Diskussion zum Schnapsbrennen



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Fragen zur Sektherstellung
von: Jorge Washington am 06.Jan.2012 17:46:30
Region: Schwabenland (Deutschland)

Hallo, ich interessiere mich für das Thema der Sektherstellung. Im Grunde hab ich es auch verstanden. Meines Wissens nach muss man nen Wein nehmen, Zucker Hefe zugeben, die Flasche zumachen, für ein paar Wochen jeden Tag ein wenig Schütteln, dann auf den Kopf drehen, damit sich die Hefe absetzt, den Sekt kaltmachen, die Flasche aufmachen, damit man den Hefetropf da entfernen kann und dann nach belieben süßen und dann ist des eigentlich fertig. Richtig so ?
Hab mein Wissen größtenteils aus einem Beitrag hier im Forum (http://www.schnapsbrennen.at/rezepte/20051208205635-01.html).
Jetzt hab ich noch ein paar Fragen.
- Ich kann doch einfach nen Weißwein, den man hier im Laden kaufen kann nehmen oder ?
- Kann ich die Flasche normal mit nem Drehverschluss (also normaler Flaschendeckel) zu machen oder muss ich da auf etwas spezielles achten ?
- Muss die Flasche Luft haben ? Oder kann die Voll sein (die Weinflasche einfach nehemen)
- Von wo bekomm ich so gute Hefe, kann ich auch normale Hefe nehemn wie z.b. zum Pizzateig ?
- Welches verhältniss muss Zucker-Hefe sein ?
- Da entsteht ja CO2, was ja den Sekt zum blubbern bringt. Hält eine normale Weinflasche den Druck aus ?
- Wenn cih den Sekt gefrieren lass, um den Absatz rauszubekommen, gibts doch auch extreme Explosionsgefahr oder ?

Sind dann doch ziemlich viele Fragen geworden, aber ich hoff ihr könnt mir trotzdem helfen.
Vielen Dank, Jorge Washington
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 RE: Fragen zur Sektherstellung
von: Michel am 08.Jan.2012 11:18:24
Region: Eifel Ardennen

Hallo Jorge,

dieses Forum heißt "Schnapsbrennen", solltest Du dazu Fragen haben, bist Du hier richtig.

Gruß

Michel
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 RE: Fragen zur Sektherstellung
von: Sergey Fährlich am 08.Jan.2012 11:58:30
Region: Eurasien

He Jorge,

sei vorsichtig bei diesen Experimenten! Benutze nur Sektflaschen, denn nur diese sind für die auftretenden Drücke geeignet (bis 10 bar!). Weinflaschen fliegen Dir um die Ohren. Dementsprechend benötigst Du auch fest sitzende und extra zu sichernde Stopfen - Sektkorken halt.

Ansonsten habe ich mit Sekt keine Erfahrungen, ich glaube allerdings nicht, dass gekaufter Wein funktionieren wird. In diesem wurden alle "Lebewesen" abgetötet ("geschwefelt"), so dass die Hefe vermutlich auch nicht leben kann ...

Backhefe ist übrigens auch nur zweite (oder gar dritte) Wahl. Wie bei Hunden oder auch Menschen gibt es verschieden Rassen, und Backhefe erzeugt eben nicht nur Ethanol, sondern einen hohen Anteil sog. Fuselöle. Also eher nix zum Trinken - vom Geschmack ganz zu schweigen.

Grüße, S.F.
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 RE: Fragen zur Sektherstellung
von: Brennesel am 08.Jan.2012 13:07:42
Region: Bayerischer Wald

Hab auch vor zwei Jahren begonnen Sekt herzustellen, der von dir angesprochene Beitrag hat mir dazu gut geholfen und ich hab schon gut trinkbares zustandebekommen. Die große Schwierigkeit ist nach meiner Erfahrung das "von der Hefe nehmen". Da brauchts Übung und Geschick. Die tägliche Schüttelei und Drehung kannst die sparen, ich mach das nur ab und zu. Zum Schluss muss halt die Hefe im Flaschenhals sein.
Nun zu deinen Fragen:

ad 1: gekaufter Weißwein kann evtl. funkionieren, ich glaubs aber eher nicht. Wird schwer den den so ohne weiteres wieder zum Gären zu bringen; eigentlich sind alle gekauften Weine geschwefelt, und das macht das ganze etwas schwieriger. Probiers lieber mit was Selbstvergorenem, ich hab z.B. gute Erfahrungen mit Himbeeren gemacht.
ad 2,6 und 7: Man sollte schon echte Sektflaschen nehmen. Ich hab mir welche zugelegt, die ich immer wieder verwende. Dazu ein Verschlussgerät für Kronkorken und "echte" Sektkorken und Drahtbügel für die abschliesende Verkorkung nach dem Degrogieren. Wie willst du denn den Sekt von der Hefe nehmen mit einer Drehverschlussflasche? Kann mir nicht Vorsellen, dass das funktioniert. Zudem fliegen dir die Flaschen um die Ohren. Ich hab schon eine Art Apfel-Sekt in PET-Wasserflaschen gären lassen, mit der Absicht ihn nicht von der Hefe zu nehmen, sondern dann einfach trüb zu trinken. Funktioniert grundsätzlich schon, die Flaschen blähen sich schön auf, und die ein oder andere überlebts eben nicht und macht bei ihrem Abgang eine schöne Sauerei.
ad 3: ich lass immer 2 bis 3 cm Luft im Flaschenhals.
ad 4: Es gibt extra Sekthefe, Sherry-Reinzuchthefe hat aber bei mir auch schon funktioniert. Backehefe wird kaum funktionieren, die ist nicht genug alkoholresistent und du bringst damit deshalb den Grundwein nicht mehr zum gären.
ad 5: ca. 30g pro Liter Grundwein. Hefemenge ist eher nebensächlich, da reichen kleine Mengen.

Ich machs immer so: Mit Sekt- oder Sherryhefe einen Gärstarter ansetzen und auf ein paar Prozent aufgären lassen. Das mach ich, damit sich die Hefe an den Alkohol gewöhnt, und bei Zugabe in den Grundwein überlebt. Dann den geklärten Grundwein in einem Maischefass entsprechend aufzuckern und den Gärstarter dazu. Wenn ich mir nach etwa einem Tag sicher bin, dass der Grundwein gärt, wird in die Sektflaschen abgefüllt und mit Kronkorken verschlossen. Die Flaschen werden auf den Kopf gestellt und ab und zu gerüttelt, so dass sich das Hefedepot im Flaschenhals ansammelt. Das ganz bleibt dann ein paar Monate so stehen, evtl. auch ein ganzes Jahr, je nach dem wie ich Zeit und Lust hab. Dann kommt der schwierigste Teil: Von der Hefe nehmen. Traditionell wird der Flaschenhals angefroren, so dass das Hefedepot einen Eispfropfen bildet. Das funktioiert recht gut in der Tiefkühltruhe. Dann wird (nur im Freien!!!) die Flasche schräg nach unten gehalten und der Kronkorken schnell weggeschossen (z.B. mit Feuerzeug oder Zollstock), so dass der gefrorene Hefepfropf aus der Flasche schiest. Die Flasche wird dann schnell mit dem Daumen verschlossen, vorsichtig aufgerichtet, mit Sirup oder ähnlichem nachgesüsst, aufgefüllt und mit Sektkorken und Drahtbügel verschlossen. Dann wieder ein paar Wochen stehenlassen. dann ist er trinkfertig.
Soweit zur Theorie des "von der Hefe nehmens". Ich habs auch schon so gemacht, war eine riesen Sauerei, und die Hälfte des Sekts hat sich in der weitern Umgebung verteilt. Mittlerweile friere ich die Flaschenhälse nicht mehr an. Lässt man die Flaschen lange genugt auf dem Kopf stehen, so bildet sich ein sehr stabiles Depot unter dem Deckel. Ich dreh die Flasche dann vorsichtig um, mach den Deckel ab und wische den Hals schnell mit einem Stück Küchenrolle aus. Vorteil: Ich verliehre keinen Sekt. Kleiner Nachteil: Der Sekt ist nicht absolut glasklar, da ich nicht absolut alle Trübstoffe rauskriege, das stört mich aber nicht.

Wenn ich deine Fragen so lese, solltest du vielleicht erst mal versuchen, vernünftige, trinkbare Weine herzustellen. Wenn dir das gelingt, kannst es ja mal mit Sekt versuchen.

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 RE: Fragen zur Sektherstellung
von: Heiner am 08.Jan.2012 17:53:27
Region: deutschland

Zuerst brauchst du spezielle Sektflaschen, die für Flaschengärung geeignet sind.
Diese sind dickwandig und damit schwerer als normale Sektflaschen.
Der Korken muß mit Drahtkorb gesichert werden, um den Druck auszuhalten.
Der Wein muß absolut klar sein, damit der fertige Sekt später nicht nachgärt.
Benötigt wird außerdem spezielle Sekthefe.
Die Zuckermenge richtet sich nach dem Alkohlgehalt,
der Hefe und dem gewünschtem Druck.
Ansonsten ist das äußerst schwierig aber machbar.
Du wirst mehrere Versuche machen müssen.
Also alle Werte genau in einem Protokoll festhalten.
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 RE: Fragen zur Sektherstellung
von: baerbeli am 09.Jan.2012 13:24:41
Region: mosel

Hallöchen,

ich habe schon des öfteren Sekt aus Obstwein gemacht. Da das hier ein Schnapsforum ist, nur kurz ein paar Ratschläge.
1. Man muß einen guten Wein machen, daran scheitern schon die meisten.
2. Erst wenn der Wein fertig ist, wird er auf -Sekt-flaschen gefüllt und es wird eine spezielle Sekthefe dazugegeben, die den Druck aushält.Flaschen verschließen, lagern.
3. Die Hefe wieder herauszuholen, gelingt nur ausgefuchsten Amateuren. Einfach die Flasche aufrecht stehenlassen und vor dem Trinken eine Woche in den Eisschrank stellen. Lagerzeit der Flaschen: Mindestens ein Jahr, möglichst länger. Sonst laufen euch die Flaschen beim Öffnen einfach aus.
4 Vorher vom Grundwein eine Süßreserve (Grundwein plus Invertzucker) herstellen und aufbewahren. Eine geringe Menge davon in das Glas tun, mit Sekt aufgießen, fertig.
Je länger der Sekt auf der Hefe lagert, desto besser. Flaschen immer aufrecht lagern. Spätestens im Kühlschrank setzt sich die meiste Hefe auf dem Boden ab.
Vorsichig einschenken, ca. 6/7 ds Inhaltes lassen sich ohne viel Hefe trinken.
Alternative: Wein in einen Wassersprudler tun, ergibt Perlwein. By the way: Macht das mal mit
Schnaps, ihr werdet überrascht sein-

Prostata
der hans vom baerbeli
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 RE: Fragen zur Sektherstellung
von: metoxyl am 01.Feb.2012 08:22:02
Region: fsd

beim grundwein auf die säure achten, bisschen knackig sollts schon sein( min.6-7g/l) ,um das spätere hefearoma und die dosage gut einbinden zu können. wichtiger ist aber die freie so2 menge, bei leh weinen ist dieser zu hoch für eine zweite gärung.
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