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Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

BloßNichtTrinken am 01.07.2018 20:09:04 | Region: Aachen
Hallo liebe Forumteilnehmer,

gestern kam ein Nachbar zu mir und meinte seine Kirschen wären ja jetzt Vollreif. Ob ich nicht Lust hätte, etwas daraus zu machen. Ok, so gab er mir ca 14 Kilo, wovon ich erstmal 3 Kilo für einen Ansatz verwendet habe.

Heute dann haben meine Frau und ich die restlichen guten Kirschen aussortiert, um davon eine Maische anzusetzen. Das wurde auch allerhöchste Zeit, da innerhalb von 24 Stunden einigen Kirschen ein Schimmel befiel. Gut, ich denke, wir waren beim Aussortieren ordentlich genug und hatten dann am Ende so ca. 9 Kg gewaschene und entstielte Kirschen.

Jetzt hatte ich überlegt. Soll ich jetzt die Arauner Kitzinger Reinzuchthefe (Portwein) nehmen? Haltbarkeit bis Okt. 2018, oder doch lieber ein Säckchen Turbohefe? Diese ist allerdings schon ein Jahr drüber. Die Resultate meiner letzten Maischen mit Turbohefe waren eher mittelmäßig. Die Hefe überlagert die Aromen doch recht heftig im Endresultat. So nahm ich das Fläschchen Portwein-Hefe, und gab es eine kleine Schüssel mit naturtrüben Apfelsaft. Leider steht in der Beschreibung nicht, wie lange das so braucht. Eine Bläschenbildung kam auch nach mehreren Stunden nicht zustande. Nun ja die Maische musste ich wohl ansetzen, sonst faulen mir die Kirschen weg. Ich hatte davor noch nicht gelesen, dass man die Kirschen ja auch einfrieren kann. Auf die Idee war ich auch noch nicht gekommen. Hmm ok, zu früh gemanscht. Also Hefenährsalz, Mostmilchsäure und Anti-Gelier-Mittel sind nach den Mengenangaben auf dem Beipackzettel der Hefe mit im Fass. PH-Wert scheint sauer genug zu sein. Zumindest, wenn ich dem PH-Streifen 2.0-7.0 mit dem roten Kirschsaft überhaupt glauben kann. Hab noch Papierstreifen von 1-11, aber die sagen genauso wenig aus. Andere Mittel habe ich nicht. Eine Oechlewaage auch nicht. Also habe ich der Maische erst mal 1 kg Zucker in einem Liter warmen Wasser aufgelöst hinzugefügt und eben nach ein paar Stunden, trotz nicht vorhandener Bläschen im Hefeansatz, diesen auch hinzugefügt, in der Hoffnung, dass der Gärprozess schon noch anspringt. Das Fass steht jetzt im Keller bei konstanten 20°C Raumtemperatur.

Jetzt meine Frage, wie im Titel: Klappt das überhaupt? Wird das was? Oder sollte ich lieber die ganze Maische in den Gefrierschrank packen, um einen besseren Hefe-Ansatz hinzukriegen? Lieber doch Turbohefe nehmen? Ich hab Schiss, dass mir die Mansche "umkippt", bevor der Gärprozess richtig losgeht.

Ach ja, ich hab auch ein Buch gelesen. Das ändert aber nichts daran, dass das hier meine ersten Gehversuche sind, Früchte zu vermaischen. Möchte gern Fehler vermeiden, auch wenn ich das Gefühl habe, bereits schon wieder einige gemacht zu haben.

Könnt ihr mir helfen?

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

baerbeli am 02.07.2018 07:40:58 | Region: Mosel
Moin,

du hast alles richtig gemacht. Wenn man die Reinzuchthefe "pur" hineingibt, dauert es bis zum Beginn der Gärung bei 20-25 Grad ca. drei Tage. Wenn man die Hefe vorher anfüttert in Apfelsaft, muss man ebenfalls 2-3 Tage warten, bis der Apfelsaft blubbert, und dann erst gibt man es in die Maische. Da warst du zu schnell. Und nicht im Schüsselchen anfüttern, sondern in einer Flasche und diese mit einem Wattepfropf verschließen. Das Fass mit Gärverschluss verschließen.
In zwei Tagen blubbert es.
der hans vom baerbeli

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

BloßNichtTrinken am 02.07.2018 10:49:22 | Region: Aachen
Hallo, Ihr Lieben,

Nun, dann möchte ich mal hoffen, dass ihr Recht habt.

Ich habe noch ein zweites Fläschchen Portwein-Hefe. Dass wollte ich eigentlich für die Brombeeren aufbewahren, welche hier in Fülle wachsen. Vielleicht sollte ich es ansetzen, falls das doch nix wird, aber Hey! Ihr habt Erfahrung, ihr sagt, das klappt schon. Ich will euch glauben. Abwarten. Ich hoffe, die Maische ist sauer genug, damit nichts passiert.

In ein paar Wochen kann ich dann Holunder pflücken. Der wächst neben meiner Einfahrt. Da werde ich dann schön immer ein paar Dunkle pflücken und einfrieren. Wenn ich dann genug habe, taue ich die auf, und mach dann damit was. Ja, und dann kommen ja schon bald die Brombeeren. Ich wohne neben einer Eisenbahnstrecke. Die gibt es hier satt! Könnte locker 150 Kilo ernten, ohne mich einmal zu piksen.

Aber noch mal zur Hefe. Ich habe noch 4 Pullen hier. Zweimal "Malaga", einmal "Bordeaux" und einmal "Portwein". "Malaga" ist seit Okt ´17 abgelaufen. "Bordeaux" seit April ´18. Im Beipackzettel steht, man soll für Brombeeren "Bordeaux" nehmen und für Holunder "Portwein". Meint ihr, ich kann das trotzdem versuchen, oder soll ich mir neue Hefe besorgen? Und Wieviel Gramm ist eine Dolde Holunder? Fragen über Fragen !!! Und was mache ich jetzt mit den Flaschen "Malaga"?

Boah ich hab euch echt mal nötig! Das sagt mir doch kein Buch! Bin echt froh, dass es Leute, wie euch gibt!

Übrigens sieht die Seite im Edge-Browser schrecklich aus.

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

Helge Schmickl am 03.07.2018 09:52:57 | Region: klgft
Könnten Sie mir einen screenshot schicken, was im Edge-Browser schrecklich aussieht? Bei mir ist alles normal.

mfg schmickl

Browser-Ansicht der Bücherseite im Edge-Browser

BloßNichtTrinken am 03.07.2018 08:34:00 | Region: Aachen
So hab mich nochmal durchgeklickt. Das scheint nur auf der Bücherseite so zu sein. Ich bin da schon etwas länger raus aus dem Thema, aber es muss irgendwas mit der Tabellenbreite des Textes in der Mitte zu tun haben. Der Googlebrowser setzt das richtig um. Microsoft hat da wieder mal Extrawünsche.

Browser-Ansicht der Bücherseite im Edge-Browser

Schmickl am 03.07.2018 09:17:45 | Region: Kärnten
Siehe screenshots, bei mir wird auch im Edge die Seite ganz normal angezeigt, verwende Windows 10 und

Microsoft Edge 42.17134.1.0
Microsoft EdgeHTML 17.17134
copyright 2018 Microsoft



Browser-Ansicht der Bücherseite im Edge-Browser

BloßNichtTrinken am 03.07.2018 10:32:52 | Region: Aachen
Ich verwende Win7. Vielleicht liegts daran.

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

baerbeli am 03.07.2018 01:57:09 | Region: Mosel
Hallo again!

Wenn du die abgelaufene Flüssighefe vorher zwei Tage lang in einem halben Liter Apfelsaft vermehrst ( Flasche mit Wattepropfen) und es blubbert, kannst du sie bedenkenlos verwenden. Aber bitte die Maische erst dann ansetzen, wenn die Hefe soweit ist. Die Hefen immer dunkel aufbewahren und bei Kellertemperatur.
Welche Hefe du nimmst, ist pupsegal. Arauner macht nur Vorschläge, an die ich mich zwar in der Regel auch halte, aber verwenden kannst du Hefe jeden Typs. Hefenährsalz ect. nicht vergessen. Bei überreifen Früchten die Maische schon bei der Hefezugabe etwas schwefeln. ( Keine Sorge, niemand stirbt, jeder Wein ist geschwefelt.)
Portweinhefe macht keinen Portweingeschmack, Malaga keinen Malagageschmack usw. Kannst du bedenkenlos in alles hineinkippen. Arauner gibt nur die Erfahrungen weiter, was sie für das Beste halten. Wenn man sich daran hält, wird das Ergebnis vielleicht besser, abgerundeter. Muss aber nicht, weil beim Gären viele andere Faktoren eine Rolle spielen.
der hans vom baerbeli

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

Mike am 03.07.2018 09:31:16 | Region: Irgendwo
Hallo Baerbeli,

"Wenn man die Reinzuchthefe "pur" hineingibt, dauert es bis zum Beginn der Gärung bei 20-25 Grad ca. drei Tage. Wenn man die Hefe vorher anfüttert in Apfelsaft, muss man ebenfalls 2-3 Tage warten, bis der Apfelsaft blubbert, und dann erst gibt man es in die Maische."

Was meinst Du mit "pur"? Ich verwende meistens die Arauner Universal-Trockenhefe. Die Gärung beginnt im Starter in der Regel innerhalb von Stunden. Gebe ich den Starter nach 12-24 Stunden zur Maische, geht das eigentlich sofort weiter (Nährsalz gebe ich in die Maische).

Gerade gestern habe ich einen Starter mit einer ziemlich alten Packung Gärfix gemacht. Darin ist neben der Hefe auch Pektinase enthalten, aber keine Nährsalze. Auch hier ging es eigentlich sofort los. Die Maische (Mirabelle) hat bei aktuell 24 Grad auch mehr oder weniger sofort losgelegt und nach 24 Stunden bereits ein schönes Gäraroma.

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

baerbeli am 03.07.2018 01:44:06 | Region: Mosel
Mike,
ich nehme immer Flüssighefe, nie Trockenhefe. "Pur" bedeutet "ohne Anfüttern". Mit Trockenhefen habe ich nur beim Brotbacken Erfahrung.
der hans vom baerbeli

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

Mike am 04.07.2018 08:19:09 | Region: Irgendwo
Hallo Barbeli,

"Ich nehme immer Flüssighefe, nie Trockenhefe."

ok, das mag den Unterschied erklären. Hat es einen bestimmen Grund, dass Du Flüssighefe bevorzugst? Sie ist ja deutlich teurer. Ich habe schon in anderen Foren gelesen, dass sie wohl nicht so stabil sein soll. Beim Brotbacken bin ich schon lange auf Trockenhefe umgestiegen. Wird praktisch nie schlecht und arbeitet absolut zuverlässig.

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

baerbeli am 04.07.2018 02:00:59 | Region: Mosel
Moin,
zuerst einmal: Ich bin in der glücklichen Lage, nicht überlegen zu müssen, ob ich 3 oder 6 Euro ausgebe. In diesen Bereichen interessiert mich der Preis nicht, sondern nur meine persönlichen Vorlieben. Ich mache seit langer Zeit Weine aus verschiedenen Früchten, auch aus Trauben vom Hausstock, die ich immer mit Flüssighefen ansetze. Da habe ich eine große Vielfalt und immer beste Ergebnisse. Kühl und dunkel gelagert, halten sie auch über das Verfallsdatum hinaus.
Trockenhefe kann man vielleicht länger lagern, aber mir sind die Weine auch mit weit überlagerten Flüssighefen gelungen. Ein Fläschchen ist für 25 Liter, meine Glasflaschen sind 28 Liter groß. So passt alles. Und meine Rezepte sind alle für 25 Liter gerechnet.
Ich kenne die Firma, von der ich meine Flüssighefen beziehe, kenne deren labor und die Produktion, kann m.E. darauf vertrauen, dass ich keinen Mist angedreht bekomme. Das sind so persönliche Entscheidungen. Ich kaufe mit jedem Fläschchen auch die Erfahrung von 100 Jahren.
Das kann man von manchen Trockenhefeverkäufern nicht sagen.
Warum trinkt der eine KÖPI, der andere WARSTEINER? Weiß man es? Manche Dinge sind auch nicht erklärbar.
der hans vom heferesistenten baerbeli

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

aragones am 02.07.2018 08:16:05 | Region: Musterländle
.. mein Rat .. abwarten und " NurnichtTeetrinken " Geduld ist die höchste Tugend in dem Hobby...
ich habe bisher immer nur Prestige Obstschnapshefe für Fruchtmaischen verwendet... aber die haben immer erst nach ein paar Tagen angefangen zu blubbern....
wird schon werden ....

Gruß Aragones

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

Speedy am 02.07.2018 10:05:08 | Region: im Brennkessel
Genau, einfach warten und Gären lassen.
Ich kenne das, ist mir nicht nur einmal so passiert.
Man bekommt schnell noch ein paar überreife Kirschen und hat aber noch keinen Gärstarter fertig.
Auch der Schimmel ist dann meist sehr schnell nach 24Std da (auch schon erlebt, aber trotzdem verarbeitet).
Normal setzt sich dann meist die Wilde Hefe durch und man bekommt eine Wilde Gärung, weil die Reinzuchthefen in den Fläschchen einfach immer sehr lange brauchen um in Schwung zu kommen (oder garnicht erst anfangen).
Genau wie es baerbeli sagt...
Ist aber kein Beinbruch, auch eine Wilde Gärung kann erstklassig werden.

Ich für meinen Teil bin schon lange auf Trockenhefe umgestiegen weil sie einfach zuverlässiger und vieel schneller in Gang kommt (gibts auch von Arauner im gelben Tütchen).
Ideal wenns doch mal schnell gehen muss und der Gärstarter schon sichtbar nach einer halben bis Stunde im vollen Gange ist. Man sieht und riecht es dann recht schnell ob mit der Hefe alles iO ist.

Lies dir mal beim Fruchtweinkeller das Kapititel " Die Hefe" durch.
Flüssighefen sind nicht selten kontaminiert... lesen!

Mach nächstes mal einfach über 24Std einen Gärstarter mit Trockenhefe und du bist auf der sicheren Seite.
Wenns schnell gehen muss reicht nach dem rehydrieren auch ne Stunde damit man sieht das mit der Hefe alles iO, und dann ab in den großen Teich.
Mit Trockenhefe hatte ich noch nie Probleme, bei Flüssighefe hingegen schon und es dauert ewig bis sie in Schwung kommt.









RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

BloßNichtTrinken am 03.07.2018 08:56:34 | Region: Aachen
Ich antworte jetzt einfach mal auf den untersten Beitrag. Ist ja schade, dass diese Baumstruktur von früher nicht mehr vorhanden ist. Die Übersichtlichkeit hat durch das Relaunch der Seite doch arg gelitten. (Nur mal so nebenbei) ;)

Aber zurück zum Thema:
Vielen Dank, dass ihr euch alle hier die Zeit nehmt, und meine Fragen so ausführlich beantwortet. Das finde ich echt nett!

Also eigentlich steht die Hefe jetzt schon ein paar Monate lang im Keller bei im Winter 14, im Sommer 20°C in einer Schublade. Also Dunkel. Ich könnte also versuchen, einfach mal die abgelaufene Malaga-Hefe zur Vermehrung anzusetzen, um zu sehen, ob sie noch funktioniert. Das wüsste ich ja spätestens nach 3 Tagen, oder? Wie lange würde die sich denn dann in der Flasche halten, bevor ich sie zwingend einsetzen muss? Geht die dann kaputt, wenn die nichts mehr zu verarbeiten hat? Muss ich die evtl. weiterfüttern? Ich weiß das ehrlich gesagt gar nicht.

Ach Speedy: Ich besorge mir mal diese Trockenhefe. Ich denke mal, die hält sich auch länger, was? Ich habe es halt noch nie mit der Reinzuchthefe versucht. Ich hoffe mal, dass es spätestens morgen losgeht mit dem Blubbern, sonst muss ich mir echt was einfallen lassen.

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

Speedy am 04.07.2018 12:49:17 | Region: im Brennkessel
Das MHD wird gleich sein, und es ist alles Reinzuchthefe, egal ob trocken oder flüssig.
Wenn du länger lagern möchtest kannst du Hefe auch einfrieren, wie das geht steht alles im Fruchtweinkeller beschrieben.

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

Mike am 04.07.2018 04:24:07 | Region: Irgendwo
Wenn Du einen Gärstarter mit 0,5 bis 1 Liter ansetzt und Hefe für 25 Liter reinhaust, hat die den Zucker sehr schnell abgebaut. Sie muss nicht unbedingt absterben. Aber es ist eher keine gute Idee, eine ruhende Hefe zur Maische zu geben. Wenn der Starter gut gärt, ist er auch reif für die Maische. Das ist wie beim Brotbacken. Du kannst ein Brot auch nicht ewig gehen lassen. Hefen sind aber extrem robust. Du kannst sie einfrieren und trocknen, sie kommen doch wieder zum Leben. Tolle Sache! Bei 25 kg mühsam geernteten Früchten wäre ich aber eher konservativ.

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

BloßNichtTrinken am 05.07.2018 11:08:43 | Region: Aachen
Vielen Dank für eure lieben Ratschläge!
Also Hefe habe ich jetzt noch mal in der Flasche angesetzt. Hab eine von den abgelaufenen Malaga-Fläschchen genommen. Hab nach 24 Stunden eine kleine Schicht Bläschen in einer 0,5l-Flasche, welche zu Hälfte mit naturtrüben Apfelsaft gefüllt wurde. Mal sehen. Ich guck mal, wie das morgen Früh aussieht. Habe das Maische-Fass mal geöffnet, um zu sehen, obs evtl. umgekippt ist. Der Gärspund bewegt sich nämlich immer noch nicht. Hab mal PH gemessen. Echt schwierig abzulesen mit der roten Farbe. Aber die Maische riecht nach Klebstoff, so Uhu-Mässig. Sie hatte eine etwa 8mm dicke festere Schicht an der Oberfläche. Hab jetzt alles mal gerührt und PH gemessen. Also ich schätze, da gärt schon was, aber am Gärspund sehe ich das nicht. Befinde mich aber auch nicht die ganze Zeit über im Keller. Muss, wenn dann schon sehr langsam gehen.
Wenn der Starter jetzt besser läuft, kann ich den doch bedenkenlos noch mit in die Maische geben, oder?

RE: Wird das überhaupt etwas? Kirschmaische

Speedy am 06.07.2018 11:25:19 | Region: im Brennkessel
Fruchtweinkeller--> Weinfehler und Krankheiten--> lesen

Und das das was wird...

BloßNichtTrinken am 26.08.2018 09:00:28 | Region: Aachen

Also nach über 7 Wochen ist klar. Mein Kirschwein ist definitiv was geworden. Jetzt frage ich mich nur noch.. Und jetzt?

Ich denke, der Gärprozess ist jetzt nahezu abgeschlossen. Der Gärspund hüpft so gut, wie gar nicht mehr. Der Saft schmeckt köstlich nach Wein. Er prickelt sogar noch ein wenig. Soll ich den jetzt einfach abfiltern und ich Flaschen füllen, oder muss ich zwingend noch etwas beachten? Ich habe vor, den größten Anteil als Wein zu verkosten und den Rest mit den Früchten und ohne die Kerne 2 mal zu brennen. Wird nicht viel bei rumkommen, aber bestimmt interessant sein.