Eintrag Nr. 3822:
Hallo Herr Dr. Schmickl, in Ihrem Buch schreiben Sie, dass frische Brände nach wenigen Tagen herabgesetzt und von da an mindestens 1 Jahr gelagert werden sollten. Da verschiedene Profibrenner da anderer Ansicht sind (ohne konkrete Begründung), würde ich mich über ein paar Argumente freuen, die für ihr Verfahren sprechen.
Kupferstecher, Bergland
17.Mai.2013 20:10:19
Eintrag Nr. 3821:
Möchte mir eine Brennanlage selber bauen... gibt es Anleitungen oder Bilder von anderen Bastlern?
Kann man die Maische aufkochen und dann mit Hefe u.s.w. zum gären bringen? In dem Buch "Schnaps brennen als Hobby" ist das nicht so vorgesehen.
Werner, Berlin
13.Mai.2013 15:51:08
Eintrag Nr. 3820:
Hallo Herr Dr. Schmickl,
warum hat lange (mehr als 6 Monate) gereifte Maische keinen Vorlauf mehr beim brennen?
Vielen Dank für Ihr Fachbuch! Ein solch praxisbezogenes Werk findet man wohl sonst nirgendwo!!!
Waldsteingeist, BRD
03.Mai.2013 11:24:09
Vorlauf ist ein Gemisch aus unterschiedlichen leicht flüchtigen organischen Verbindungen, hauptsächlich Acetaldehyd und/oder Ethylacetat. Letzteres sollte im Normalfall hoffentlich nicht in nennenswerten Mengen enthalten sein, sonst hätte das Destillat einen markanten Essigstich. Acetaldehyd ist ein Zwischenprodukt der alkoholischen Gärung. Je älter die Maische, desto vollständiger diese biochemische Reaktion und um so weniger ist Acetaldehyd in der Maische enthalten.
Der Nachweis ist sehr einfach: Einen Teil einer Maische gegen Ende der Gärung oder kurz danach brennen, Vorlauftest durchführen. Den Rest der selben Maische ein halbes Jahr später brennen, wieder Vorlauftest machen. Im Übrigen braucht's dazu nicht mal einen Vorlauftest, dieser Effekt ist sehr deutlich auch am Geruch/Geschmack erkennbar: erstes Destillat riecht/schmeckt sehr scharf, das andere nicht.
Danke, das freut uns, wir wünschen Gutes Gelingen!
Eintrag Nr. 3819:
Hallo
möchte bitte wissen:
habe eine giftige Pflanze (Alkaloide) in Schnaps eingelegt, wie oft muss ich diesen nun destillieren, damit die giftigen Substanzen verschwinden
Vielen Dank
Alexander Belotti, Südtirol
01.Mai.2013 17:49:33
Alkaloide sind im allgemeinen sehr hoch siedende Substanzen, oft zersetzen sie sich bevor sie verdampfen. Daher sollten diese Verbindungen rein THEORETISCH beim Destillieren im Kessel zurück bleiben. Jedoch ohne chemische Analyse vorher/nachher möchte ich trotzdem nicht der erste Verkoster sein.
Prinzipiell ist natürlich jeder Schnaps trinkbar, mancher jedoch nur einmal...
Eintrag Nr. 3818:
Hallo liebe Schnapsliebhaber.
Habe da einige Fragen an euch, da ich auch mit viel herumsucherei nicht genügend infos bekommen habe. Habe einen 10L Kochtopf, wo ich 7 L vorlage verwenden will. Ich will mir den Liebigkühler selbst bauen, weis auch was für Teile ich brauche, nur ist die Frage wie ich das Steigrohr und den Kühler dimensionieren soll... Habe mir gedacht ich nehme für das Steigrohr und den Kühler 20mm Durchmesser und für den Mantel des Kühlers 25mm. Kühlerlänge wäre circa 100cm-120cm...
Über Antworten wäre ich sehr erfreut.
Danke im vorraus!
mhmmm123, österreich
05.Apr.2013 13:07:08
Als Kühlerdurchmesser innen würden ca. 12 bis 15 mm genügen, ansonsten sollten Ihre Angaben passen.
Eintrag Nr. 3817:
Habe gestern eine 7 Monate gelagerte Marillenmaische gebrannt - die Maische schmeckte, obwohl absolut luftdicht verschlossen, schon etwas nach zu lange offenem Marillenlikör.
Leider ist das Ergebnis in etwa so wie die Maische schon geschmeckt hatte - der feine Marillengeschmack ist dahin und es drängen sich diese unerwünschten Aromen in den Vordergrund.
Eine gleichzeitig angesetzte Weichselmaische ist tadellos in Ordnung - aber diese Früchte haben ja den Säureschutz sozusagen schon eingebaut.
Ich vermute der Säureschutz(ich verwende Biogen-M) bei den Marillen war zu gering und die 18-20 % Alkohol in der Maische konnten das auch nicht aufwiegen.
Werde dieses Jahr nach der Gärung nochmal nachsäuern(eine 2. Prüfung des ph-werts kann ja sicher nicht schaden) und überdies 5 g Vitamin C auf 20 Liter zugeben um die Maische besser zu schützen.
Haben Sie Erfahrung ob so eine Maßnahme sich negativ auf den Geschmack auswirken kann ?
Man könnte natürlich auch Stickstoff in den Behälter einblasen aber das halte ich für eine Hobbyisten doch für etwas übertrieben...
Sepp
Sepp, Österreich
29.Mär.2013 09:14:08
Ich vermute eher, dass es zu schnell gegärt hat (zu warm), bezüglich Ausblasen von Aroma sind Marillen sehr empfindlich, Weichsel sind da ein wenig toleranter. Jedoch kann es durchaus nicht schaden nachzusäuern. Vielleicht war das ja doch der Grund. Bitte, wenn möglich, kurz über das Ergebnis berichten.
Eintrag Nr. 3816:
Habe heute einen fertig gebrannten Zwetschkenschnaps mit destillierten Wasser verdünnt. Ich habe es auch so gemacht wie bei Ihnen bzw. früheren Verdünnungen. Leider ist er mir heute etwas drüb geworden. Sie haben mir beim Lehrgang einen Trick gesagt - ich habe ihn mir leider nicht aufgeschrieben. Vielleicht könnten Sie mir einen Trick verraten, dass er wieder klar wird !!
lg
Rudolf W.
Rudolf W., OÖ
26.Mär.2013 17:28:03
Brand verdünnen, bei Kellertemperatur ca. 2 bis 3 Wochen stehen lassen, danach mit zwei ineinander gesteckten Faltenfilter "fein" (für Wein und Spirituosen) filtrieren. Wird vorher filtriert, kommt's zu Nachtrübungen. Schnaps NICHT in Tiefkühlschrank geben, dadurch werden Trübstoffe zwar größer, aber dadurch wird auch mehr Aroma abgetrennt.
Eintrag Nr. 3815:
Hallo!
Ich baue mir geade eine pot still mit ca. 50lt. Füllvolumen mit liebigkühlung und hätte ein par Fragen bezüglich Rohrdimmensionen und längen. Welchen Durchmesser sollte das steigrohr haben und welche länge? welchen Durchmesser muß die Kühlleitung (der kern und der mantel der kühlung) haben? die masse meines kessells sind h 540 mm Ø 370 mm 50l.
Könnte ich die kühlapparatur auch für einen anderen kessel benutzen der kleiner oder etwas grösser ist?
Welche Vorausetzugen muß eine Alage haben um sie anmelden zu können.
Ich würde mich sehr auf eine antwort von ihnen freuen.
kar, hessen
23.Mär.2013 23:28:45
Für maximales Aroma: kein Steigrohr
Für geschmacksneutralen Alkohol: Steigrohrdurchmesser ca. 5 cm, möglichst isoliert, am besten vakuumummantelt wie bei einer Thermosflasche. Stiegrohrhöhe zumindest 3 bis 4 Meter, für möglichst hohe Abtrennleistung das Rohr befüllen, mit Raschigringen, Keramikhülsen, Glasrohrstücke o.ä.
Wie der Kühler optimalerweise dimensioniert sein soll, hängt von vielen Dingen ab, wie zu kühlende Dampfmenge, also von der Heizleistung beim Kochen und Füllmenge Kessel, Temperatur Kühlwasser, Kühlwasserdurchfluss usw. Grob geschätzt sollten 2 m mit Innendurchmesser ca. 3 cm sicher ausreichen. Der Durchmesser vom äußeren Rohr ist nicht so wichtig, Hauptsache die erforderliche Wassermenge kann durch strömen, grob geschätzt 10 bis 15 cm.
Da die Angaben nur grobe Schätzwerte sind, kann der Kühler sicher auch für andere Kesselgrößen eingesetzt werden.
"Alle Gerätschaften mit denen Alkohol hergestellt werden kann, sind meldepflichtig." Ist amtsdeutsch für: jede Schnapsbrennanlage ist prinzipiell meldepflichtig. Natürlich gibt's auch Ausnahmen, z.B. Anlagen die kleiner sind als 2 Liter (Österr.) bzw. 0,5 Liter (DE).
Eintrag Nr. 3814:
Guten Tag Herr Dr. Schmickl
Bitte helfen Sie mir weiter, bin zimlich verzweifeltund weiß nicht weiter.
Ich habe eine gut vergährte Whisky Maische gefiltert,und habe probleme beim brennen. Ich habe eine 15 l Pot Still Destille. Ich heize die Maische langsam auf...rühre sie ständig durch und setze erst wenn sie gut heiß ist den Helm auf. Bei cca 75 Grad beginnt der Vorlauf zu rinnen. Nun alles schön und gut..ich brenne weiter langsam und bei cca 85 Grad wird das Destillat trüb...???...Als ich den Helm abbaute war der voll Ablagerungen,..wie eine Art Pudding??..Und der geht in dem Alkoholdampf über...Aber WIESO !! Die Maische ist ohne Ablagerungen oder Schleim..wie wasser halt.
Dann noch ein Problem..die Anlage SCHNAUFT,nur beim brennen von Whisky..beim Austritt vom Destillat. Habe sehr gute Kühlung.Das Destillar rind auch nicht richtig...kommt halt so schubweise raus. Nur bei der Whisky Maische gibt es probleme, bei Obstmaischen kommen super Brände raus. Ihr Buch kenne ich schon auswendig, ist auch super aber bei Whisky komme ich nicht weiter.
Freundliche Grüße.
Peter Geiger, Bayern
10.Mär.2013 19:08:44
Trübes Destillat: die Maische ist übergekocht oder es hat sich Schaum gebildet. Die Ablagerungen deuten aber eher auf starke Schaumbildung hin. Entweder Antischaum benutzen oder die Tipps befolgen die dankenderweise in der Diskussion aufgrund Ihrer Fachfrage gegeben wurden, Titel "Fachfrage 3814 / schäumen der Whisky-Maische".
Dass die Anlage schnauft ist auf das Schäumen zurück zu führen.
Eintrag Nr. 3813:
Liebe Community:
Ich mache mir im Moment ziemlich einige Sorgen und vielleicht könnt ihr mir ja helfen. Gestern war ich bei einem Freund daheim und er hat ein paar selbstgebrannte ausgegeben. Ich habe so ca. 6-7 Schnäpse getrunken à ca. 3cl pro glas.
Nun.. heut morgen war mir sooo schlecht... und ich hatte auch noch selten solche Kopfschmerzen gehabt wie heute. Mir schien auch, dass ich relativ verschwommen gesehen habe.
Ich hab ihn daraufhin angerufen und gefragt, ob da wohl zuviel Methanol drinnen war. Er hat aber gemeint, dass er den Vorlauf mehr als großzügig entfernt hat! Das habe ich ihm auch geglaubt.
Kann es aber trotzdem sein, dass zuviel Methanol drinnen war/ist? Beim Brand handelte es sich um einen Marillen-Brand. Er schmeckte auch recht scheusslich... so unangenehm scharf. Ich hab schon mit dem gedanken gespielt mich im KH durchchecken zu lassen (ohne natürlich zu verraten von wem der Schnaps ist)... war mir aber bis jetzt trotzdem zu blöd. Jetzt ist aber Abend und mir ist immer noch speiübel...
Glaubt ihr da hats was? Oder brauch ich mir keine gedanken zu machen?
Liebe Grüße und danke im voraus!
Sich im Moment Sorgen macher, Austria
08.Mär.2013 20:36:10
Methanol hat mit Vorlauf nichts zu tun. In Marillenbrand sollte, auch nicht bei sehr unprofessioneller Gärführung und Brenntechnik, eigentlich nicht viel Methanol enthalten sein. Kopfweh und lang anhaltende Übelkeit bei der Einnahme von kleinen Schnapsmengen sowie auffallend scharfer Geschmack sind eigentlich ein deutlicher Hinweis auf (viel!) Vorlauf.
Hatte auch einmal so ein Schlüsselerlebnis: habe einmal mit einem Destillat, bei dem der Vorlauftest sehr viel Vorlauf angezeigt hat, nur die Zunge benetzt, noch nicht einmal richtig genippt. Tja, wie von Ihnen beschrieben: ungemein scharf und zwei Tage später war mir noch speiübel... Merke: nicht alles trinken was einem angeboten wird, man muss auch Nein sagen können.
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