Schnaps einfach selber machen

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Juni 2018:

Seit der letzten größeren Umstellung der homepage und der Foren sind inzwischen unglaubliche 16 Jahre (!) vergangen. Wenn man bedenkt, dass im Internetbereich bereits zwei bis drei Jahre eine Ewigkeit sind, ist das durchaus beachtlich. Jedenfalls hat sich inzwischen technologisch dermaßen viel getan, dass es zwingend notwendig geworden ist, nicht nur die Foren, sondern gleich den gesamten Web-Auftritt von Grund auf komplett neu zu gestalten und die Programmierung auf den letzten Stand der Technik zu bringen. Einhergehend wurden natürlich diverse neue Features eingeführt, z.B. war es längst überfällig, dass zu einem Forumsbeitrag auch Bilder hochgeladen oder die Foren mittels RSS-feed abonniert werden können. Bilder, die auf externe homepages gespeichert und dann hier mittels img-tag eingebunden wurden, haben wir selbstverständlich nachträglich eingepflegt, damit keine wertvolle Information verloren geht. Jedenfalls wünschen wir auch weiterhin viel Spaß beim Erfahrungsaustausch und Ausprobieren!

Juni 2002:

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So das war's auch schon, wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Erfahrungsaustausch, Lesen, Beiträge verfassen und natürlich auch beim anschließenden Ausprobieren! Dr. Malle & Dr. Schmickl

RUM

Sergey Fährlich am 15.12.2011 12:16:42 | Region: Eurasien
Hallo,
ich möchte mal wieder über eine - unerwartete - Wende zum Besseren berichten.
Da ich als Whisky-Trinker durchaus auch dem Rum nahestehe, wollte ich genau diesen mal probieren. Der Rohstoff in Form von Zuckerrohr-Melasse ist in der Bucht verfügbar (dort nach "Effektive Mikroorganismen" suchen). Die Gärführung dieser 5 Liter Melasse bereitete mir Schwierigkeiten, vermutlich wegen des hohen Zuckergehaltes, wobei auch unvergärbarer Zucker dabei ist. Die Gärung kam leider nie so richtig in Schwung. Entsprechend war die Ausbeute nicht besonders gut. Viel schlimmer war jedoch ein penetranter Geruch nach Melasse, der mich das Destillat (ca. 60%ig) in die hinterste Ecke schieben ließ - natürlich auf extra stark getosteter Eiche. Beim Umräumen stieß ich nun wieder auf dieses Gesöff und öffnete - fast widerwillig - die Flasche. Und plötzlich ging die Sonne auf ....
Ein mild aromatischer Rumgeruch kam mir entgegen. Auch die vorsichtige Verkostung des Hochprozentigen ergab keine andere Bewertung - wieder einmal musste ich erkennen, dass bei Destillaten die Zeit ein entscheidender Faktor ist.
Mein Fazit: Ich werde es nochmals versuchen, wobei ich mir tiefere Gedanken zur sauberen Vergärung der Melasse machen muss. Sollte jemand damit schon gute Erfahrungen gemacht haben, bin ich natürlich für Hinweise dankbar.

Viele Grüße
vom Rum machenden S.F.

RE: RUM

were am 15.12.2011 14:19:19 | Region: eu
Interessanter Bericht! Macht Lust das selbst zu probieren.

(hatte ich mal was von müde geschrieben...?)

RE: RUM

Bilbaino am 18.12.2011 14:05:09 | Region: Spanien
Im Juni schrieb ich schon mal, dass ich Panela (konzentrierter, getrockneter Zuckerrohrsaft) mit Turbohefe angesetzt habe und dann auch destilliert. Das Resultat versucht im Fass zu reifen, aber bis jetzt kein Geschmack nach Rum.
Dagegen habe ich Moskatell - Destillat im Fass 1 Jahr reifen lassen und herausgekommen ist ein sehr milder, köstlicher Cognac.
Der Nussbrand ist nach wie vor völlig undefinierbar im Geschmack.
Saludos, Bilbaino

RE: RUM

Grisu am 19.12.2011 20:46:30 | Region: NDS
Hi, wie lange hast du denn den Rum gelagert bis du ihn wiedergefunden hast ?

schönen Gruß
grisu

RE: RUM

Sergey Fährlich am 20.12.2011 19:58:05 | Region: Eurasien
... wird so ca. ein Jahr gewesen sein!

Gruß! S.F.

RE: RUM

Dominic E am 27.02.2012 21:14:19 | Region: EU
Hallo,

in welchem mischungsverhältnis haben sie die Melasse mit wasser verdünnt?
Welche Hefe haben sie verwendet?

Würde auch gerne aus der Melasse einen Rum Herstellen.

Weis zufällig auch jemand wo sich ein kleines Eichenfass zur Lagerung kaufen lässt?

Viele Grüße
Dominic E

RE: RUM

Sergey Fährlich am 03.03.2012 12:37:20 | Region: Eurasien
Hallo,

die genauen Angaben habe ich leider nicht mehr. Im Prinzip habe ich die Melasse wie 50%-igen Zucker gehandhabt - also Wasser + Melasse und dann noch 2 oder 4 mal Melasse nachgegeben. Als Hefe hatte ich Turbohefe, das muss allerdings nicht sein.

Die Fässer findes du in der Bucht.

Gruß, S.F.

RE: RUM

Ernie am 12.12.2012 20:26:44 | Region: Solling
Hi,

ich wollte mich auch mal am Rum versuchen und habe mir Zuckerrohrmelasse besorgt. Mit Portweinhefe und Apfelsaft habe ich einen Gärstarter angesetzt, die Melasse zur Hälfte mit Wasser verdünnt (Zuckergehalt 46%), etwas Nährsalz dazu und Zitronensaft um den PH-Wert zu senken (Laut Verkäufer liegt er bei 5). Leider konnte ich den PH-Wert bei der dunklen Brühe nicht mit den Messstreifen ermitteln. Jetzt mein Problem: Keine Gärung nach 2,5 Tagen :-(
Habt ihr Tipps für mich? Bisher hat immer alles funktioniert, was ich angesetzt habe...
Grüße
Ernie

Rum

Sergey Fährlich am 13.12.2012 20:03:03 | Region: Eurasien
Hi Ernie,
das war auch mein Problem - die Maische ist noch zu "dick". Ich habe im zweiten Versuch mit einer Wasser - Melasse -Mischung von ca. 5 : 1 angefangen und dann im Gärverlauf weiter Melasse zugesetzt.
Mein Destillat habe ich noch mit etwas angekohlter Eiche versetzt (ist bei Rum so üblich), das gibt ein süssliches würziges Aroma ... lecker! Aber er lagert noch.
Gruss, S.F.

RE: RUM

Moonshiner am 14.12.2012 07:08:13 | Region: Hobbybrennerland
Hallo Ernie,
Mein Rum lagert seit einem Monat in einem Minnifass, es war ein schwieriger Weg.
Die Melasse stank penetrant nach Maggie und wollte nicht gären. Am Ende hatte ich drei Sorten Hefe in der Melasse versenkt:
Bierhefe
Brennhefe
Turbohefe
Die Gärung ist immer bei ca. 8 vol% abgebrochen.
Ich habe von 20% Wasserzugabe bis 1:3 alles an Verdünnung ausprobiert.

Irgendwie mag Hefe keine Melasse :-(

RE: RUM

Ernie am 14.12.2012 19:53:15 | Region: Solling
Hi Sergey, hi Moonshiner,

danke für Eure Antworten! Mittlerweile hat eine Gärung eingesetzt - alle 20 Sekunden blubbert es. Ich werde in der nächsten Woche mal eine Probe der Maische (z.Zt. 7,5l / 5l Melasse / 2,5l Wasser und Gärstarter) einem Bekannten mitgeben. Dieser hat die Möglichkeit die Maische auf den PH-Wert zu analysieren und auch die Säuremenge zu bestimmen, die ich brauche um den PH-Wert auf 3,8 einzustellen. Vielleicht liegt es ja da dran das es nicht so läuft wie gewünscht??? Jedenfalls bleibe ich am Ball und werde von meinen Fortschritten/Misserfolgen berichten.
Ein schönes Wochenende!
Der Ernie

RE: RUM

Markus am 14.05.2013 09:33:38 | Region: Vorarlberg
Hallo Ernie,
wie ist es mit der Melasse ergangen?
Hast du Tipps zur Gärung?
Woher bekommt man größere Mengen?
Danke für die Hilfe.

Markus.

RE: RUM

franki am 22.06.2012 07:43:50 | Region: nordthailand
hi domenic ein kleines eichenfass bekommst du bei destillatio musstew googeln. die haben auch eichenspaene dann starke toastung. die einfach in die flasche zum rum geben wird dann braun und bekommt den fassgeschmack
gruss franki

RE: RUM

Veit am 03.11.2013 12:21:57 | Region: Sachsen
Hallo an Euch alle, ich habe ein Fass mit Rohrzucker und dem dazugehörigen Anteil Wasser und Turbohefe angesetzt. Bis jetzt passiert nichts... Sollte ich mal normale Hefe probieren ?

Rum

Sergey Fährlich am 04.11.2013 22:02:21 | Region: Eurasien
Wenn die Hefe nach drei Tagen nicht losgeht, ist sie wohl schon tot, dann nimm andere.
Aber RUM wird das nicht.

S.F.

RE: Rum

Koffergriff am 11.06.2015 07:32:35 | Region: Mitteldeutschland
Hallo S.F., hallo die anderen,

ich habe auch vor 4 Wochen den RUM gebrannt nach dem Rezept hier. Ich möchte gern mal meine Erfahrungen schildern.
Die 5 Liter Melasse habe ich mit 10 Litern 60 Grad warmen Wassers ordentlich vermischt und dann abkühlen lassen.
Danach eine Packung Moonshiners Spezialhefe dazu und ca. 15 Gramm Hefenahrung.
Ich hatte keinerlei Schwierigkeiten mit dem Gärstart.
Das Ganze ging nach ca. 3 Tagen laaaangsam lost und gärte in ca. 3-4 Wochen soweit durch. In der abklingenden Gärung habe ich langsam und gemächlich bis etwa 90 Grad gebrannt.
Nun steht das Ganze schon ca. 4 Wochen auf 3-4 Esslöffeln stark getoasteter Eiche in der vordersten Ecke des Kellers ;-)
Die Geruchs und Geschmacksprobe zeigt dass die Lagerung das gewünschte Ergebnis bringen wird. Lecker.. und was für ein Aroma sich da entwickelt! Sagenhaft...
Rausgekommen sind knapp 3 Liter mit 55%.
Danke an dieser Stelle für die Inspiration.

Gruss
Der Koffergriff

RE: Rum

Travelscout am 07.09.2016 12:47:03 | Region: Nord
Hallo zusammen auch ich habe den Rum erfolgreich hergestellt. Dazu habe ich die Melasse mit Wasser einwenig erhitzt zum auflösen Verhältnis 1 zu 3. Ich habe dann abkühlen lassen und mit nährsalz und moonshiner vergären lassen. Keinerlei Gärprobleme. Aber eines dürft ihr auf keinen Fall machen, aufzuckern (schütten) im Gärprozess. Da kommt euch eine Phontäne entgegen. Ansonsten 2 mal gebrannt und das Ergebnis im Fass gelagert nach einem Jahr ist bestens.

RE: Rum

Grog am 07.09.2016 14:44:02 | Region: Atlantik
Hi Travelscout,

falls dir eingefallen ist bei voller Gaerung so'n Kilosack Zucker "reinzuschmeissen" dann hasst du hoffentlich sofort das weite gesucht :D
Bei Mischverhaeltniss 1/3 und Zugabe von Dunder kannst du dir uebrigens den Zucker sparen. Wird dann weniger fuselig im Endergebnis.
Ich verfahre normalerweise im Verhaeltniss 1/4, letztlich sogar 1/5. Musste dann zwar aufzuckern aber der Gaerprozess war um einiges schneller da nicht so dickfluessig.

Gruesse,
Grog

RE: Rum

Uli am 29.12.2016 07:33:28 | Region: Rheinland-pfalz
Hallo zusammen,

Ich werde mich in Kürze auch an einem Rum wagen und überlege ob es machbar ist die Maische z.B. mit Vanille zu aromatisieren.
Geht das überhaupt?
Das Destillat aufzupimpen fühlt sich wie gepanscht an deshalb lieber die Maische "optimieren"
Gruß

Uli

RE: Rum

Grog am 09.02.2017 02:41:19 | Region: Atlantik
Hallo Uli,

von der Vanille in der Maische wirst du nach dem brennen wenig rausschmecken. Da empfiehlt es sich eher wie für ein spiced rum zu verfahren.

MfG,
Grog

RE: Rum

Newbie am 13.03.2017 18:30:35 | Region: Süd-Ost
Hallo,

auch ich bin ein frischer, aber nicht junger Anfänger. Zum Rum kann ich sagen, dass ein aromatisieren mit Vanille auch geht, aber es fühlt sich wirklich gepanscht an.
Hier kommt nun mein Rum Rezept und das Ergebnis wurde mit einem Havanna Club mit Vanille-Aromen verglichen.

Das Rezept ist eine Ableitung des "Turbo-Grundrezepts" und aus Platz und Bedarfsgründen auf 1/10 umgerechnet, sprich:
2,5 Liter Lauwarmes Wasser und statt den 800 Gramm Zucker:
500 gr. RohrZucker braun und
300 gr. Melasse (praktischerweise 1 Glas aus dem Bioladen) plus
1 Tl Turbo Hefe.

Die Maische gärt nach ca. 1 Tag & riecht wirklich streng nach Lakritz (wie in einem anderen Beitrag erwähnt) und ist eine braune Plörre, schlimmer als der stärkste Kaffee.
Nach Gärende habe ich sie drei Monate ruhen lassen und dann ging es endlich ans Brennen in der Kleindestille :-(

Schon nach den ersten Minuten roch es wunderbar aromatisch nach Rum. Das Endergebnis wurde halbiert und mit dunkel getoasteten Eichenchips versetzt - ein Traum von braunem Rum.
Witzigerweise musste ich fest stellen, dass der braune Rum besser duftet, aber der weiße noch ein Ticken besser schmeckt.

Als kleiner Nebeneffekt wandern die nun mit Rum aromatisierten Holzchips in die nächste Whisky-Charge, dort experimentiere ich auch mit der Aromengebung (Hell & Dunkel getoastet; Bourbon, Port & Rum)

LG aus Süd-Ost
Newbie

RE: Rum

Captain Morgan am 18.08.2017 20:11:36 | Region: Norddeutschland
Hallo zusammen,

mal eine Frage an die erfolgreichen Rum Brenner: Habt ihr die Maische vor dem brennen noch filtriert oder von der Melasse getrennt? Oder alles einfach 1:1 in die Destille gegeben?

VG
Captain

RE: Rum

Travelscout am 06.02.2019 17:35:01 | Region: Nord

Moin die Melasse kommt eins zu eins in den Brennkessel. Es ist bei der Vergärung auf ausreichend hefenährsalz am Anfang zu achten. Am besten setzt man mit Apfelsaft einen Gärstarter an. Die Erfahrung hat gezeigt dass eine Mischung 3 zu 1 völlig ausreichend ist. Ihr solltet aber bei dem Hefe geben auf eine gleiche Temperatur unterhalb der Obergrenze achten. Das soll heißen die Temperatur der rehydrierten Hefe sollte dem gärfass gleich sein. Ich denke der größte Fehler ist eine zu heiße Maische mit zu kalter Hefe ansetzen. Dieser Vorgang schockt die Hefe und stresst diese.