Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 4046:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,

    ich muss noch mal das Thema „Kalibrieren“ aufgreifen. Ich habe meine Pot still wie empfohlen kalibriert und hier der Verlauf.

    3 Liter Weißwein, 12%ig und Apfelscheiben im Aromakorb (Pot still 4 Liter)
    - Aufgeheizt mit voller Leistung (Kochplatte), aber, als der Topf außen sehr heiß war,
    Plattenleistung von 9 auf 3 reduziert
    - Die Dampftemperatur stieg beginnend bei 30°C innerhalb von nicht einmal einer Mi-
    nute auf 88°C an; bei ca. 84°C kamen die ersten Tropfen Destillat
    - Ab 88°C stieg die Temperatur langsamer (in 5 min. auf 92°C) und das Destillat
    tropfte mit 120 Tropfen/Minute
    - Anstiegskurve wurde dann flacher und nach 2maliger Erhöhung der Leistung um
    jeweils eine Stufe, erreichte ich den Alkoholgehalt von 52% vol. in den 600ml
    Destillat bei einer Temperatur von100°C

    Kann das so richtig sein? Sind 100°C nicht viel zu hoch? Das Thermometer ist so eingebaut, wie im Buch beschrieben.

    Viele Grüße aus Griechenland

    Jürgen Erfurt

    PS. Eine detaillierte graphische Darstellung des Temperaturverlaufes sende ich Ihnen per eMail.


    Jürgen Erfurt, Griechenland
    27.Feb.2015 19:00:42



    Eintrag Nr. 4045:

    Hallo,

    ich habe letztes Jahr zu ersten mal einen Ebereschenbrand gemacht.

    Um die Maische herzustellen, habe ich mir sagen lassen, müssen die Beeren gekocht werden. Dies soll das Aroma heraus bringen und den abführenden Effekt verhindern. Da Sie jedoch nicht richtig weich wurden(evntl. zu früh geerntet) habe ich die Zerkleinerung mit einer Küchenmaschiene vorgenommen. Davon habe ich dann die Maische gemacht und später auch gebrannt.

    Das Ergebnis riecht sehr Aromatisch. Was mir jedoch sorgen macht ist, dass ich in meinem Brennbuch den Hinweis gefunden habe, dass man die Kerne in den Beeren nicht kaputt machen soll, da Sie Blausäure enthalten. Leider etwas spät gelesen. Angesicht dessen das ich die Beeren mit der Küchenmaschiene klein gemacht habe, gehe ich davon aus, dass auch die Kerne dabei zerkleinert wurden.

    Kann man den Brand auf Blausäure testen (mit Lackmusstreifen ö.ä.)?

    Ich habe auch gelesen, dass Blausäure bei Zimmertemperatur verdampft. Würde es daher helfen den Freinbrand eine Weile (1 oder 2 Wochen) offen stehen zu lassen?

    Oder muss ich doch alles in den Abfluss gießen?

    Viele Grüße
    Karl


    Karl, Brandenburg
    24.Feb.2015 10:05:17



    Eintrag Nr. 4044:

    hallo
    ich hätte ein paar fragen zur Getreidebrand herstellung. Ich möchte eine Maische menge von 100 lt herstellen. ich habe schon 2 Enzyme
    Eins für die Stärke zum Abbauen (IOC Filtazym Spiri G1) und eins für die Verzuckerung(IOC Filtrazym Spiri G2)
    -Wie viel Getreide benötige ich dafür??
    -Soll die Maische eher dünn sein oder ein Dicker Brei??
    -Auf wie viel Grad C° muss ich die maische aufkochen??
    -Soll ich das Getreide Mahlen oder nur quetschen??


    Gerald, Steiermark
    09.Feb.2015 20:59:34


      Mir drängt sich hier die Frage auf, gab es zu den Produkten keinen Beipackzettel wie sie anzuwenden sind? Da wir damit nicht arbeiten kann ich dazu auch keine sinnvolle Auskunft geben. Am besten stellen Sie Ihre Fragen in der Diskussion, vielleicht hat ja jemand diesbezüglich Erfahrung.

    Eintrag Nr. 4043:

    Grüss Gott Herr Schmickl
    Bezüglich Gärfassgrösse habe ich folg. Frage: Muss das Gärfass möglichst voll gefüllt werden, damit möglichst wenig Luft drin ist? Oder kann ich ein Gärfass auch nur halbvoll füllen? Wenn ich z.B. 25 Liter selber Alkohol herstellen möchte mit Wasser, Zucker, Turbohefe, wäre ein 30 Liter-Fass dann zu gross?
    Danke und Gruss
    VC


    VC, Schweiz
    07.Feb.2015 18:33:58


      Beim Gären ist dies kein Problem, hochgradige Maischen sind diesbezüglich auch danach sehr unempfindlich. Somit: kein Problem.

    Eintrag Nr. 4042:

    Guten Tag!
    Haben Sie eventuell bereits einmal probiert einen Hochprozentigen ohne brennen herzustellen?
    Meine Überlegung ist eine wohlschmeckende alkoholische Maische herzunehmen und mit Zeolith 3A den Wassergehalt so weit zu reduzieren bis de Alkoholanteil 42% erreicht.
    Ich bin kein Chemiker, daher meine Frage ob das möglich ist. Ich nehme an, abgesehen von eventuellem Zeolith Aroma, wäre solch ein Schnaps doch aromatischer als ein herkömmlicher Brand, da nicht wie beim Destillieren Obstaroma verloren geht.
    Steuer zu zahlen wäre da ja wohl auch nicht da es keinen Brennvorgang gibt.
    Denken Sie dass das umsetzbar ist?
    Beste Grüße aus Wien!


    Jacob, Wien
    05.Feb.2015 00:10:35


      Nein, das habe ich noch nie probiert. Ein kurzer Erfahrungsbericht würde sicher viele Leser interessieren!
      Das Alkoholgesetz ist so formuliert, dass selbst in diesem Fall Steuern zu zahlen wären: "Gerätschaften mit denen Alkohol hergestellt werden kann". "Gerätschaften" kann alles sein, und unter Alkoholherstellung ist die Herstellung von Schnaps zu verstehen.
      Es gibt eine andere Methode: Ausfrieren. Angeblich entsteht aus Rotwein bei -8 bis -10°C flüssiger, farbloser Alkohol mit ca. 80%vol, der Rest hat eine reisartige Konsistenz. Bei noch tieferen Temperaturen (Tiefkühltruhe, -18°C) entsteht hingegen ein kompletter Eisblock. Konnte ich wetterbedingt bisher noch nicht nachprüfen, da es hier in diesem Winter bisher nicht kalt genug dafür geworden ist. Jedenfalls wäre in diesem Fall dann das Fensterbankerl als Brenngerät zu verstehen und behördlich anzuzeigen. Vielen Dank an die "Science Busters" für ihre sehr interessanten Ausführungen im Beitrag über Schnapsbrennen! "Wer nichts weiß, muss alles glauben." Die gezeigte Bonsaianlage war übrigens unsere 5-Liter Classic Anlage... :-)

    Eintrag Nr. 4041:

    Hallo
    Bei meiner Birnenmaische ist etwas schief gegangen; es riecht nach Essig.
    Bekomme ich beim brennen Kupferoxid mit in das Destillat?
    Meine Bedenken:Essig-Säure im Kupfer-Steigrohr und Kühler.


    Hans, Sachsen
    03.Feb.2015 21:44:25


      Hängt davon ab wieviel Essigsäure sich gebildet hat, normalerweise bildet sich kein Grünspan (=Cu-acetat, Cu-oxid ist Patina). Viel mehr Gedanken würde ich mir um den grauslichen Geschmack vom Destillat machen. Essigstich ist unverkennbar.

    Eintrag Nr. 4040:

    mälzen
    ich habe Probleme beim mälzen. nach etlichen erfolgreichen Obst und Trauben Weinen und Bränden, möchte ich es gern mit Getreide versuchen.
    1 Frage Ich hatte ein Kilo Dinkel über, habe es 48 Std.im Topf geweicht 8 Std mit Wasser 8 Std ohne u.s.w..
    Dann auf 2 Backbleche verteilt ca. 1cm hoch. Nach 7 Tagen hat leider nur ca. 1/3 gekeimt trotz 2 X am Tag umschichten und feucht einsprühen. Lag es am Korn, sollte man die Backbleche lieber dunkel oder hell stellen oder garnicht auf ein Backblech. Habe was von Haufen gelesen.
    2 Frage Wenn das Korn denn doch noch keimt muss es nach dem darren wirklich völlig entkeimt werden oder kann man nicht die ganze menge schroten und dann einmaischen.
    Für Hilfe bin ich sehr dankbar, zumal ich jetzt noch 20 Kg Sommergerste geschenkt bekommen habe.


    Ralfonso, D-NRW
    25.Jan.2015 16:46:26


      ad 1) altes Material, wie bei ganz normalen Pflanzensamen aus einer Gärtnerei: je älter, desto weniger Samen sprießen.
      ad 2) es gibt verschiedene Variationen, die geschmacklich auch unterschiedlich sind, natürlich kann auch die ganze Menge getrocknet und geschrotet werden.

    Eintrag Nr. 4039:

    Hallo,
    Brenne im zweiten Jahr die im Garten wachsenden Mirabellen und Kirschpflaumen, auch einen Himbeer habe ich ganz gut hinbekommen.
    Meine Frage bezieht sich auf die Lagerung: in den Flaschen bilden sich Tropfen oberhalb des Brandes. Was ist das? Mit dem älter werden des Brandes wird es weniger.
    Danke für Ihre Antwort
    Gruß
    Sven


    Sven, Deutschland / hessen
    23.Jan.2015 12:18:35


      Tritt häufig auf, auch bei nur geringen Temperaturschwankungen. Ist ganz normal, besteht zu einem Großteil aus Alkohol/Wasser.

    Eintrag Nr. 4038:

    Hey ihr
    Ich habe jetzt angefangen Schnaps zu brennen. Vom Geschmack sind sie schon ganz gut aber immer zu viel alk. Hat jemand einen Tipp wie ich das regulieren kann???


    Benny, Österreich
    05.Jan.2015 20:41:27


      Den Schnaps ganz einfach mit Wasser verdünnen. Aber wahrscheinlich habe ich Ihre Frage nicht richtig verstanden. Am besten lesen Sie sich unser Buch "Schnapsbrennen als Hobby" aufmerksam durch, darin ist der gesamte Vorgang des Schnapsbrennens und die Nachbehandlung des Destillates sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich beschrieben.

    Eintrag Nr. 4037:

    Hallo. Ich habe einen Brand aus roten Weintrauben gemacht. Wie nennt man den?
    Ich würde gern eine Holzfasslagerung mit Holz im
    Glasbehälter nachempfinden: Welches Holz sollte ich verwenden?
    Einen Teil des Brandes hat 61%, den Rest habe ich bereits auf Trinkstärke mit 42% eingestellt.
    Was würden Sie empfehlen?


    henry, nrw
    04.Jan.2015 20:21:32


      Wurde die unfiltrierte Maische gebrannt, streng genommen Weintrauben- oder Weinbeerenbrand. Wurde die Maische vor dem Brennen filtriert: Weinbrand.
      Jede Holzsorte eignet sich dafür, ist abhängig von Ihrem persönlichen Geschmack. Üblicherweise wird Eichenholz verwendet, obwohl andere Holzsorten immer beliebter werden.
      Da bei einem Glasbehälter kein Alkohol vedunstet wie bei einem Holzfass, ist beides möglich. Am besten auch beides ausprobieren und dann vergleichen. Da die Extraktion der Geschmackstoffe aus dem Holz vom Alkoholgehalt abhängig ist, wird es sicher geschmackliche und optische Unterschiede geben. Für eine echte Holzfasslagerung wird immer unverdünntes Destillat verwendet.

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