen' Sie dann den Quittengeschmack.

    Eintrag Nr. 387:

    Hallo Herr Schmickl!

    Hab einen Kriecherl-Schnaps gebrannt. Hat ein deutliches Aroma nach Mandeln. Habe die Kerne mitgebrannt (aber beim Maischen darauf geachtet, dass keine kaputtgehen). Mandelgeschmack deutet ja auf Blausäure hin. Ist das nun bedenklich, oder darf man den trotzdem trinken? Wäre nämlich schade drum.
    LG
    Peter


    Peter, Ö
    18.Okt.2002 13:55:50


      Sie sollten beim Brennen nur ca. 10% der Kerne mit in den Kessel geben, es ist schade, wenn der Mandelgeschmack dann die Frucht übertönt. Wenn keine Kerne zerstört wurden, besteht gesundheitlich kein Bedenken.

    Eintrag Nr. 386:

    Ich habe letztes Jahr ein Apfelschnaps gebrannt. Heuer möchte ich gerne einen Quitten- und Mispelbrand herstellen. Was muss ich dabei im Vergleich zum Apfelbrand beachten?

    Karl Seydl, Innsbruck
    15.Okt.2002 22:16:21


      Quitten sind viel fester als Äpfel, Sie müssen unbedingt ausreichend Verflüssiger verwenden, zum Zerkleinern eignet sich am besten ein sauber geputzter Gartenhexler. PH-Wert kontrollieren. Bei den Mispeln sollte vor der Ernte der erste Frost abgewartet werden, dann sind sie schön weich und können gut verarbeitet werden.

    Eintrag Nr. 385:

    Sehr geehrter Herr Schmickl,
    ich suche jetzt schon seit 2 Std nach der Rechtslage für das Schnapsbrennen in Deutschland. Selbst Googlen hat mich nicht weitergebracht! Darf man Schnaps in D in geringen Mengen legal brennen oder nicht? Ich würde gerne eine Mini Schnapsdestille bauen mit einem Brennvolumen unter 0,5 l. Soll natürlich eher ein Dekostück sein,aber ist es erlaubt dieses zu betreiben und wann sind in Deutschland die Grenzen gesetzt? Wäre super wenn mir jemand helfen könnte!!!
    Vielen Dank schonmal,
    M. Deuchert


    Marco, Deutschland
    15.Okt.2002 18:28:57


      In Deutschland ist eine Brennanlage bis 0,5 Liter Kesselvolumen anmeldefrei. Damit können Sie tun was Sie wollen, sooft Sie wollen. Alle Größen darüber müssen beim Zoll registriert und jeder Brennvorgang gemeldet werden.

    Eintrag Nr. 384:

    Sehr geehrter Dr. Schmickl,
    Ich habe mir heute aus der Apotheke mal die Kitzinger-Reinzuchthefe besorgt... Ist zwar nicht die Turbohefe, aber egal, ich denke für den Anfang tut dies auch.
    Nehm ich für ein Fläschchen auch 8 Kilo Zucker mit 8 Liter Wasser zum Auflösen und dann später auf 25 Liter auffüllen oder liegen die Angaben da anders?
    Was passiert wenn ich die Angaben auf 5 Kilo Zucker und 5 Liter Wasser mit dem richtigen Mengenverhältnis zu den 25 Litern auffülle... quasi mehr Hefe in der Suppe ist, als eigentlich gebraucht...?
    Viele viele Fragen, ich weiß aber dumm sterben will ich eigentlich auch nicht....
    Freue mich schon auf ihre Antwort....
    Grüße
    schmittchen


    schmittchen, Deutschland
    14.Okt.2002 18:04:12


      Die 8kg Zucker in 25 Liter Wasser gelten nur für die Turbo, andere Hefen können so hohe Alkoholgrade nicht erzeugen. Bei handelsüblichen Hefen können Sie MAXIMAL mit ca. 12-14%vol rechnen (dann sterben die Hefe wegen dem Alkohol ab, sie vergiften sich quasi selbst), entsprechend ist der Zucker zu reduzieren. Zusätzlich sollten bei diesen Hefen auch Nährsalze zugegeben werden, da es sonst zu Mangelerscheinungen kommt, was wiederum die Ausbeute verringert.
      Mehr Hefe in der Suppe - wie Sie so schön sagen - nützt nichts. Hefen gibt man anfangs zwar zu, sie vermehren sich dann aber von selbst weiter. Mehr Hefe bedeutet nicht mehr Alkohol, es kommt auf die Art der Hefe an.

    Eintrag Nr. 383:

    Sehr geehrter Dr. Schmickl,
    Bin gerade bei Eintrag NR. 142 als die nächste Frage aufkommt...
    Ich wollte mir eine kleine Destillation aus einem alten Flötenkessel und Schlauchmaterialien (evtl. ausm Laborbedarf) zusammenbauen. Das Thermostat vielleicht in den Deckel einarbeiten oder in die Nähe vom Abgang (Ausguss - der sollte dann wahrscheinlich nicht zu tief im Kessel anfangen)...
    Könnte das klappen oder muß ich auf Kupferrohr umsteigen?
    Das Wasser + Zucker + Turbohefegemisch mit einem Gährspund in einen handelsüblichen sauberen Kanister? (Kunststoff)
    Oder lieber z.B. in einen Sauerkrauttopf mit Deckel und Wasserschleuse?
    Ansonsten muß ich mir Gedanken machen, wo ich Glasgefäße mir dem ausreichenden Volumen herbekomme...
    Grüße
    schmittchen


    schmittchen, Deutschland
    13.Okt.2002 23:06:06


      Achten Sei bei Schlauchmaterialen darauf, daß alle Teile, die mit Alkohol in Berührung kommen, nur aus Silikon sind, andernfalls haben Sie Gummischnaps. Thermometer dort einbauen, wo der DAMPF die höchste Stelle in der Anlage passiert. Kupfer ist nicht notwendig, das Material sollte hitzebeständig und lebensmittelecht sein.
      Die Gärung Wasser + Zucker + Turbo einfach in einem handelsüblichen Kanister mit Gärspund, richig.

    Eintrag Nr. 382:

    Hallo
    Ich habe mich bisher bis zum Eintrag 111 vorgearbeitet... Meine bisher aufgekommene Frage zum Thema: Wasser, Zucker und Turbohefe ist bereits dahingehend beantwortet, daß kein Methanol entsteht... Wenn ich jetzt diesen fertigen Alkohol zum Ansetzen mit z.B. Schlehen benutze, kann mir dann (noch) Methanol (durch Stiele u.ä.) entstehen?
    Wenn ich den fertigen Angesetzten stehen lasse, verfliegt mir dann etwas? (Aroma o.ä.)
    Ich habe mal Aufgesetzten mit Korn und Erdbeeren gemacht... Der frische Erdbeerkorn hat noch sehr lecker geschmeckt... nach ca. 3/4 Jahr Standruhe hat der Erdbeerkorn dann mehr nach Schnaps geschmeckt (der schöne Erdbeergeschmack war zu 50% weg... sehr schade)
    Welche Gradzahl (von/bis) muß ich dann beim Destillieren einhalten?
    Ihr Buch habe ich bisher noch nicht gelesen, werde dies aber bald nachholen...
    Ich freue mich schon auf ihre Antwort...
    Grüße
    schmittchen


    Schmitt, Deutschland
    13.Okt.2002 22:28:16


      Die fertige Zucker-Wasser-Turbo 'Maische' müssen Sie zuerst destillieren. Wenn Sie das Destillat zum Ansetzen verwenden, kann durch Stiele o.ä. kein Methanol mehr entstehen. Methanol und Vorlauf entstehen immer nur während der Vergärung, beim Ansetzen findet kein Gärprozeß statt.
      Den Ansatz in einem geschlossenen Gefäß stehen lassen, es entstehen keinerlei Gärgase, daher immer dicht verschließen.
      Ansatz Erdbeer Korn: wenn Beeren länger als ca. 8 Wochen im Alkohol bleiben, machen die kleinen Kerne den guten Geschmack zunichte, daher die Früchte danach herausnehmen, ohne Früchte hält sich der Angesetzte natürlich.
      Beim Destillieren kommt bei einer 20%vol Maische der erste Tropfen etwa bei 80,5 °C (haben Sie einen niedrigeren Alkoholgehalt, kommt der erste Tropfen später und umgekehrt), danach steigt die Dampftemperatur langsam an, weil der Wassergehalt im Kessel immer mehr zunimmt. Der Nachlauf beginnt immer bei 91°C.

    Eintrag Nr. 381:

    Hallo
    Ich habe eine Apfelmeische angesetzt mit Zucker.
    Nach 2 Wochen kann ich mit dem Alkoholometer keine
    Prozente mssen die Meische gärt noch.
    Was ist falsch gelaufen ?


    Achim, Deutschland
    13.Okt.2002 21:59:48


      Die Maische können Sie niemals mit den Alkoholometer messen, dieses funktioniert nur bei reinen Destillaten, weil jede gelöste Substanz (also auch Fruchtzucker) das Ergebnis erheblich verfälscht. Verwenden Sie für die Maische ein Vinometer, dann klappt's!

    Eintrag Nr. 380:

    Hallo Leute,

    ich hätte gerne mal einen Tipp bekommen wie ich am besten und leichtesten Quitten zerkleinern kann, eventuell mit einer Obstmühle wie Äpfel??
    Bin dankbar für jeden Tipp und Rezepturen in der Mischung Äpfel/Quitten oder guter Östereichischer Apfelmost.
    Ansonsten absolut geile Homepage.

    Beste Grüße aus dem wunderschönen Waldalgesheim

    Manfred


    Manfred Wenzel, Deutschland
    12.Okt.2002 20:36:01


      Quitten zerkleinert man am besten mit einem Gartenhexler. Das Geräte jedoch vorher gut von Gras- und Astresten reinigen, damit keinesfalls holzige Teile in die Maische kommen.
      Tipp von einem Seminarteilnehmer: Quitten vor dem Einmaischen weich kochen, dann erst einmaischen, der Geschmack soll besser als bei roh vermaischten Quitten werden.

    Eintrag Nr. 379:

    sg. hr. dr. schmickl!!

    ich habe jetzt birnen und zwetschken eingemeischt, jedoch bedingt durch die kalten temperaturen beginnt die gärung nur sehr zAGHAFT!
    habe mir jetzt eine kaltgärhefe bestellt. jedoch weiss ich nicht, ob es noch einen sinn hat die hefe einzurühren!! die fässer sind schon ca.10 tage gefüllt!
    mit dank im voraus klee


    klee, österreich
    10.Okt.2002 10:17:21


      Überprüfen Sie unbedingt, ob bereits erste Anzeichen von Schimmel vorhanden sind. Schmeckt die Maische sauer? Sollte alles in Ordnung sein, können Sie problemlos die neue Hefe zugeben. Aber nur unter der Bedingung, daß noch kein Alkohol entstanden ist. Ist dies der Fall, müssen Sie die Hefe mit Hilfe eines Gärstarters zugeben.
      Ob Sie nun Kaltgärhefe verwenden oder nicht, die Temperatur sollte keinesfalls unter 15°C liegen, anderfalls dauert die Gärung ewig und das Ergebnis ist auch nicht befriedigend.

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