Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 428:

    Zur Ergänzung des letzten Beitrages: es handelt sich um reine Trauben-Maische plus Anis. Zusatzfrage: habe Feigen in Nachbrand eingelegt. Sollte man noch einmal brennen oder die Früchte nur herausnehmen? Danke und Gruß, Siegfried

    siegfried, Deutschland
    03.Dez.2002 14:18:01


      Der Geschmack der Trauben wird durch die unten angegebenen Methoden so gut wie weg sein (sofern er durch die Überdosierung von Anis überhaupt noch merkbar war). Wenn Sie mit Nachbrand DESTILLIERTEN Nachlauf meinen, dann können Sie den Angesetzten direkt trinken und die Feigen verspeisen. Wenn der Nachlauf nicht destilliert wurde, so haben Sie einen unangenehmen Nachbrandgeschmack, den Sie nicht wegbekommen. Ein Destillieren des Angesetzten ist möglich, aber eine reine Geschmacksfrage, ob man ein klares Destillat bevorzugt oder direkt den gefärbten Angesetzten. Das Destillat hat zwar die selbe Geschmacksrichtung, das Aroma unterscheidet sich trotzdem ein wenig.

    Eintrag Nr. 427:

    Guten Tag, im letzten Jahr habe ich einen Ouzo gebrannt durch Versetzen der Maische mit Anis direkt vor dem Brennvorgang. In diesem Jahr ließ ich Anis mit der Maische vergären. Leider ist das diesjährige Produkt im Gegensatz zum Vorjahr sehr streng (schmeckt zu sehr nach Anis). Was also tun? Noch einem brennen oder mit geschmacklosem Nachbrand strecken? Danke und liebe Grüße. Siegfried

    Siegfried michaelis, Deutschland
    01.Dez.2002 08:52:57


      Sie können nochmals brennen, allerdings hängt es von der Anismenge ab, ob dies genügt. Alternative: geben Sie ca. 1 Eßlöffel Aktivkohle auf 5 Liter Schnaps für 24 Stunden zu und rühren Sie kräftig um, danach destillieren. Sie werden einen deutlichen Unterschied merken.

    Eintrag Nr. 426:

    Hallo
    Ich bin gerade am Eigenbau einer Destille,nun meine Fragen.
    Ich möchte eine ca.40l Anlage bauen ,reicht für das Seigrohr 22mm und für Die Kühlspirale 12mm aus oder passt das nicht zusammen.
    welche ist die Optimale Beheizung.
    Da ich noch neu auf diesem Gebiet bin wäre ich dankbar auch von anderen Tips zu erhalten.
    Grüße an alle
    Matze


    Matze, Deutschland
    28.Nov.2002 23:46:59


      Als Steigrohr sollten Sie eher auf einen Durchmesser von 40-50 mm gehen, die Kühlspirale mit 12 mm ist ok. Die Beheizung sollte auf alle Fälle regulierbar sein. Für Ihre Größenordnung kommt je nach Anlagenkonstruktion eine elektr. Heizung oder besser ein Gasbrenner in Frage.

    Eintrag Nr. 425:

    Ich möchte gerne Kaki Schnaps brennen bzw. die Maische ansetzen. Habt ihr ne idee?

    Daniel Heiserer, Schweiz
    27.Nov.2002 16:47:57


      Wie auch bei anderen Obst die Früchte waschen, Stengel, Blätter, Strunk o.ä. entfernen, gut zermatschen, wenig Wasser dazu, sowie Hefe und Verflüssiger. Den pH-Wert kontrollieren und gegebenfalls durch Säurezugabe auf 3 einstellen. Schmeckt sicher ausgezeichnet, weil Kaki ein sehr aromatisches Obst ist. Gutes Gelingen!

    Eintrag Nr. 424:

    Nach einem Jahr im Faß ist mein Schnaps trübe.
    Wie kann ich ihn am besten klären.
    Vielen Dank.


    Claus Gumprecht, Deutschland
    27.Nov.2002 15:29:27


      Am besten mit Spezialfiltern die Trübung entfernen. Alternative: stecken Sie zwei Kaffeefilter ineinander, dazwischen etwas Watte. Schnaps über Nacht in Tiefkühlschrank (-18°C). Einige Trübungen lassen sich auch so entfernen.

    Eintrag Nr. 423:

    hallo herr dr. schmickl,
    bei dem bauvorhaben für meine destille möchte ich im kühler einige schleifen 12mm kupferrohr verwenden. ist der durchmesser in ordnung? welchen einfluß hat der durchmesser von steig- und kühlrohr überhaupt?

    gruß andre

    p.s.: bin übrigens im januar bei ihnen im lehrgang


    andre bischoff, Deutschland
    26.Nov.2002 22:13:40


      Für Anlagen bis ca. 50 Liter sind 12 mm Durchmesser im Kühler auf alle Fälle in Ordnung. Haben Sie im Steigrohr einen zu dünnen Durchmesser, so entsteht im Kessel ein Überdruck. Dadurch kommt es - ähnlich einem Schnellkochtopf - bei höherem Druck auch zu höheren Temperaturen. Diese zerstören Ihnen teilweise die Aromen. Weiters führt diese höhere Temperatur dazu, daß Sie das Thermometer nicht mehr sinnvoll ablesen können, da ja die Temperatur druckabhängig ist. Die angegebenen Grade für Nachlauf, Vorlauf usw. gelten nur bei einer Temperaturmessung unter Atmosphärendruck, nicht jedoch bei Überdruck.
      Im Kühler kann das Rohr dünner als im Steig- bzw. Geistrohr sein, da hier bereits alles in flüssiger Form vorliegt und somit weniger Volumen braucht. Ist jedoch der Durchmesser zu eng, kommt es beim Abrinnen des Destillates zu einem Stau. In diesem Fall hätten Sie dann eine geschlossene Anlage, da es zu keinem Luftaustausch mehr kommt. In diesem Fall kann Ihnen die Anlage um die Ohren fliegen, also Vorsicht!
      P.S. Im Jänner können wir das dann ausführlich besprechen.

    Eintrag Nr. 422:

    Lieber Herr Dr. Schmickl,
    ich versuche mich seit neuestem in der Herstellung von Likör, leider wird er nicht so dickflüssig wie der gekaufte. Jetzt habe ich gehört, daß man, um den Likör dickflüssig zu bekommen, Glukosesirup hinzufügen muß, jedoch bekommt man diesen Sirup als Privatperson nur schwer oder gar nicht zu kaufen. Ich habe aber auch schon von einem Rezept gehört, daß man eine Art Ersatz herstellen kann. Stimmt das?


    Daschek Adelheid, Österreich
    26.Nov.2002 14:04:48


      Ich bin kein Likörspezialist, aber ich könnte mir vorstellen, daß Sie meiner gesättigten Zuckerlösung auf das gleiche Ergebnis kommen. Kochen Sie Wasser auf und geben Sie dem kochenden Wasser langsam unter kräftigem Rühren solange Zucker zu, solange dieser sich noch auflöst. Die so erhaltene Zuckerlösung wird sehr zähflüssig werden und sollte Ihr Problem lösen.

    Eintrag Nr. 421:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,

    In Ihrem Buch geben Sie ein Rezept für Schlehenlikör an. Ich kann daraus leider nicht genau erkennen wie das Verhältnis von Früchten, Weingeist und gesponnenem Zucker sein soll.

    Ich habe 2 kg Schlehen.
    - Wieviel Weingeist soll ich zugeben?
    - Wieviel Zucker soll ich mit wieviel Wasser verspinnen?
    - Wie soll das ganze filtriert werden? nach der Zugabe des gesponnenen Zuckers?
    - mit welchem Filter soll man am besten filtrieren?
    - muss der fertige Likör noch lagern?

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen

    Thomas Hiermer


    Hiermer Thomas, Deutschland
    24.Nov.2002 22:22:57


      Für den Likör verwenden Sie bei 2 kg Schlehen 2 Liter Weingeist und ca. 500 g Zucker.
      Die 2 kg Schlehen mindestens 8 Wochen lang in 2 Liter Weingeist ansetzen und stehen lassen, danach die Früchte abseihen (mit einem ganz normalen Kaffeefilter). Nun 500g Zucker mit 2 Liter Wasser aufkochen und abkühlen lassen, danach den Schlehenansatz dazugeben.
      Den Likör können Sie sofort genießen, andernfalls gut verschlossen stehen lassen, am besten im Dunkeln.

    Eintrag Nr. 420:

    Dieser link dürfte für Einträg 418 /419 sehr interssant sein:

    http://www.homedistiller.org/cond_calc.htm

    PS: Die ganze Seite www.homedistiller.org ist sehr empfehlenswert.


    gorgio, Deutschland
    23.Nov.2002 13:29:30


      Danke, die homepage können Sie ohnehin auf der Link-Seite finden.

    Eintrag Nr. 419:

    Herr Schmickl,
    Das Verhältnis von Kesselgröße und Kühlspirale interessiert mich auch.
    Wie sieht es mit dem Durchmesser und der Länge der Kühlspirale bei 30 und bei 50 Liter aus?

    MFG Säusel


    säusel, Deutschland
    22.Nov.2002 22:34:15


      Bei 30 bis 50 Liter Kessel sollte der Durchmesser etwa 0,5 cm sein, die Kühlschlangenlänge etwa 2 bis 3 Meter, das ergibt dann eine vernünftige Kühlung.

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