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Eintrag Nr. 3351 von 3822:
Sehr geehrter Herr Schmickl,
gestern habe ich 9 Liter Met gebrannt, die Ausbeute ließ allerdings zu wünschen übrig: 800ml, 32%vol.
Nun habe ich den Verdacht, daß aufgrund einer zu geringen Hefezugabe, die Hefe zuviel Zucker bei der Vermehrung verbraucht hat und somit nicht genug zur Alkoholproduktion da war. Ist das möglich?
Insgesamt habe ich zwei 200l-Fässer mit je 135l Honig-Wasser-Gemisch (1:2), mit jeweils einem Päckchen Turbohefe vergären lassen. Die Gärung war sehr gut in Gange und nach 4 Wochen vorbei. Beim öffnen des Fasses schlug mir ein scharfer Dunst entgegen und der Met schmeckte aromatisch und lecker. Den Met habe ich 2 Monate vor dem ersten Brand stehen gelassen.
Was habe ich falsch gemacht, es hat sich anscheinend nicht genug Alkohol gebildet?
Vielen Dank für die Beantwortung und freundliche
Grüße sendet Andreas
Andreas, Hinten Links
17.Nov.2009 10:56:07
Annahme: Honig hat 70% Zucker. Mit einer 1:2 Verdünnung ergibt sich mit dem Zucker-Alkohol-Rechner ein Alkoholgehalt von 13%vol in der Maische. Ihre angegebene Destillatmenge ergibt jedoch nur ca. 2,8%vol in der Maische (800*32/9000), ohne Berücksichtigung des Alkohols im Nachlauf. Dass Sie nicht versehentlich die Destillation zu früh beendet haben, zeigt der geringe Alkoholgehalt vom Destillat. Bei 13%vol ergibt sich bei einer pot-Still ca. 52%vol im Destillat, wird zu früh abgebrochen ist der Alkoholgehalt wesentlich höher.
Fazit: die Gärung hat nicht optimal funktioniert, das kann mehrere Ursachen haben, z.B. Gärtemperatur zu kalt oder warm, Rechnungs-/Verdünnngsfehler usw. Jedenfalls nicht wegen zu geringer Hefezugabe. Zwar benötigt die Hefe zum Wachsen auch Zucker, das stimmt schon, aber der Verbrauch ist im Zucker-Alkohol-Rechner bereits berücksichtigt, weil die Berechnung auf empirisch ermittelte Daten beruht, nicht auf eine stöchiometrische Umsetzung (aus jedem mol Zucker entstehen 2 mol Ethanol, Zucker wird zu 100% umgewandelt). Außerdem haben Sie in etwa soviel Hefe eingesetzt wie bei hochgradigen Fruchtmaischen, auch bei diesen sind keine Verluste (abweichend vom Zucker-Alkohol-Rechner) wegen der Vermehrung zu bemerken.
Wenn der Met gut schmeckt ist das meist gleich bedeutend mit "süß", d.h. es wurde ein beträchtlicher Zuckeranteil nicht vergoren. Hätte die Hefe den Zucker aufgebraucht wegen der Vermehrung, wäre dies nicht der Fall.
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