Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 4063:

    Hallo Herr Schmickl,
    entschuldigen Sie bitte meine Unsicherheit in den Begrifflichkeiten.
    Ich möchte jetzt im Mai Herbstäpfel einmaischen und einen Schnaps daraus brennen. Ist das überhaupt möglich oder sinnvoll (Sie schreiben in Ihrem Buch von erntefrischem Obst) - kann ich hier mehr Vorlauf abtrennen, um eventuelle Schadstoffe zu entfernen?
    Viele Grüße
    MU


    Marit Uhlig, Brandenburg
    22.Mai.2015 17:04:48


      Selbstverständlich ist das möglich und auch sinnvoll! Viele Obstsorten müssen gelagert werden bevor sie zum Essen gut schmecken, genauso ist es mit dem Einmaischen. Wieso sollten Ihre gelagerten Äpfel mehr Vorlauf erzeugen? Sind sie nicht mehr essbar weil verdorben? Dann machte es keinen Sinn daraus Schnaps herzustellen, ergeben sicher einen guten Kompost.

    Eintrag Nr. 4062:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    ich hatte mich ja vor Längerem an Sie gewand, weil ich mit den Temperaturen meiner Schnellkochtopf-Potstill nicht zurecht gekommen bin. Seitdem ich, unabhängig von der Temperatur, bis zur Gesamtkonzentration von 52% vol. abbrenne, erziele ich gute Ergebnisse.
    Ich finde nur, dass die Geiste, auch nach dem Verdünnen auf ca. 40%, immer etwas scharf schmecken. Ist das ok so?
    Viele Grüße aus Griechenland
    Jürgen Erfurt

    PS. Am besten war bisher der Holunderblüten-Geist nach dem Rezept in Ihrem Buch!


    Jürgen Erfurt, Griechenland
    20.Mai.2015 09:16:07


      ad 1) Normalerweise sollte dies immer die selbe Temperatur ergeben, da die Dampftemperatur vom Alkoholgehalt schließlich abhängig ist. Auf diesem Prinzip beruht das Ebulliometer, ein Messgerät zur Alkoholgehaltbestimmung. Reines Wasser kocht bei Normaldruck bei 100°C, reiner Ethanol bei 78,5°C, eine Alkohol-Wasser-Mischung irgendwo dazwischen, je nach Alkoholgehalt. Aber egal, Hauptsache das Ergebnis schmeckt.
      ad 2) Nein, das ist nicht OK. Hängt von vielen Dingen ab, z.B. vom verwendeten Grundalkohol. Ein verdünnter Korn als Grundlage schmeckt milder als verdünnter Wodka (weiß jedoch nicht, ob dies auch für Spirituosen gültig ist die in Griechenland erhältlich sind). Destillat aus Wein muss generell durch schäumendes Mixen die schwefelige Säure (sticht in der Nase) ausgetrieben werden, hochgradige Maischen (auch reine Zucker-Wasser-Maischen) zumindest 6 Monate lagern, dadurch werden Destillate milder, auf die künstliche Alterung (siehe Suchfunktion) keinesfalls vergessen! Die Bestandteile im Aromakorb enthalten meist ätherische Öle, zuviel davon schmeckt ebenfalls scharf, wie beim Kochen: mehr Gewürze schmecken zwar intensiver, aber nicht unbedingt besser.
      ad 3) Holunderblüten-Geist: das freut uns! Wohl bekomm's!

    Eintrag Nr. 4061:

    Hall Herr Schmickl, zuerst mal vielen Dank für Ihr fantastisches Forum.
    Ich habe vor kurzem eine Kirschenmaische, mit ca. 20% Kernen, gebrannt. Das Ergebnis war zufriedenstellend, jedoch vom Geschmack her ziemlich enttäuschend, weil ich den typischen Kischgeschmack erwartet habe. Was habe ich falsch gemacht?
    Gruss aus Australien


    H. Nussbaumer, Queensland/Australien
    17.Mai.2015 06:47:02


      Danke! :-)
      Was ist "typischer" Kirschgeschmack? Ein Kirschbrand bzw. -wasser schmeckt nie wie Kirschsaft. Sie sollten Ihren Brand mit einem (höherwertigen) gekauften Produkt vergleichen, z.B. sind die Schweizer Kirschbrände sehr berühmt, was natürlich nicht heißt, dass aus anderen Ländern nicht auch gute Produkte erhältlich sind.
      Anmerkung: im Bodenseeraum gibt es einige Kirschwasser-Hersteller, die ausschließlich die Kerne verwenden, ohne Fruchtfleisch, leider konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen wie der Herstellungsprozess in diesem Fall genau funktioniert.

    Eintrag Nr. 4060:

    Ich habe eine Frage zum Geistbrennen.
    Für meine Tinkturen möchte ich gerne Apfelgeist herstellen. Nun habe ich noch Herbstäpfel aus dem Garten. Nun ist Mai. Kann ich diese noch nutzen? Evtl mit mehr Vorlauf? Ist es sinnvoll diese dann zu schälen- die Schale ist schrumplig- oder entstehen bei so altem Obst zuviele Schadstoffe?
    Was gibt es noch zu beachten?
    Viele Grüße
    M.U.


    M.U., borgsdorf
    14.Mai.2015 13:58:57


      Doch können Sie verwenden, nicht schälen, nur in kleine Würfel schneiden. Vorlauf entsteht nur wenn Sie dafür Alkohol welcher Vorlauf enthält benutzen.

    Eintrag Nr. 4059:

    Hallihallo
    Ich brauche mal Profihilfe.
    Ich habe vor kurzem eine 50Liter Destile erstanden, nun juckt es mich natürlich in den Fingern sie auszuprobieren.
    Leider muss ich gestehen das ich NULL erfahrung hab...
    Ich würde gerne Reisschnaps, Korn oder Vodka brennen.
    Kann mir dazu jemand sagen worauf ich achten muss, wie stelle ich fest ob mein Brand genißebar ist und wie setzte ich die Maische an?
    Wäre um Hilfe sehr dankbar :)


    Robin Böttger, Richstein
    12.Mai.2015 21:45:16


      Am besten das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" lesen, hier im Forum stöbern, loslegen und dann, falls überhaupt noch notwendig, hier Fragen stellen.

    Eintrag Nr. 4058:

    Hallo zusammen
    Da ich kein thermometer an meiner " Betzie " (meine destille) habe , habe ich mich nach einer Antwort aus eurem Forum orientiert. Die lautet 0.5l Brennkessel gefüllt mit 350ml 18% zuckermaische ergibt 100ml 43% Destillat. Meine Frage ist ob das auch so ginge. Meine 12.5l fertige zuckermaische aus 3kg Zucker und ein halbes Päckchen turbohefe hatte nach 5 Tagen 10%. habe 0.5l mit 350ml von meiner 10% maische gefüllt und destilliert. Habe denn Vorlauf abgetrennt und 50ml 55% destillat aufgefangen und die destillation beendet. Das Destillat riecht nach Vodka mit Hefe und schmeckt auch so nur stärker im Nachgeschmack.
    trinkbar ja oder nein?
    Gruß franky


    Franky, xxx
    12.Mai.2015 02:52:02


      Wenn der Kesselinhalt tatsächlich nur 10%vol hatte, ist der Alkoholgehalt vom Destillat eindeutig zu hoch und damit die Ausbeute zu gering. Bei 10%vol (falls der Wert überhaupt stimmt...) sollte das Ergebnis deutlich unter 50%vol haben, somit wurde die Destillation zu früh beendet.
      Trinkbar schon, aber sicher kein Genuss. Wegen dem Hefegeschmack: hier wurde die falsche Marke gewählt, Turbohefe hat normalerweise keinen Hefegeschmack, diesbezüglich bitte die Suchfunktion nutzen, sowohl hier wie auch in der Diskussion.

    Eintrag Nr. 4057:

    Hallo zusammen,
    ich bin angehender „Jung-Brenner“ und habe dazu ein paar Fragen.
    Meine Destille Kesselinhalt ca. 70 Liter ist ca. 60-80 Jahre alt und wird mit Holz befeuert.
    Wie kann ich die Kesseltemperatur messen beim Brennvorgang es ist kein Thermometer sondern nur ein Manometer vorhanden mit einer roten Markierung bei 0,5 Bar.
    Gibt es ein Verhältnis zwischen Druck und Temperatur?
    Wie voll soll ich den äußeren Mantel (Wasserbad) füllen?
    Wie herum wird das Geistrohr montiert zum Kühler abfallend oder ansteigend?
    Danke euch schon einmal für die Antworten
    Gruß Benny


    Benny, BW
    11.Mai.2015 14:44:47


      Entweder nach Gefühl und Geschmack brennen, dazu braucht es allerdings einiges an Erfahrung, oder Thermometer nachträglich einbauen. Wo, ist im Buch ausführlich beschrieben. Das Manometer zeigt den Druck im Mantel an, je höher, desto heißer ist der Mantel. Auch hier ist Erfahrung notwendig um den richtigen Zeitpunkt zu wissen wann kein Holz mehr nachgelegt werden soll, da ein Doppelmantelkessel ohne Kaltwassereinspritzdüsen enorm träge ist, d.h. auch bei gelöschtem Feuer ist das Ding noch stundenlang so heiß, dass der Inhalt quasi von alleine kocht. Und wenn der Mantel zu heiß ist, kocht der Inhalt über, ohne dass man daran etwas ändern kann.
      Den Mantel ca. zu 90% mit Wasser befüllen, es sollte jedoch irgendwo eine Markierung für den Füllstand angegeben sein.
      Dieser Anlagentyp ist so konstruiert, dass das Geistrohr zum Kühler ansteigend montiert wird, obwohl das aus geschmacklicher Sicht nicht sinnvoll ist, ausführliche Erklärung dazu steht ebenfalls im Buch.
      Kurzum: entweder jemanden der sich damit auskennt im Hilfe bitten oder im Alleingang Erfahrung sammeln, also so oft wie möglich damit brennen und aus Misserfolgen lernen, nicht aufgeben.

    Eintrag Nr. 4056:

    Ich haben einen Schnaps (Vogelbeere) der nicht gut ist, vermutlich zu viel Vorschuß beim Brennen
    (er hat einen brennenden Nachgeschmack), wie kann man so einen Schnaps noch retten.


    Lettner, Ennstal
    09.Mai.2015 10:07:11


      Noch einmal destillieren und den Vorlauf diesmal nach allen Regeln der Kunst abtrennen (siehe Buch). So etwas haben wir schon öfters bei mitgebrachten Schnäpsen erlebt, wir haben in solchen Fällen bis zu 10% (!) Vorlauf abtrennen müssen. Also nochmals: 2 Liter trinkfertiger Schnaps, ab Hof gekauft, hatte 200 ml Vorlauf...

    Eintrag Nr. 4055:

    Hallo Hr. Schmickl,
    ich habe ein "Brennproblem" und will Sie daher gerne um Rat fragen: Meine Brände haben allesamt einen äußerst unangenehmen Beigeschmack, vor allem nach dem Brennen (nach mittlerweile 2-3 Jahren ist der Beigeschmack zwar immer noch da, aber schwächer geworden). Ich Bin nach Ihrem Buch vorgegangen und habe verschiedene Obstsorten mit Hefe (Portwein, Sherry, beides von Kitzinger) vergoren. Danach teils kürzere, teils längere Zeit stehen lassen. Gebrannt dann von ca. 78-90 Grad.
    Nachdem ich alle Fehler versucht habe, auszumerzen, stell ich mir nun noch die Frage ob es an den Resten der Hefe liegen kann. Den untersten Bodensatz habe ich bewusst weggelassen, aber schon noch Fruchtfleisch mitgebrannt. Nun kann es ja sein, dass da noch abgestorbene Hefe dran haftet, aber auf der anderen Seite schreiben Sie ja das man Fruchtfleisch mitbrennen soll, da es dann einen aromatischeren Geschmack ergibt. Wie machen Sie das denn? Bodensatz, Fruchtfleisch ja oder nein?
    Ich weiss natürlich, dass sich Brände entwickeln müssen, aber direkt nach dem Brennen sind die Brände ich würde fast sagen ungeniessbar und auch nach Jahren ist immer noch ein Rest-Geschmäckle drin, das die Brände nicht unbedingt besonders lecker macht??
    Für Ihre Hilfe schonmal vielen Dank und großen Lob auf Ihr Buch und die Seite hier!!!


    Manfred B., Kärnten
    03.Mai.2015 22:24:50


      Soweit mir berichtet und in der Diskussion auch häufig beschrieben wurde, ergibt nur Turbohefe eines gewissen Herstellers einen unangenehmen muffigen Beigeschmack (Suchfunktion nutzen), wird häufig als hefeartig beschrieben. Jedenfalls tritt dieses Problem weder bei Turbohefen der Firma Prestige noch bei Portwein- oder Sherryhefe auf. Dieser Beigeschmack sollte auch nicht auftreten wenn der Fassinhalt kräftig umgerührt wird und anschließend gebrannt.
      Ich weiß nicht ob Sie hochgradig arbeiten, wenn ja, und die Maische zumindest 6 Monate nach der Gärung gelagert wurde, ist der Brand normalerweise sofort nach dem Brennen einfach hervorragend, frei von jeglichem Beigeschmack. Während des Verdünnens auf die künstliche Alterung (Suchfunktion nutzen) nicht vergessen. Mein Tipp wäre möglichst exakt die Beschreibungen im Buch zu befolgen, also Säureschutz, Verflüssiger, Gärtemperatur usw. zu beachten.
      Gutes Gelingen und danke für das Lob!

    Eintrag Nr. 4054:

    Guten Tag Hr. Schmickl
    Ich habe mit meiner Destille Classic eine Zucker - Wasser Maische gebrannt. Bis jetzt einwandfrei und ohne Probleme. Bei den letzten zwei Durchläufen trat das Destilat jedoch nicht mehr tröpfchenweise aus der Anlage sondern Stoßweise. Ich habe die Anlage dach jedem Durchlauf gereinigt und auch auf etwaige Verstopfungen überprüft.Was könnte der Grund dafür sein?


    Alfred, Kärnten
    18.Apr.2015 16:35:49


      Die Spirale der Kühlschlange sollte überall nach unten geneigt sein. Ist dies nicht der Fall, sammelt sich in der flachen bzw. leicht nach oben geneigten Stelle ein wenige Destillat, welches dann stoßweise austritt. Das Ergebnis wird dadurch jedoch nicht beeinflusst. Biegen Sie die Spirale wieder so zurecht, dass sie überall nach unten geneigt ist.

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