Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 4088:

    Hallo Herr Dr. Schmickl. Ich habe einen Kaffee-Geist nach Angaben aus Ihrem Buch ab Seite 120 gebrannt. Weisswein 10Vol.% (Tetrapack) mit 25 gr. Kaffe pro 1,5 Ltr. Weisswein im Aromasieb. Das Kaffeearoma ist auch da aber der Geist schmeckt sehr scharf. Der Geist hat nach dem Brannt 38Vol.% Alkohol. Meine Frage: Wie kann ich dem Geist noch einen milderen Geschmack geben ? Evtl. noch ein zweitesmal brennen....Wenn ja, sollte ich dann nochmals 25gr. Kaffee ins Aromasieb mit zugeben. Leider finde ich im Buch bzw. im Forum keine direckte Antwort speziell auf meinen Geist bezogen.
    Vielen Dank für ein Antwort.
    MfG aus Düsseldorf.


    brennfuchs, BRD
    30.Jul.2015 11:31:42


      Haben Sie das Destillat auch wie im Buch beschrieben intensiv schäumend gemixt, um den Schwefel "auszutreiben"? Siehe Buch: jeder Wein wurde geschwefelt, daraus entsteht beim Brennen die schwefelige Säure welche sehr stark in der Nase sticht, aber zum Glück leicht flüchtig ist. Ja, natürlich können Sie prinzipiell aus dem Destillat nochmals einen Geist machen und wieder Kaffee dazugeben, es wird dann noch mehr nach Kaffee schmecken, befürchte jedoch, dass es dann zu intensiv wird. Gerade bei der Geistherstellung heißt nicht, mehr ist automatisch besser.

    Eintrag Nr. 4087:

    Welche Temperatur am Steigrohr ist optimal Rauhbrand/Feinbrand? Wann sollte man das Ventil vom Wasserbad schliessen?

    Yvonne Prosser, Wildschõnau
    26.Jul.2015 09:11:56


      Sorry, beide Fragen sind dermaßen anlagenspezifisch, dass darauf keine sinnvolle allgemeine Antwort gegeben werden kann. Z.B. hängt die angezeigt Temperatur auch davon ab WO im Steigrohr gemessen wird. Es gibt nur einen sinnvollen Messpunkt der anlagenunabhängig ist, siehe Buch. Wann das Ventil zu schließen ist hängt vom Kesselvolumen, der Füllmenge, dem Feststoffgehalt der Maische, der Heizleistung usw. usf. ab.

    Eintrag Nr. 4086:

    Sehr geehrte Damen und Herren
    Melonenmaische: Gibt man bei den Melonen die Schale auch ins Fass. Für Ihre Bemühungen besten Dank im voraus.
    Mit freundlichen grüssen
    EH


    EH, CH
    24.Jul.2015 14:02:47


      Nein, nur das Innere verwenden.

    Eintrag Nr. 4085:

    Sehr geehrter Herr Schmickl,
    ich habe noch eine Frage zum Thema Geiste: Was sind die Vor- und Nachteile einer zweiten Destillation? Mit der zweiten Destillation meine ich, dass das reine Destillat des Angesetzten oder des Geistes noch einmal destilliert wird. Ich habe von einigen Gin-Herstellern gelesen, die so verfahren. Ich nehme an, dass das Destillat dafür wieder mit Wasser verdünnt werden muss, bevor es in den Kessel kommt. Ob und wie dann aber nochmal Vorläufe und Nachläufe abgetrennt werden weiß ich nicht. Können Sie da insgesamt etwas Licht ins Dunkel bringen?
    Besten Dank!


    Pioneer, Mittelgebirge
    21.Jul.2015 10:38:18


      Am besten so vorgehen wie im Buch sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich beschrieben, dort finden Sie auch die Antworten auf Ihre Fragen, auch zum Thema Vor- /Nachlaufabtrennung beim zweifachen Brennen. Prinzipiell gilt, jeder Destillationsvorgang ist ein Reinigungsschritt, d.h. das Destillat wird geschmacksärmer und alkoholreicher. Es gibt viele Gin-Hersteller, jeder hat sein eigenes Verfahren, mache legen die Gewürze vorher in Alkohol ein, andere nicht usw. Meine beliebtesten Sorten werden mittels vapor-infusion hergestellt (Geistherstellung, siehe Buch) und keinesfalls doppelt gebrannt.

    Eintrag Nr. 4084:

    Sehr geehrter Herr Schmickl,
    zunächst ist ihr Buch hervorragend und hat mich schon recht weit gebracht in Sachen Destillation. Ein interessantes Thema ist die Reifung von Destillaten, um den Geschmack abzurunden und die alkoholischen Schärfen zu lindern. Dazu hätte ich noch ein paar tiefergehende Fragen:
    1. Hilft die Reifung (bzw. auch die oft zitierte künstliche Alterung) nur bei Bränden oder haben wir dieselben Effekte bei Geisten und destillierten Angesetzten bzgl. der Qualitätsverbesserung, wenn zur Herstellung eingekaufter Primasprit verwendet wurde?
    2. Bei welcher Alkoholkonzentration ist die Reifung am besten? Trinkstärke, Destillatstärke (also so wie aus der Destille gekommen) oder irgendwo dazwischen (z.B. eine Art "Faßstärke")?
    Ich finde das Thema Reifung sehr interessant, deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir hier etwas weiterhelfen könnten. Vielen Dank!


    Pioneer, Mittelgebirge
    18.Jul.2015 19:24:58


      Danke, das freut uns! :-)
      ad 1) Hilft prinzipiell auch bei Geisten und destillierten Angesetzten. Jedoch haben wir bemerkt, dass ein Geist aus verdünntem Korn (der nahezu geschmacksneutral sein muss) ein wenig milder und weicher schmeckt als verdünnter Wodka oder Primasprit. Keine Ahnung woher der Unterschied kommt, jedenfalls ist er bemerkbar.
      ad 2) Trinkstärke ist für Hobbyhersteller am sinnvollsten, da jederzeit probiert werden kann ohne vorher umständlich Verdünnen zu müssen. Gewerbliche Hersteller verdünnen nicht, denn unverdünnt ist die zu lagernde Menge kleiner und somit kostensparender. Geschmacklichen Unterschied haben wir bisher keinen bemerkt. Selbstverständlich gilt dies nur für luftdichte Lagerung, also NICHT für Holzfässer!

    Eintrag Nr. 4083:

    Hallo, kurze frage ob mir wer weiter helfen kann?
    Habe sehr viele alte Weine, weis und rot und ein paar Sektflaschen dazu. Ich schütte alles in einen Behälter, gib je nach Menge Aktivkohle dazu.
    Lass es ein paar Tage stehen. Muss ich dann noch zusätzlich einen geschmacklosen Schnaps(z.b. einen Brand der Firma Spitz) von 50% Vol. Alkohol dazugeben oder nicht. würde damit gerne einen Marillen Geist destillieren. Hoffe meine Frage versteht jemand und kann mir Antworten. Grüße Renè


    Rene, Niederösterreich
    15.Jul.2015 18:27:45


      Bei Marillen muss der verwendete Alkohol möglichst rein sein, jeder noch so feine Beigeschmack ist sofort erkennbar. Somit würde ich das Wein/Aktivkohlegemisch filtrieren, dann destillieren, Nachlauf sehr früh beginnen. Mit dem auf ca. 12%vol verdünnten Destillat dann Geist herstellen wie im Buch beschrieben. Nein, Zugabe von geschmacklosen Schnaps ist nicht notwendig.

    Eintrag Nr. 4082:

    guten Tag . ich habe im Febr, 15 williams birne
    gebrannt. Der Geschmack ist da , aber nicht so richtig rund. Wie kann ich das verbessern?


    henry, nw
    11.Jul.2015 16:32:23


      Belüften wie im Buch ausführlich beschrieben, zumindest 2 Jahre in 2/3 gefüllten Flaschen stehen lassen, siehe ebenfalls Buch.

    Eintrag Nr. 4081:

    Eigene Antwort auf meine Frage 4080.
    Habe meine Frage selber beantworten können. Im Buch auf Seite 119 z.b. rechts unten und auch noch auf anderen Seiten. Trotzdem Danke!!
    MfG Dieter


    brennfuchs, NRW
    09.Jul.2015 11:23:20


      Gutes Gelingen!

    Eintrag Nr. 4080:

    Sehr geehrter Herr Schmickl. Habe jetzt meine Anlage soweit fertiggestellt (Bild 284) und auch das Buch "Schnaps brennen" mehreremale gelesen. Nun möchte ich als ersten Versuch mal einen Geist, wie auf Seite 120 beschrieben, brennen. Jedoch ist noch eine Frage offen: Wie ist die Flussrichtung des Kühlwassers? Speise ich das Wasser am tiefen oder am hohen Punkt des Kühlers ein ? Also MIT oder GEGEN die Flussrichtung des Destillates ? Habe da noch leider keine richtige Antwort gefunden. Vielen Dank für die Antwort.
    MfG aus Düsseldorf


    Brennfuchs, NRW
    08.Jul.2015 21:29:56


      Danke, dass Sie Ihre Frage selbst beantwortet haben (siehe Eintrag Nr. 4081)

    Eintrag Nr. 4079:

    Guten Abend!
    Die Destille ist angekommen und schon im Einsatz.
    Habe zunächst ne Flasche Bier destilliert und versuche mich gerade an nem Liter Wein mit Erdbeeren im Aromakorb.
    Bei beiden Vorgängen habe ich das Problem, dass ich die Temperatur nicht regeln kann. Sie schreiben in Ihrem Buch, dass bei 91° der Nachlauf beginnt. Aus dem Liter Wein habe ich nicht mal ein Schnapsglas gewonnen und die Temperatur steigt unaufhörlich weiter an. Den Untersatz habe ich schon entfernt und die Flamme auf die niedrigste Stufe gedreht, aber die Temperaturen steigen und steigen. Muss ich die Flamme jedes mal löschen um die Temperatur zu regulieren? Ich kann mir jedoch nicht  vorstellen, dass schwankende Temperaturen gewünscht sind.
    Woran erkenne ich, dass die zu destillierende Menge fertig destilliert ist? Daran, dass irgendwann keine Flüssigkeit mehr aus dem Geistrohr tropft?
    Vielen Dank im Voraus!


    MarsellusWallace, EU
    08.Jul.2015 20:36:49


      Wie im Buch sehr ausführlich beschrieben, ist die Dampftemperatur abhängig vom Alkoholgehalt. Mit anderen Worten: das Dampfthermometer misst den Alkoholgehalt. Da der Alkoholgehalt während der Destillation immer kleiner wird, muss die Dampftemperatur folglich auch immer mehr ansteigen, die Dampftemperatur kann somit nicht geregelt werden. Sie bleibt nur dann unverändert, wenn Sie das Destillat fortlaufend wieder zurück schütten, was natürlich keinen Sinn macht. Ebenfalls ist im Buch beschrieben, dass Bier einen zu geringen Alkoholgehalt hat um nur einmal zu brennen. Daher entweder doppelt Brennen oder mittels Alkoholzugabe den Alkoholgehalt auf ca. 12%vol erhöhen.
      Da Sie schreiben, dass auch bei Wein nahezu nichts herauskommt, sollten Sie das Thermometer überprüfen (was wird nach ca. 8 min in einem Topf mit kochendem Wasser angezeigt?) und ggf. auch die Position der Messstelle.

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