Die Destillation von Schnaps

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Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 29.09.2017 08:53:09 | Region: Deutschland
Hallo,
ich habe mit den vielen Informationen auf dieser Seite meine erste quick and dirty Destille aufgebaut. Um die Sache zunächst einfach und preiswert zu halten, habe ich einen 24 cm Universaldeckel aus Edelstahl verwendet (5 Euro), der auf meine normalen Töpfe passt. Damit habe ich ein Volumen von 6 bzw. 12 Litern zur Verfügung. Ich habe den Deckel bei der Metro gekauft. Die gibt es aber auch bei Ebay.

Ich wollte kein Messing verwenden und habe mich daher für eine 42er Kappe aus Kupfer entschieden. Es folgt eine Reduzierung auf 22 mm, so dass sich ca. 10 cm Steigrohr ergeben. Dann kommen 50 cm 15er Geistrohr. Der Liebigkühler ist aus 22er Rohr gemacht.

Am meisten Bedenken hatte ich wegen der Lötung Kupfer auf Edelstahl. Das war völlig unbegründet. Bei richtiger Vorbereitung lötet sich das von selbst und ergibt eine sehr saubere Naht. Es war tatsächlich einfacher als alles andere.

Ich kann nur alle Anfänger ermutigen, das zu versuchen. Wenn man eine Schnecke Lot unter die Kappe legt, fließt das Lot von allein an die richtige Stelle. Ich habe die Kappe dann noch vor dem Aufbohren mit drei Schrauben gesichert. Vermutlich ist das gar nicht nötig. Beim nächsten Mal werde ich testen, wie gut die Lötung hält, wenn die Kappe auf ca. 30 mm aufgebohrt wird. Es sieht aber bombenfest aus. Neben einem speziellen Flussmittel habe ich Lot für Edelstahl verwendet. Das hat 3% Silberanteil statt Kupfer. Keine Ahnung, ob das nötig ist. Auch das werde ich noch testen. Dieses Lot ist recht teuer.

Die große 42er Kappe und die Reduzierung 42 > 22 mm sind nicht bei allen Händlern zu kriegen. Bei Ebay gibt es aber eine Quelle, die alle Teile vorrätig hat, so dass man Porto spart. Leider gibt es dort kein Kupferrohr als Meterstücke. Das habe ich mir beim Schrotthändler meines Vertrauens besorgt. Kappe und Reduzierung sind mit jeweils knapp 10 Euro teuer als eine Verschraubung aus Messing. Dafür lässt sich auch ein größerer Durchlass erreichen.

Bei Ebay gibt es auch Bausätze für Liebigkühler für einen guten Preis. Allerdings verwendet der Anbieter Veschraubungen aus Messing. Wer damit leben kann, ist mit dem Kit gut bedient, wenn man nicht die ganze Kärnerarbeit machen möchte.

Werde demnächst Wein aus dem Tetrapack zum Einbrennen testen. Hoffe, dass die Infos anderen Anfängern helfen.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 29.09.2017 11:19:17 | Region: Nord-Süd
Hallo Mike

Ich habe zwar keine ahnung, aber das sieht richtig gut, schön einfach gehalten:-)

Hast du ein Flussmittel benutzt, oder ging das mit dem Silber so? Das Löten kann
durchaus halten, Löten heißt ja nur, etwas flüssig machen was sich in denn
verschiedenen Materialien festkrallen kann, also wenn alles sauber ist und eine
gewisse struktur hat, wo das Zinn hinein laufen kann wird es halten, allerdings
auch nur so viel, wie das Zinn braucht um zu zerreißen, eine andere möglichkeit
ist auch vorher zu verzinnen, also nur Zinn auf die Lötflächen, ewentuell reinreiben,
mit Schraubenzieher oder so, das geht auch bei Alu.

Reinigung nicht vergessen, erst spülen mit Zitronensäure , alles wird schön Rosa,
dann Essig Destillieren, riecht auch gut und zum schluss denn billigen Wein, denn
aber auch nicht Trinken.
Und vor allem, hier ganz viel lesen!!

Eine Frage noch, wie hast du die Fotos hier reinbekommen :-)?

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Feingeist am 29.09.2017 12:44:58 | Region: Diaspora
Kompliment, sieht gut aus. Sauber gelötet.
Wenn Du noch eine Befestigung Deckel/Topf suchst, kann ich Dir empfehlen, den Deckelrand mit Teflonband zu umwickeln (2 mal) und mit sogenannten Vielzweckklammern festzuklemmen, hält bombenfest und dicht. Gibt in der Galerie Beispiele.
Viel Spaß und Erfolg!
Gruß

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 29.09.2017 19:18:24 | Region: da wer
Schöne Potstill,

ist alles gelötet oder ist irgendwo eine Steckverbindung?

Das silberhaltige Lot war unnötig. Ohne das spezielle Flußmittel geht es aber nicht. Das Lot perlt einfach ab ohne. (Außer IchBinsNur hat da vielleicht einen speziellen Tip. Glaub ich aber erst, wenn er es erfolgreich ausprobiert hat.)

Deine Kupferrohre hätte es meterweise auch im Baumarkt gegeben. Nur die Reduzierung von 42mm nicht.

Ich hoffe, der Topfboden ist ein Sandwichboden. Sonst gibt es vielleicht Probleme, falls du mit einer Herdplatte brennen möchtest.

Das mit den Bildern interessiert mich auch.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 30.09.2017 18:50:42 | Region: Nord-Süd
Hallo wo und alle anderen

Nein leider habe ich keinen speziellen Tip um ohne Flussmittel zu Löten, ich habe das wohl etwas schlecht
Formuliert, das ohne Flussmittel war eine Frage zum Silberhaltigem Lötzinn, ich habe das noch nie benutzt
und kenne es auch nicht, daher die Frage ob er Flussmittel benutzt hat.

Was das reinreiben oder Verzinnen von unterschiedlichen Materialien angeht, kann ich mir schon vorstellen
das man so ziemlich alles Löten kann, erst recht wenn man es vorher verzinnt bekommt. Bei Alu zum beispiel
geht das ganz gut, Karoseriebauer verzinnen auch normales Blech was auch sehr gut hält, allerdings benutzen
sie glaube ich sehr viel Bleianteil.

Der Topfdeckel von Mike war ja mit 5 euro sehr günstig, das Bild ist zwar nicht besonders scharf, aber ich
denke das der Deckel durch drücken hergestellt wurde, das hinterläßt sehr feine Riefen und wenn man die
voll Zinn bekommt, natürlich mit Flussmittel! dann wird das sehr gut halten. Was man auch sehr schön sieht,
ist das er sehr sauber gearbeitet hat, auch hat er keine Kosten gescheut und das teure Lötzinn genommen,
man sieht einfach das sich jemand sehr viel Mühe gemacht hat, von daher glaube ich , das alles gut hält.

Ich denke, bei meinem nächsten Topf werde ich auch von meinem Schraubflansch abgehen und einen Lötflansch
versuchen, ich habe mir überlegt, ich mache nur einen kleinen Flansch, ( geht sicher auch ohne Drehbank)
so ca. 5mm breit, dann stecke ich das Rohr von unten durch denn Deckel, fixiere das ganze so das der Flansch
stram anliegt, wenn ich jetzt von oben Löte ! dann wird das Zinn dazwischen laufen und zusätzlich kann
ich oben eine art Hohlkehle aus Zinn formen, jetzt sollte sich das ganze auch belasten lassen, obs klappt
werde ich dann sehen:-) und Fotos würden dann natürlich auch folgen.

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 01.10.2017 11:32:24 | Region: da wer
Wenn du "simplefix" in die SuFu eingibst, findest du viel Infos zum Löten von Edelstahl.
Das eine Problem ist die extrem unterschiedliche Wärmeleitfähigkeit von Kupfer und Edelstahl, das zweite die Flammenempfindlichkeit des Flußmittels. Man muss generell die Flamme aufs Kupfer halten. Möglichst nicht ans Edelstahl und NIE ans Flußmittel.
Entweder so wie er das gemacht hat: Zwischen die Endkappe und Deckel eine Schnecke Lötzinn gelegt und alles eingepinselt mit Lötwasser, dann die Flamme IN die Endkappe. Das schmilzt dann schön sauber zusammen. Danach aufbohren.
Oder mit Löthammer das Edelstahl verzinnen. Also Edelstahl einpinseln, Lötzinn draufhalten und dann mit dem Hammer schmelzen und verschmieren. Man muss einige Male unterbrechen, saubermachen und neu pinseln. Dann kann man auf die verzinnten Stellen alles löten ws man will.
Es kann passieren, daß sich der Deckel durch die Hitze etwas wölbt und dann nicht mehr ganz so gut passt.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 02.10.2017 10:23:31 | Region: Karlsruhe
Hallo,
vielen Dank für Eure Beiträge. Wie hier schon erwähnt, gibt es das spezielle Flussmittel dort, wo es Lötbedarf gibt. Im Baumarkt wohl nicht, glaube ich.

Der Liebigkühler wird nur gesteckt, so dass ich ihn abnehmen und einfach reinigen kann (ein gerades 15er Rohr). Ich werde den Kühler dann einfach mit etwas Teflonband in den Bogen am Steigrohr stecken.

Tatsächlich verziehen sich dünne Deckel beim Löten etwas. Das lässt sich aber problemlos mit der Deckelhalterung niederdrücken. Der Deckel hat in der Tat vom Drücken leichte Riefen. Beim nächsten Deckel mache ich dann mal einen Belastungstest und schaue, wie weit ich die Kappe aufbohren kann, ohne dass es instabil wird.

Man kann zum Schließen die schon erwähnten Klammern verwenden. Das geht bei mir leider nicht so gut, weil der Topf einen Radius an der Unterseite hat, an dem die Klammern nicht so irre gut halten. Ich habe mir einfach aus Multiplex einen Ring gesägt, den ich mit vier Hakenschrauben an den beiden Griffen runterspanne. Schöner wäre natürlich ein Topf mit ein paar angeschraubten Federklemmen. Ich wollte aber meine Kochtöpfe nicht ruinieren. :-)

Ich wusste auch nicht, ob die Textbox HTML erlaubt. Bilder kann man einstellen mit einem einfachen HTML Tag.

<img src="URL des Bildes" />

Wenn man keinen eigenen Server hat, kann man Bilder z.B hier hochladen: http://postimages.org/ und bekommt dann eine URL dafür

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 02.10.2017 12:13:18 | Region: Nord-Süd
Hallo Mike
Danke für den Tip mit den Bildern.

Was hälst du davon, wenn du um deinen Topf, einen Ring aus dünnem Flacheisen legst, Praktisch aus zwei halben Ringen
die am ende um 90 grad abgewinkelt sind und durch schrauben zusammengezogen werden, da kannst du dann alles dranschrauben ohne denn Topf zu ruinieren. Das ganze unter denn Griffen, dann kann es auch nicht hochrutschen.

Schön dünnes Flacheisen gibt es in fast jedem Baumarkt, ca. 4 cm breit, kannst du locker um einen etwas kleineren
Topf oder ein Rohr biegen, dadurch das er dann wieder etwas zurückspringt passt er dann auch um deinen Topf, wenn
du nicht schweißen kannst oder keine möglichkeit dazu hast, nimst du einfach Senkschrauben und steckst die von
innen nach aussen.

So in etwa plane ich meinen nächsten Topf:-)

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 03.10.2017 10:48:24 | Region: Karlsruhe
Hallo,

coole Idee mit den beiden Halbringen. Ich musste das zweimal lesen, bis ich es verstanden habe. :-) Das sollte aber relativ leicht zu machen sein. Es muss ja nicht einmal Eisen sein. Alu sollte auf jeden Fall reichen. Es ist etwas so gemeint, oder?

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 03.10.2017 16:46:24 | Region: Nord-Süd
Hallo Mike
Dein gezeichneter Deckel sieht jetzt zwar sehr merkwürdig aus, aber der Ring um den Topf ist so wie ich
es gemeint habe.
Man könnte jetzt natürlich auch auf deinen Topfdeckel noch einen Ring legen, ganz aussen in dieser vertiefung,
wenn der Ring schön gerade aufliegt, könnte man da wieder ausleger dranschweißen, die über den rand
hinausragen, da dann wieder schlitze rein und von unten gewindestangen die rauf und runter geklappt werden
können, oben in die schlitze und mit Flügelmuttern festziehen, könnte sein das dann nur noch eine minimale
Dichtung erforderlich ist.
Google doch mal nach Hochdrucktopf und dann Bilder, da sind dann auch Töpfe die mit vielen schrauben
verschlossen werden.

Das ganze schriftlich zu beschreiben ist nicht so einfach, frag also ruhig nach.

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 04.10.2017 08:07:16 | Region: Karlsruhe
Hallo,

ich war nur zu faul, den alten Deckel aus der Zeichnung zu aktualisieren. Das helle Teil oben ist der Ring aus Multiplex, den ich erst einmal verwenden werde zum Testen. Ging mir nur um die Spannringe unten. So weiß ich gleich, wie lang die sein müssen. So ungefähr sieht es richtig aus:

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Kupferstecher am 03.10.2017 12:18:50 | Region: Bergland
Nachdem sich jetzt viele zu den optischen Eigenschaften deiner Destille geäußert haben, würde mich der Praxistest interessieren. Hast du schon etwas gebrannt? Wenn ich mir die Form der Destille vor Augen führe, stelle ich es mir sehr schwer vor, ein aromatisches Destillat herzustellen. Durch die nahezu ebene Form des Deckels und der im Verhältnis geringe Durchmesser des Dampfauslasses kombiniert mit einem im Prinzip nicht vorhandenem Steigraum entsteht meiner Meinung nach eine sehr hohe Rektifikation. Dadurch wirst du sehr hochprozentige Ergebnisse bekommen aber eben ohne Aroma. Ich wünsche dennoch, dass es nicht so ist.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 03.10.2017 17:07:05 | Region: Nord-Süd
Hallo Kupferstecher
Bist du sicher, dass das so ist?
Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 03.10.2017 17:09:58 | Region: Karlsruhe
Ich habe mich nach den Angaben im Forum und im Buch gerichtet, bei denen am ehesten Konsens zu bestehen schien.

An der Form des Deckels lässt sich leider wenig ändern. Eine Kuppel wäre mir auch lieber. Das wäre aber für den ersten Versuch zu aufwändig geworden.

Beim Steigrohr schien mir der Konsens: so kurz wie möglich. Viele Selbstbauer (nach dem Kochtopf-Prinzip) gehen direkt mit einem 22er Rohr aus dem Deckel raus. Da bin ich schon eher großzügiger. Ich hatte das so verstanden, dass ein zu langes Steigrohr die Rektifikation begünstigt. Vielleicht habe ich das aber falsch interpretiert.

Bevor ich meine kostbaren Selbstgepfückten brenne, werde ich natürlich erst einmal testen. Wie könnte man wohl am besten die Aromaausbeute überprüfen? Die Verhältnisse müssten ja gleich sein. Mit einem Geist? Es wäre problemlos möglich, eine zweite Variante mit noch größerem Durchlass und längeren Steigrohr zu bauen. Dann könnte man zwei Chargen destillieren und vergleichen.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 03.10.2017 20:07:46 | Region: Nord-Süd
Hallo Mike

Probier das mal ruhig aus, ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und das mit Rektifikation
hast du auch richtig verstanden, oder ich habs auch falsch verstanden:-)
Schau dir mal Bild 336 an, das ist mein neuester Bau, dazu gibt es auch einen Thread mit, so wie
ich meine, allen angaben, was da raus kommt ist ziemlich Geschmacklos, dafür hatte der erste
Versuch schon 91 Prozent.
Somit müsste Aroma kurz sein:-)
Dein Deckel ist völlig in Ordnung.
Ich habe dir weiter oben noch etwas zu deinem Deckel geschrieben, hast du das gesehen?

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Feingeist am 03.10.2017 21:02:25 | Region: Diaspora
Hi Mike,
schicke CAD-Zeichnung, sieht nach SketchUp aus :-) verwende ich auch gerne.

Genauso habe ich das bei meiner ersten Anlage gemacht, da hatte ich einen emaillierten Topf, der auch einen ungünstigen Radius an der Topfunterkante hat, wie Du beschrieben hast. Ich habe den Ring, allerdings nur mit einer Öffnung, das reicht, aus verzinktem Bandeisen gemacht und mit versenkten Senkkopfschrauben 6 preisgünstige Edelstahl-Spannverschlüsse (bekanntes "Auktionshaus", Chinashop) angebracht. Die Spannbügel, die in den Gegenseite-Haken eingehängt werden, habe ich zu Haken umgebaut, die dann auf dem Deckel einhaken. Ach ja, den Ring habe ich auch mit einem Spannbügel verschlossen, nicht mit Schrauben, das ist weniger fummelig. Funktionierte gut und der Topf bleibt heile.

Zu der Deckelform: zuerst hatte ich auch einen relativ flachen, normalen Topfdeckel, den habe ich aus den gleichen Überlegungen, die "Kupferstecher" geäußert hat, durch eine preiswerte Edelstahlschüssel (Gastro-Großmarkt) ersetzt. All die schicken Kupferdestillen haben ja einen irgendwie kuppelförmigen Helm. Habe aber keine wirklichen Unterschiede zum ebenen Deckel bemerkt, für mich war auch der Deckel ok. Vielleicht bin auch nicht besonders anspruchsvoll.
Die Schüssel hat aber mechanische Vorteile, ist steifer und Steigrohr/Kühler wackelt weniger rum. Ein Großteil der in der Fotogalerie aufgeführten Anlagen hat ebene Deckel. Ich finde es aber sehr wichtig, die obere Topfhälfte, Deckel und Steigrohr großzügig zu isolieren, wenn man Reflux vermindern will. Hilft auch, um Umwelteinflüsse (Wind, Raumtemperatur etc) fernzuhalten, die das Ergebnis unvorhergesehen beeinflussen.
Ich finde eigentlich auch die 42er Kappe als Reduktion akzeptabel dimensioniert.

Versuchs doch einfach mal mit dem Deckel, auf eine Schüssel als "Helm" kannst Du ja immer noch zurückgreifen. Ganz nützlich, wenn auch nicht das Maß aller Dinge, sind die Potstill-Berechnungen auf HD, z.B. http://homedistiller.org/calcs/husker_pot_calc_v2.php. So kann man die eigenen Werte mal vergleichen; wenn die erreichten Prozente viel höher sind, wird doch (zu) viel Reflux sein.

Das mit der Steigrohrlänge und dem Reflux ist schon so, wie Du das interpretiert hast. Solltest Du aber je mit einem neuen Durchlass liebäugeln: möchtest Du nicht gleich eine Steck- oder Schraubverbindung, z.B. 2' oder 2,5'' vorsehen, dann wärst Du offen für eine Aufrüstung mit Refluxkolonne?

Übrigens: schöne Sache mit den Bildern!!
Gruß

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Kupferstecher am 03.10.2017 21:20:24 | Region: Bergland
@ Ich BinsNur und @ Mike

Ich bin mir nicht sicher aber meine Erfahrungen gehen in diese Richtung. Vielen Bastlern hier im Forum geht es eher um das Basteln als um das Produkt, daher wird diese Art Destille immer wieder gebaut. Mike hat schon recht, wenn er schreibt, dass eine Kuppel- bzw. Zwiebelform sehr aufwändig herzustellen ist. Dies gilt auch für professionelle Destillenbauer und dennoch werden praktisch alle Destillen so gebaut. Das Geistrohr ist sicher nicht unbedingt erforderlich, es trägt ebenfalls zur Rektifikation bei - leitet den Dampf aber auch besser in die gewünschte Richtung (Richtung Überlauf zum Kühler). Die schottischen Whiskydestillen haben z.B. extrem lange Geistrohre. Da soll ein besonders milder Brand erzeugt werden.
Ich würde einfach mal eine Destillation versuchen und den Brand riechen und schmecken. Vielleicht haben andere User hier auch bereits eigene Erfahrungen mit solch einer Destille gemacht?

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 03.10.2017 22:37:31 | Region: da wer
So kann man die Bilder natürlich auch jederzeit wieder löschen. Nicht gut, wenn irgendwann jemand diesen Thread mit der Suchfunktion findet. Auch der Dienst kann die Bilder löschen. Auf homedistiller haben viele ihre Bilder mit photobucket hochgeladen und die Bilder sind jetzt alle weg, da photobucket plötzlich 399$ pro Jahr vom Forenbetreiber haben möchte und der sich als werbefreies Forum natürlich weigert. Manche der wertvollsten Threads sind nun ruiniert.

Etwas dranzuschrauben, was den Deckel runterzieht, muss recht aufwändig sein, damit es dicht ist. Zumindest dünne Deckel verziehen sich, wenn der Druck nicht rundherum absolut gleichmäßig ist, und sind dann undicht. Das ist der Vorteil der kleinen Klammern.

Eigentlich hat ein gerader Deckel am wenigsten Rektifikation, da am wenigsten Oberfläche. Noch dazu aus Edelstahl (schlechter Wärmeleiter). Und da die meisten Brände mehrmals oder mit Rektifikation gebrannt werden, kann man auch nicht sagen, daß Rektifikation ein aromaschwaches Destillat erzeugt.

Direkt mit 22mm raus sorgt halt für eine hohe Dampfgeschwindigkeit direkt über der Maische. Dh Stoffe werden mitgerissen, die sonst zurückbleiben würden. "Entrainment". Und Probleme wie unregelmäßige Produktmenge (wie in dem aktuellen Thread mit der Bierfassdestille) werden durch sowas verstärkt.

Ist schon alles ok mit deiner Destille.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 04.10.2017 09:09:01 | Region: Karlsruhe
Das ist ein richtiger Einwand mit den Bildern. Andererseits hat man sonst gar keine Bilder im Thread, da hier der direkte Upload nicht möglich ist. Sollten die Bilder also mal gelöscht werden, ist man nicht wirklich schlechter dran als jetzt. Für das Hochladen in die Galerie sind diese Entwürfe ja noch nicht gedacht.

Scheint also so, dass ich wohl um ein paar Versuche nicht herum komme. Mir geht es ganz klar um das Produkt, nicht um das Basteln. Ich wollte aber auch nicht gleich 600 Euro hinlegen, um das mal zu probieren. Mal ganz abgesehen von der juristischen Seite.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 04.10.2017 21:48:53 | Region: da wer
Ja, stimmt. Sollte auch nur bewirken, daß man die Bilder nicht nach Einschlafen des Threads wieder löscht. Und daß man sie auf der Festplatte behält, falls der Anbieter Zicken macht. Dann kann man sie ja mit einem anderen hochladen.
Und wenn jemand ein für ihn wichtiges Bild gefunden hat, sollte er es auf seinen Rechner ziehen, nicht darauf vertrauen, daß er online ewig drauf zurückgreifen kann.

RE: Destillenbau

Mike am 05.10.2017 09:47:45 | Region: Karlsruhe
Ich habe jetzt den ersten Testlauf mit Wasser hinter mir, Bild siehe unten.

Den 6-Liter-Topf habe ich mit 2 Litern Leitungswasser gefüllt. Mit dem 3.9-kw-Brenner meines Herdes kam nach ca. 8 Minuten das erste Wasser aus dem Kühler. Faszinierend ist, wie genau man die Temperatur des Auslaufs einstellen kann. Ich habe das Kühlwasser direkt an ein Eckventil angeschlossen.

Hier wäre gleich die erste Frage: Gibt es eine optimale Temperatur für das Destillat? Ich kann das mehr oder weniger stufenlos von 20 bis 80 Grad einstellen (bei Wasser natürlich).

Die ersten Erkenntnisse zur Temperaturmessung: Digitale Thermometer sind relativ träge. Ich werde vermutlich auf ein normales Laborthermometer umsteigen. Es gibt natürlich sehr schnelle Digitalgeräte. Die kosten dann allerdings ein Vielfaches. Die exakte Eintauchhöhe ist extrem wichtig. Bei mir machten ca. 5 mm einen Unterschied von 5 Grad aus! Das hat mich dann doch überrascht.

Der Aufbau mit geradem Liebigkühler hat sich sofort bewährt. Die Reinigung ist super einfach mit einem Polierflies, das man mit Salz und Essig oder Zitronenäure einfach ein paar mal durch das Geistrohr jagt. Der Verschluss des Deckels mit Teflonband und Holzplatte ist nicht schön, scheint aber immerhin zu funktionieren. Heute sind dann ein paar Liter Billigwein fällig. Ich werde berichten.

RE: Destillenbau

der wo am 05.10.2017 11:14:14 | Region: da wer
Ist egal. Wenn es sehr heiß ist, verdunstet halt ein bisschen was. Vor allem natürlich auch Vorlauf. Aber das als künstliche Alterung zu bezeichnen, ist doch etwas zu hoch gegriffen... Wenn du den Alkoholgehalt messen möchtest, wären 20°C natürlich aber praktisch.
Wahrscheinlich läuft die Anlage ruhiger, je heißer das Destillat ist.

Ich glaube, dein Thermosensor ist sehr schlecht, da du bei Wasserdestillation außer 100°C noch andere Temperaturen messen kannst, obwohl das physikalisch ja unmöglich ist. Und ist das nicht ein Multimeter? Vielleicht sind die sehr langsam? Falls du irgendwann mal eine Refluxdestille haben willst, brauchst du sowieso ein elektrisches. Ich hab ein TFA 30.1040. Knapp 20?. Gibt auch billigere. Muss nicht gut geeicht und eichbar sein, aber 10tel-Grade brauchts und schnell muss es sein.

Die Klammern sind auch nicht schöner ;-)

RE: Destillenbau

Mike am 05.10.2017 19:08:07 | Region: Karlsruhe
Hallo,

naja, das Thermoelemnent ist halt das übliche Typ K. Das Instrument dürfte nicht ganz schlecht sein. Ist ein 2-Kanal-Messprügel mit Datenlogger und kostete irgend etwas um die 100 Euro. Zweitinstrument ist ein ziemlich genaues und schnelles Thermapen. Leider schaltet sich das schnell aus. Ich denke mal, das beide schon was können.

Gasherd hat leider nicht nur Vorteile. Der kleinste Brenner bringt mit 1 kw immer noch zu viel Power, so dass ich selbst auf kleinster Flamme kein Ansteigen der Temperatur verhindern kann. Beim Kochen habe ich ein paar Schamottsteine, die ich dann unter den Topf lege. Ist bei der Destille aber sehr mühsam. Ich werde wohl eine kleine Induktionsplatte besorgen.

Essigreinigung hatte ich gemacht. Alle Teile hatten aber ohnehin schon ein langes Bad in Zitronensäure bekommen.

Das erste Geisten mit Billigwein hat erstaunlich nette Ergebnisse gebracht. Einmal TK-Himbeeren nach Schmickl und einmal Apfel-Rosmarin. Sicher nicht preisverdächtig. Aber es ist faszinierend, was man damit anstellen kann. Destillat lag bei 65% bei den Himbeeren und bei 58% beim Apfel. Ich nehme an, dass die deutlich größere Menge an Äpfeln den Wein entsprechend verdünnt hat.

Die Messungen sind sicher noch nicht ganz korrekt. Ich habe ab 92 Grad abgetrennt. Das Destillat hatte aber immerhin noch 43%. Ganz reiner Nachlauf kann das wohl nicht gewesen sein. Geschmacklich war es aber schon deutlich schlechter. Aber ich bin ja blutiger Anfänger und muss erst ein Gefühl dafür bekommen.

RE: Destillenbau

IchBinsNur am 05.10.2017 13:47:43 | Region: Nord-Süd
Moin Mike
Du solltest vor dem ersten Brand unbedingt eine Reinigung wie hier oft beschrieben durchführen, mit Dampf
ist das nochmal was ganz anderes.

Die idee mit der Multiplexplatte ist gar nicht mal schlecht, das sollte ja jeder irgenwie hinbekommen.

Schau dir mal das Thermometer auf Bild 286 an, kostet um 20 euro beim großen A. ich habe das selbe und
das gefällt mir richtig gut, vorher hatte ich Glas, das war immer ein bisschen heikel wegen zerbrechen.

Was deine Kühlung angeht, es gibt hier irgendwo so eine idealltemperatur, ich habs aber vergessen, du kannst
aber den Wasserverbrauch ruhig so weit runterdrehen, dass das verbrauchte Kühlwasser schön warm ist, kannste
drin Baden.

Mit dem Gasherd hast du schon mal einen sehr großen Vorteil, was die Regelung das ganzen angeht.

Noch mal zur Reinigung, hier ein Zitat von der Wo:
Ich reinige auch immer mit Zitronensäure. Vorher noch mit Seife. Trotzdem erspart dir das den Essigbrand nicht. 2-3 liter Essig mit 2-3l Wasser verdünnen und ein Stündlein destillieren. Auch mal die Kühlung komplett ausschalten, Dampf reinigt besser als Destillat. Danach sofort alles gut durchspülen, sonst bildet sich Grünspan.
Dann so 5l Billigwein destillieren. Viel mit der Kühlung und dem Brenner experimentieren. Generalprobe sozusagen. Das Destillat aufbewahren für zukünftige Reinigungsbrände.

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 06.10.2017 09:05:41 | Region: Karlsruhe
Für eventuelle Nachbauer: Den Ring aus Multiplex habe ich mit vier Schraubhaken M6 und vier üblichen Drahtseilklemmen M6 an den Topfgriffen befestigt. Den Kram gibt es wirklich in jedem Baumarkt. Man muss zwar etwas rumschrauben, aber damit kann ich erstmal leben. Eine ziemlich elegante Lösung habe ich in diesem Video gesehen.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 06.10.2017 10:52:37 | Region: Nord-Süd
Hallo Mike
Ja elegant ist das wohl, ich trau aber denn Federn nicht, ich hätte da lieber Schrauben,
wenn Druck entsteht, dann sollte der meiner Meinung nach möglichst weit vom Feuer entfernt
entweichen, also nur über den Kühler, in dem Video ist es ja eine Herdplatte da ist das
egal, aber bei einem Gasbrenner, ich weiß nicht, nee lieber nicht:-)

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 06.10.2017 13:13:49 | Region: da wer
Mike,
Wasser kocht immer bei 100°C. Wenn dein Sensor mal 5°C weniger, mal 5°C mehr anzeigt, ist das nicht in Ordnung. Meiner zeigt immer 100°C an, egal ob er höher oder tiefer im Geistrohr steckt.
Und da du schon bei Wasser kein glaubwürdiges Ergebnis bekommst, wie kannst du dann darauf vertrauen, daß es bei Alkohol funktioniert?
Bei 92°C hat das Destillat 58%. Bei 43% hast du 95°C. Das ist die Physik. Da gibt es nichts zu diskutieren. Entweder dein Alkoholmeßgerät ist falsch oder dein Thermometer.
Bei 43% bzw 95°C ist längst Nachlauf normalerweise. Bei 92°C bzw 58% meist noch nicht.

Wie willst du das Ansteigen der Temperatur verhindern? Der Temperaturanstieg ist physikalisch vorgegeben. Man kann ihn nicht verhindern, ohne daß die Destille aufhört Destillat zu produzieren. Das ist die Grundlage No.1. Man kann die Temperatur einer Potstill nicht steuern.

Das Video ist halt typisch youtube "hey alles ganz einfach". Alkohol durch Plastikschläuche geleitet, alles mit Silikon und Gummi abgedichtet. Und mit möglichst wenig Aufwand etwas Trinkbares erzeugt (Turbozuckerwasserpotstilleinfachbrandgeschmack mit Schokolade und Minze überdeckt).
Die Federn wären zu schwach, um mit einer härteren Dichtung als Silikon klarzukommen.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 06.10.2017 16:08:42 | Region: Karlsruhe
Hallo,

klar, Wasser kocht bei 100 Grad (bzw. bei 99,6 Grad in meinem Fall auf 116 Meter ü. NN). Dass die Postion des Thermometers aber extrem wichtig ist, habe ich hier im Forum ziemlich als erstes gelernt. :-) Alkoholometer habe ich mit Industriealkohol gerüft. Ist ok. Thermometer habe ich ebenfalls geprüft für 0 Grad und 100 Grad. Dennoch verändert sich die Ablesung deutlich je nach Position. Das habe ich aber schon oft hier gelesen. Mag sein, dass das in großen Destillen mit einem erheblich größeren Dampfraum weniger ins Gewicht fällt. Bei meinem kleinen Ding ist das natürlich nicht so konstant.

Ich habe mich falsch ausgedrückt beim Temperaturanstieg. Ich meinte eine Energiezufuhr, bei der ich möglichst wenig selbst regeln muss, um einen sehr sanften Anstieg zu bekommen. Energiezufuhr und Energieverlust würden sich dann etwa die Waage halten. Dafür ist der kleinste Brenner immer noch zu stark für die Topfgröße. Das Problem habe ich auch beim Fondskochen. Selbst im 10-Liter-Bottich kann ich keinen Deckel auflegen bei kleinster Flamme, weil es sonst zu kochen anfängt.

Klar, der Youtuber hat nicht besonders dicke Bretter gebohrt. Seine Destille finde ich aber nicht so schlecht. Ich habe mir jetzt lebensmittelechtes Silikon bestellt, das mit 180 Grad zugelassen ist. Das mag vom Material nicht ganz so fein sein wie PTFE. Aber das Gefummel mit dem Teflonband ist schon ganz schön nervig.

Ein Vorteil dieses hässlichen Holzrings mag sein, dass er den Deckel etwas isoliert und somit unerwünschte Kondensation verringert. Aber wer weiß, vielleicht ist ein leichter Reflux ja auch besser. Ganz schön viele Details! Den nächsten Deckel mache ich mit einer 52er Kappe und 28er Steigrohr. Mal sehen, ob das eine Änderung bringt.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 06.10.2017 17:32:48 | Region: Nord-Süd
Hallo Mike
Gerade habe ich noch ein bisschen gelesen, du sagst Gasherd hat nicht nur Vorteile,
du legst beim Kochen Schamottsteine unter den Topf? habe ich das richtig verstanden?
Man kann also keine Suppe warmhalten nur Kochen?

Ich habe laut Typenschild einen 5kw Brenner und einen 10 Liter Topf, das geht nach
erreichen der Temperatur (78grad) auf kleinster Flamme wunderbar, man könnte glatt
Einkaufen gehen, egal ob Potstill oder CM.

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 07.10.2017 11:10:29 | Region: Karlsruhe
Hallo,

genau so ist es. Wenn ich den 10 Liter Topf mit Fond auf dem kleinsten 1.1 kw Brenner habe, darf ich keinen Deckel aufsetzen, weil das nicht mehr simmern, sondern kochen würde. Beim Destillieren bin ich Anfänger, beim Kochen nicht. :-) Mag sein, dass die Qualität des Topfes eine Rolle spielt. Mit fast 5 kg Lebendgewicht ist das schon sehr ordentliche Qualität. Wie Du das mit einem 5 kw Brenner schaffst, ist mir schleierhaft. Wobei ich bisher für die Destille immer den 6 Liter Topf genommen habe mit relativ wenig Maische. Kann gut sein, dass das mit vollem 10 Liter Topf genau richtig sein wird. Wieviel Maische füllst Du maximal ein (ohne Aromakorb)?

Gruß, Mike

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 07.10.2017 11:25:26 | Region: da wer
Die Position des Thermometers ist bei Alkoholdestillation wichtig. Nicht bei Wasserdestillation. Da sollte es immer 100°C anzeigen, egal wo das Thermometer ist. Die Übertragung der Wärme zum Sensor scheint bei deinem Thermometer minderwertig zu sein. Der Sensor sitzt zu weit hinten und hat keinen guten Kontakt zur Spitze vielleicht.

Was ist ein "sanfter Anstieg"? Wenn du halb so viel heizt, steigt die Temperatur zwar nur halb so schnell, du hast aber auch nur halb so viel Destillat pro Zeit. Daß langsam destillieren trotzdem gut sein kann, ist nur bei den ersten ml (bis der Deckel und das Steigrohr aufgeheizt sind) durch den Temperaturanstieg erkennbar.

Alkoholdampf ist kein Lebensmittel. Silikon -egal welches- ist dagegen nicht resistent:
http://www.schnapsbrennen.at/diskussion/20160308220524-01-01-01-01-01-01-01-01-01-01-01-01-01-01-02-01.html#20160308220524-01-01-01-01-01-01-01-01-01-01-01-01-01-01-02-01
http://www.schnapsbrennen.at/diskussion/20170127112603-01-01-03-01-01.html#20170127112603-01-01-03-01-01
An meinem Teflonband hab ich schon jahrelang nicht mehr fummeln müssen. Das hält immer noch dicht.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 07.10.2017 13:34:10 | Region: Nord-Süd
Hallo Mike
Mein Topf:
Ich habe einen 10 Liter Topf, nichts besonderes, Dichtung ist aus Teflonband, ich würde aber auch keinen
Schnellkochtopf wieder kaufen, erstens zu Teuer und zweitens fangen damit schon die Probleme an, also
dein Topf ist schon gut.

Auffüllen:
10 Liter Topf, ich fülle immer 8 Liter hinein.

Aufheizen:
Vielleicht ist das aufheizen dein Fehler, ich heize sehr stark auf, laut Typenschild wie gesagt 5kw.
wenn das Thermometer 40 grad erreicht hat, regel ich einmal runter fast auf aus, dann beobachte ich was
passiert, es steigt ja erst mal noch an, wenn das nicht reicht, drehe ich nochmal voll auf, dazwischen
vergehen nur ein paar Minuten, bei 50-55 grad regel ich fast ganz runter, kleiner wie Feuerzeug, fast
leeres Feuerzeug!!
Was uns fehlt, ist ja das Rührwerk, dadurch können wir nicht gleichmässig erwärmen, ich habe den Topf
beim aufheizen auch schon mal hin und her bewegt, da hat sich die Themperatur auch gleich verändert.

Testen:
Probier mal aus, heize auf 50-55 grad auf und drehe fast aus, normalerweise sollte es dann von selber
gehen, zumindest ist das bei mir so, du wirst auch sehen, das sich die Themperatur dann irgendwo
festsetzt, jetzt kommt auch der Alkohol, da bleibt die Themperatur regelrecht stehen, oder steigt nur
sehr sehr langsam, das geht so lange so, bis fast der gesamte Alkohol raus ist, eher kann es ja nicht
höher gehen.Das ist auch der grund warum man eigentlich gar kein Thermometer braucht, du wirst das
auch irgendwann feststellen, es geht von selbst.

Dichtung:
Wenn du auf Teflon keine Lust hast, nimm einfach Mehlpampe, laß das Silikon weg, wenn du das Teflonband
aber schön über die kante wickelst, dann wird es ja auch verkleben, deswegen braucht wo auch so gut wie
nie eine neue, schau dir mal genau an wie er das macht.

Du hast das Buch? da gibt es so ein Diagramm, sehr interessant mit den Themperaturen

Gasherd:
Ich bin enttäuscht, Gasherd taugt nichts, ich wollte immer einen haben:-( du könntest versuchen,
den abstand zwischen Topf und Flamme zu erhöhen, vielleicht zwei Qudratrohre drunter legen?

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 07.10.2017 13:38:37 | Region: Karlsruhe
Vielen Dank für die Links. Das sind mal wieder gewichtige Argumente. Beim Teflonwickeln bin ich offenbar nicht halb so geschickt wie Du. :-) Kaum meine ich den Dreh rauszuhaben, rutscht mir das elende Zeug irgendwo wieder runter. Hat es allerdings erst einmal einen Einsatz hinter sich, hält es ganz gut.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 08.10.2017 11:36:51 | Region: da wer
Ich hab je fünf Umwicklungen sowohl am Deckel als auch am Topfrand. Nur die erste Wicklung ist schwierig. Man muss das Band mit der einen Hand mit Zug drumwickeln und mit der anderen das Ende dabei festhalten. Schön mittig um die Kante, sonst rutscht es runter.

Gute Idee, den Abstand zum Topf zu vergrößern. Hilft auch ein bisschen gegen Anbrennen.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 10.10.2017 13:20:40 | Region: Nord-Süd
Mike, wie sieht es denn nun aus mit deinem Aufheizen, hast du es Probiert?

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 10.10.2017 22:34:06 | Region: Deutschland
Man behält hier nicht ganz leicht den Überblick bei den Posts. :-) Gasherd ist super. Hätte ich kein Erdgas, würde ich mir eine Propanpulle in die Küche stellen. Ohne Flamme kochen geht gar nicht. Ohne Schamottstein allerdings auch nicht. Hatte gestern den 10 Liter Topf voll mit Hühnerbrühe. Der Deckel muss auf jeden Fall einen Spalt offen bleiben, sonst kocht es auch beim kleinsten Brenner.

Muss jetzt warten, bis ich eine große Portion Zuckermaische brennen kann. Möchte Traubenkirschen und Schlehen nicht gleich mit einem Anfängerfehler verhunzen. Vermutlich wird das Aufheizen besser gehen, wenn der Topf voller ist. Die Turbo ist zwar schnell, aber ein paar Tage wird sie noch brauchen. Die beiden Maischen machen ein witziges Konzert. Zum Schlapplachen!

Ich glaube inzwischen auch, dass das Teflonband besser geht, als ich dachte. Bisher brauche ich meinen Topf aber auch in der Küche. Der nächste wird etwas größer. A propos: Würdet Ihr eine kleine Menge Maische im Zweifel im größeren oder im kleineren Topf brennen? Aktuell habe ich 6 Liter und 10 Liter zur Auswahl.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 11.10.2017 09:29:06 | Region: Nord-Süd
Deine Frage
Würdet Ihr eine kleine Menge Maische im Zweifel im größeren oder im kleineren Topf brennen?

Hmmmmm, also ich würde die 10 Liter nicht in den 6 Liter Topf geben, für gewöhnlich läuft
das über, ist zumindest bei mir so.

Ok Scherz beiseite :-) die Frage ist gar nicht mal so schlecht, wie wäre es, wenn du von der
gleichen Maische, die gleiche menge in beiden Töpfen Brennst, weil du sie ja zur verfügung hast.
Wenn ich das so richtig sehe, hast du ja nur einen Deckel, also müssten beide Töpfe vom Durchmesser
gleich sein? Könnte schon interessant sein. Ansonsten habe ich mal irgendwo gelesen, der Topf
sollte immer mindestens zu zwei Drittel gefüllt sein.

Was denn Herd angeht, ich habe ihn mir gerade noch mal angesehen, wenn du jetzt das ganze Gusteil
mal abnimmst und legst über die ecken ein stück Holz oder was du so hast, Bücher würden auch
gehen, ist ja ganz aussen und nur um zu testen, oben drauf wider das Gusteil und dann kannst du in
der Mitte mal was Kochen, sollte es was nützen, würdest du es schnell merken, da du ja ständig damit
Kochst.
Gibt es eigentlich so etwas wie, "Gasdruck einstellbar" ? gibt ja auch Leute die ihren Brenner
Frisieren indem sie denn gasdruck erhöhen, kenne mich jetzt aber nicht damit aus.

Das Ergebnisse berichtest du dann hier :-)

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 15.10.2017 11:45:48 | Region: Deutschland
Gestern kamen die Teile für meine zweite Version. Folgende Änderungen möchte ich testen: Durchmesser des Steigrohres vergrößern: Auslass ca. 40 mm, Steigrohr 54 > 28 mm. Der Liebigkühler wird um ca. 10 cm kürzer. Die Kühlleistung schien mehr als ausreichend. Warum also einen längeren Kühler verwenden als nötig.

Als Abschlüsse für das 22er Außenrohr habe ich diesmal zwei T-Stücke 22-15-15 mm statt 22-15-22 mm verwendet, um zwei Reduziermuffen zu sparen. Weil ich kaum noch Silberlot hatte, habe ich das normale bleifreie Fittinglot verwendet, um die 54er Kappe auf den Deckel zu löten.

Das gab ein paar Erkenntnisse. Es war eine schlechte Idee mit den anderen T-Stücken. Das 15er Innenrohr muss ja komplett durch. Die Reduziermuffen haben nur zwei kleine Stanzungen innen, die man wegfeilen oder abfräsen muss. Die T-Stücke haben jedoch einen komplett umlaufenden Kragen. Wenn man das nicht aufbohren oder mit einer Reibahle rausholen kann, ist das extrem nervig.

Zweite Erkenntnis: Das Silberlot ist weit überlegen, wie man an der deutlich schlechtere Qualität der Lötung sieht. Das heißt nicht, dass man nicht auch mit normalen Lot gut arbeiten kann. Das Silberlot macht es aber leichter und fließt besser, scheint mir für den Anfänger also geeigneter Ist natürlich vor allem eine kosmetische Frage. Den Unterschied sieht man gut auf dem Bild: Das Loch habe ich mit einer Kupferscheibe und Silberlot zugemacht, die Kappe ist mit bleifreiem Fittingslot gelötet. Ich kenne das vom Löten in der Elektronik. Ich habe nur einmal bleifreies Lötzinn verwendet. Arbeite damit nicht gern.

Ich muss bei diesem Deckel immer ein Loch zulöten, das leider stets vorhanden ist. Um Verzug des Deckel zu vermeiden (durch einseititige Erwärmung), habe ich diesmal den ganzen Kram im Backofen auf 270 Grad erwärmt und dann nur noch ein wenig bei der Kappe mit der Lötlampe nachgeholfen. Klappt prima, ist aber etwas schlechter zu kontrollieren. Das Flussmittel macht auch etwas mehr Sauerei. Vor dem Löten fixiere ich übrigens die Kappe, indem ich Deckel und Kappe mit 6 mm vorbohre und einfach eine Maschinenschraube mit Sechskantkopf hineinstecke. Die Schraube zentriert die Kappe und lässt sich einfach wieder lösen, auch wenn etwas Lot in die Bohrung gelaufen sein sollte. Das kann man leicht mit einer Nuss lösen. Jetzt fehlt nur noch die Reduzierung 54/28, dann kann ich testen.

Zur Materialbeschaffung: Ich habe mir die Rohrstücke wieder vom Schrott besorgt. Kosteten 4 Euro. Es waren nur zwei Schnitte am 15er Rohr nötig. Der Rest passte. Ich habe dann mal im Baumarkt gegenüber nachgesehen. Die kleinste Länge für Kupferrohre ist 2 Meter. Für je ein 15er, 22er und 28er (für Übergangsstück von Reduzierung 54/28 zum T-Stück 28-15-28) hätte ich fast 40 Euro ausgeben müssen. Es lohnt also schon, den Kram vom Schrott zu holen.

Hoffe, das hilft anderen Anfängern.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Speedy am 15.10.2017 13:59:59 | Region: im Brennkessel
Hallo Mike,

esrtmal glückwunsch zur Anlage, schaut gut aus.

Die erste gezeigte Lötung sieht wirklich erstklassig aus. Der zweiten würde ich nicht trauen, die sieht eher geklebt als gelötet aus.
Welches Lot hast du beim ersten Deckel verwendet? Sn97AG3?
Als Flussmittel das bereits erwähnte Simplefix oder etwas anderes?

Schön zu sehen das es schon etwas ausmacht ob das Lot Silberanteil hat oder nicht.
Auch im Elektronik Bereich macht es durchaus unterschiede ob mit oder ohne Silberanteil.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 15.10.2017 17:17:04 | Region: Nord-Süd
Lieber Mike
Für mich bist du eine Bereicherung, ich finde du machst dir sehr viel Mühe.

Leider muss ich mich der Meinung von Speedy anschließen, im Vergleich
zu deinem ersten Versuch sieht das wirklich nicht sehr Vertrauens erweckend
aus, meinst du, das es hält und dicht ist? Könnte tatsächlich sein, das es nur
klebt.
Vielleicht mal einen Drucktest machen, Wasser Kochen und Loch zuhalten,
Vorsicht Heiß, aber das weißt du ja.
Nachdem ich deine erste Arbeit oben gesehen habe, habe ich auch einige
Versuche mit Edelstahl unternommen und bin mit meinem vorhandenem Lot
kläglich gescheitert, da ich noch etwas vorhabe zu Bauen, werde ich mich
auf jeden Fall für das teure Lot entscheiden. Wenn man es nur für Edelstahl
benutzt, hat man ja auch lange was davon.

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 15.10.2017 18:46:50 | Region: Deutschland
Hallo,

genau! Beim ersten Versuch war es SN97AG3, beim zweiten SN97CU3. Die zweite Lötung hält auch bombig. Das ist nur Optik. Ich habe aber nochmals den Saum mit Silberlot nachgelötet. Sollte es doch abkrachen, werde ich berichten. Man muss halt wissen, dass man für so eine Lötung ca. 3 Euro für das Silberlot ausgibt, wenn man Kleinmengen kauft. Bei 250g geht das schon wieder. Aber 35 Euro sind halt auch ein Wort. Ich will auch gar nicht sagen, dass es unbedingt BESSER ist. Für den Anfänger ist es aber LEICHTER, glaube ich. Als Flussmittel hatte ich Simplefix bestellt. Bekam aber ein anderes (größere Menge), weil Simpefix offenbar ausverkauft war. Ich glaube nicht, dass es auf die Marke ankommt. Das ist ja alles extrem standardisiert in der Löttechnik.

Noch ein Tipp zum Löten der Kappe: Wenn man dünnes Lot verwendet (1,5 bis 2 mm), kann man die Lotschnecke ruhig recht eng wickeln (die Kappe stellt man ja auf die Schnecke und wartet, bis das Lot fließt). Bei dem üblichen Fittingslot (3 mm) ist das aber zu viel (siehe meine zweite Version). Da darf die Schnecke ruhig 1-2 mm Luft zwischen den Windungen haben. Zur Mitte etwas aussparen, damit nicht zu viel in die Bohrung läuft, sofern man eine Schraube verwendet. Vermutlich würde es auch reichen, wenn man nur von außen den Radius konventionell lötet und keine Schnecke verwendet. Ein guter Teil wird ja ohnehin wieder entfernt, wenn die Bohrung vergrößert wird. Das werde ich beim 3. Versuch testen.

Beim Versuch 1 habe ich sogar noch drei Gewinde von unten durch Deckel und Kappe geschnitten und M4er Schrauben verwendet. Darauf verzichte ich diesmal. Man kann auch einfach drei 3,5er Blechschrauben in Edelstahl nehmen, die es in den meisten Baumärkten gibt. Mit 3 bis 3.2 mm vorbohren und Schrauben eindrehen. Das hält ewig. Ist aber wohl nicht nötig.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 15.10.2017 19:09:07 | Region: Nord-Süd
Mike wen du jetzt eine Schnecke aus Lot darunter legst und das ganze mit einer
schraube fixierst , dann ist es doch wieder lose sobald das Lot schmilzt , oder?
falls ja, da du gerne auf dem Schrottplatz nach Material Ausschau hältst, liegt
da nicht auch mal eine Feder rum? wenn du mit schraube und Feder fixierst,
müsste die Feder dafür sorgen, das in dem Moment wo das Lot schmilzt, die
Kappe schön auf den Deckel gezogen wird, fiel mir nur gerade ein.

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 15.10.2017 19:51:56 | Region: Deutschland
Hallo,

genau! Beim ersten Versuch war es SN97AG3, beim zweiten SN97CU3. Die zweite Lötung hält auch bombig. Das ist nur Optik. Ich habe aber nochmals den Saum mit Silberlot nachgelötet. Sollte es doch abkrachen, werde ich berichten. Man muss halt wissen, dass man für so eine Lötung ca. 3 Euro für das Silberlot ausgibt, wenn man Kleinmengen kauft. Bei 250g geht das schon wieder. Aber 35 Euro sind halt auch ein Wort. Ich will auch gar nicht sagen, dass es unbedingt BESSER ist. Für den Anfänger ist es aber LEICHTER, glaube ich. Als Flussmittel hatte ich Simplefix bestellt. Bekam aber ein anderes (größere Menge), weil Simpefix offenbar ausverkauft war. Ich glaube nicht, dass es auf die Marke ankommt. Das ist ja alles extrem standardisiert in der Löttechnik.

Noch ein Tipp zum Löten der Kappe: Wenn man dünnes Lot verwendet (1,5 bis 2 mm), kann man die Lotschnecke ruhig recht eng wickeln (die Kappe stellt man ja auf die Schnecke und wartet, bis das Lot fließt). Bei dem üblichen Fittingslot (3 mm) ist das aber zu viel (siehe meine zweite Version). Da darf die Schnecke ruhig 1-2 mm Luft zwischen den Windungen haben. Zur Mitte etwas aussparen, damit nicht zu viel in die Bohrung läuft, sofern man eine Schraube verwendet. Vermutlich würde es auch reichen, wenn man nur von außen den Radius konventionell lötet und keine Schnecke verwendet. Ein guter Teil wird ja ohnehin wieder entfernt, wenn die Bohrung vergrößert wird. Das werde ich beim 3. Versuch testen.

Beim Versuch 1 habe ich sogar noch drei Gewinde von unten durch Deckel und Kappe geschnitten und M4er Schrauben verwendet. Darauf verzichte ich diesmal. Man kann auch einfach drei 3,5er Blechschrauben in Edelstahl nehmen, die es in den meisten Baumärkten gibt. Mit 3 bis 3.2 mm vorbohren und Schrauben eindrehen. Das hält ewig. Ist aber wohl nicht nötig.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 16.10.2017 09:01:21 | Region: Deutschland
Hallo,

irgendwie hat sich hier ein Doppelpost reingeschmuggelt. Keine Ahnung, was ich da gemacht habe...

Ganz wichtig ist das Flussmittel. Ohne das geht gar nichts. Das Silberlot hat auch eine andere Seele mit Flussmittel speziell für Edelstahl. Das mag die besseren Eigenschaften erklären. Vermutlich lohnt es, sich da mal eine Rolle anzuschaffen. Auf jeden Fall braucht man aber zusätzliches Flussmittel.

Die Schraube zur Fixierung wird einfach nur durchgesteckt. Man braucht keine Mutter. Die Schraube dient für zweierlei: Sie soll die Kappe zentriert halten (der Deckel ist ja gewölbt) und sich nach dem Löten leicht entfernen lassen. Deshalb Sechskant- und nicht Schlitzschraube. Mit einer Nuss kann man schon ordentlich Kraft übertragen. Die Kappe soll gar nicht runtergedrückt werden, sondern nur durch das eigene Gewicht auf das Lot drücken.

Vielleich wäre die beste Technik, wenn man beides verbindet: Man legt unter die Kappe nur einen Ring mit wenig Lot und lötet dann von außen klassisch den Radius. Auf diese Weise sollte sich der Ring unter der Kappe dünn verteilen. Von außen kann man dann gezielt das Lot zuführen. Wie gesagt, beim 3. Test mache ich das so. Drei Schrauben sind ja auch schnell reingedreht. Bei der 54er Kappe ist mehr als genug Platz dafür. Mein Stufenbohrer geht eh nur bis 32 mm. Ich habe gerade noch einen bis 45 mm bestellt.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 16.10.2017 09:47:16 | Region: Deutschland
Hier ist nochmals eine Detailaufnahme der Lötnaht. Ist ganz klar weniger schön als die erste. Sieht mir aber nicht nach einer kalten Lötstelle aus.

Dennoch ist man mit dem Silberot vermutlich besser beraten, wenn man das öfter machen möchte. Und das möchte man ja. ?

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 16.10.2017 12:01:53 | Region: Nord-Süd
Ja Mike, da hast du Recht, das sieht gut aus.

Aber du hast dafür auch Simplefix verwendet und das einfache Lot SN97CU3

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 16.10.2017 12:44:38 | Region: da wer
Mönsch, sogar für Fettschrift hast du einen Trick...

Jaja. Das Abfeilen ist etwas lästig.
Allgemein finde ich für einen Liebig T-Stücke unpraktisch. Ich bevorzuge entweder nur zwei Reduzierungen (28/22 zB), wo ich dann Löcher und dünne Rohre für den Wasseranschluss reinlöte (gut erkennbar Bild 255 oben rechts), oder nur Kappen in die ich dann den Innenrohrdurchmesser reinbohre (zB 286 oben mitte, der kleine Kühler), oder gar keine Fittinge, um das Innenrohr nur an beiden Enden einen Kupferdraht oder -streifen gewickelt und gelötet und zurechtgefeilt, bis das Aussenrohr genau draufpasst, dann festgelötet. Die Lösung mit den T-Stücken fand ich immer ungeschickt, weil man dann noch Reduzierungen braucht, um auf Schlauchdicke runterzukommen.

Genau, das Silberlot ist mit Lötwasser für Edelstahl gefüllt. Doppelt gemoppelt hält anscheinend besser. Ob der Silberanteil wirklich eine bessere Haftung bringt, keine Ahnung.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 16.10.2017 20:45:41 | Region: Deutschland
Ich habe (auf dem letzten Bild) mit meinen letzten Resten an Silberlot etwas aufgehübscht. 😉 Simplefix (oder ein anderes Flussmittel für Edelstahl) habe ich immer verwendet.

Die Idee mit der Feder ist doch ziemlich gut, finde ich. Ich bin gerade auf der Suche nach einer Kupferschüssel, die ich als Helm verwenden könnte. Die hätte einen deutlich kleineren Radius zum Auflöten der Kappe. Da wäre die Idee mit der Feder sehr gut, glaube ich.

Ja, die T-Stücke haben ihre Nachteile. Ich habe leider, wie gesagt, nicht einmal einen Schraubstock. Je weniger ich bohren muss, desto besser. Da ist ein T-Stück plus Reduzierung allemal schneller erledigt. Mal sehen, ob ich eine 15er konische Reibahle bei Ebay ergattern kann. Das wäre eine Erleichterung.

Sobald der größere Stufenbohrer da ist, kann ich die neue Version testen. Bin gespannt, ob ich Unterschiede feststellen kann.

Wir haben hier vier Kinder im Haus. Zwei der Mädchen waren sehr interessiert an der Destille (als sie die Maischefässer gesehen haben). Habe mir überlegt, dass ich ihnen das Prinzip mit Salzwasser erklären könnte. Besser wäre noch gefärbtes Wasser. Ich weiß aber nicht, ob das klar wird beim Destillieren. Muss ich testen. Das Hobby hat also auch pädagogische Seiten.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 17.10.2017 09:38:11 | Region: Nord-Süd
Guten Morgen
Da meine Frau mir den Auftrag erteilt hat, für sie eine Kupferschale herzustellen, habe ich mir überlegt bevor sie die bekommt, Arbeite ich erst mal in Richtung Topfdeckel :-) und hinterher kann sie das Ding dann übernehmen.
Jetzt willst du dir eine Schüssel besorgen, diese Schüsseln habe ich mir auch schon des öfteren angesehen, schwer zu befestigen, war für mich bisher der Grund keine Schüssel zu nehmen.

Aber wie ich schon sagte meine Frau und so, also habe ich mir wieder Gedanken dazu gemacht.

Ich versuche das mal zu beschreiben, Hautproblem für mich war dabei, es verrutscht bestimmt
wie kann ich das vermeiden?
Dazu folgende Idee, die sich aber auch nur eignet , wenn die Schüssel zu groß ist oder genau passt.

Werkzeug : eine Löteinrichtung, eventuell eine Feile oder anderes zum schleifen, eine Eisensäge ,ein Metallstab ca. 8mm dick und ca. 10cm lang und ein Stück Holz zum Klopfen.

Hier jetzt der Gedanke, es muss nicht zwingend funktionieren, es könnte sich aber Lohnen
es einfach zu versuchen.

ich besorge mir einen Streifen Kupferblech ca. 3-4 cm breit ( Klempner oder Dachdecker fragen)
ich schneide den Streifen auf die Länge des inneren Radius vom Topf plus ca. 8-10 mm
diese zusätzlichen 8-10 mm versuche ich abzuschrägen, damit das Blech überlappen kann
ohne dicker zu werden. ( Feile)
Jetzt lege ich das Blech innen möglichst weit oben in den Topf , das sollte jetzt ein Ring sein,
wenn das ganze sauber anliegt, eventuell mit Stöckchen verspannen, je glatter es anliegt
um so besser, fast die wichtigste Arbeit hierbei !
Wenn das sitzt, kann ich die Überlappungen Verlöten und habe einen Ring der genau
in den Topf passt.
Jetzt muss ich in diesen Metallstab, der nach Möglichkeit nicht dicker wie 8mm sein sollte!
von oben einen Schlitz machen, sagen wir mal 10-12 mm tief, alles schön entgraten,
in den Schlitz sollte das Blech schön reinpassen.
Jetzt nehme ich den Fertigen Ring und versuche mit dem angefertigtem Werkzeug ( Metallstab)
ganz langsam einen teil des Bleches um zu legen, wirklich nur in kleinen schritten machen!
nicht gleich auf 90 Grad, einfach ein paar Umdrehungen machen, wenn man einigermaßen
weit über 45 Grad hinweg ist, dann kann man auch vorsichtig mit einem Stück Brett durch
klopfen das ganze etwas glätten.
Dieses Werkzeug ist besser wie eine Zange, da wir es ja immer ganz auf das Blech stecken,
bleibt es immer gleich, mit der Zange fast unmöglich!
Wenn das einigermaßen gut aussieht! dann kann der Ring in den Topf, rein rutschen kann
er ja nicht mehr, somit kann man jetzt weiter durch vorsichtiges Klopfen mit dem Brett,
das ganze schön begradigen.
Wenn der entstandene Wickel schön scharfkantig ist ( nicht an denn Schüttrand anpassen!)
soll möglichst ein 90 Grad Winkel bleiben!!

Wenn wir uns jetzt das Ergebnis betrachten, was haben wir jetzt? wir haben einen Rand
auf den wir etwas drauf Löten können, Löten tun wir ja gerne, wie sieht es mit der
Dichtung aus, nun durch den entstandenen Winkel ( 90 Grad) können wir eine ganze
Menge Dichtungsband drum herum wickeln, das Band kann schön in dem Schüttrand
vom Topf liegen und wird da wahrscheinlich auch bleiben.

Wenn man sich das jetzt mal überlegt, ein Stück Blech besorgen und einfach Probieren,
ob man das hinbekommt, dann hat man nur geringste Kosten, die in den Sand zu setzen
nicht schlimm ist, gelingt es aber, könnte man sich tatsächlich so eine Schüssel besorgen
und versuchen das ganze fertig zu stellen.
Wenn es jetzt zufällig so ist, das die Schüssel genau da rauf passt, dann Schüssel auf den
Tisch stellen, Topf mit Ring über Kopf drauf , Stapel Bücher oder anderes Gewicht oben drauf und
vorsichtig Verlöten.
Ist die Schüssel zu groß, Schüssel auf den Tisch stellen, Topf mit Ring wieder über Kopf in
die Schüssel , schön vermitteln das ganze und jetzt mal schauen wie gut der Ring an der
Schüssel anliegt, das sollte schon schön passen, wenn nicht nachschleifen oder mehr druck
ausüben, jetzt mit dem Brenner die Schüssel von außen erhitzen bis Lot schmilzt, wir
brauchen ja keine direkte Flamme, schmilzt das Lot an der Schüssel wird es auch den Ring
erhitzen, nach dem Löten die Schüssel abtrennen, dazu braucht man allerdings eine Maschine,
Winkelschleifer und eine Blechtrennscheibe, und dann Eventuell das ganze noch nach-löten.

Mal angenommen, man geht zum Klempner oder Dachdecker, diejenigen die auch Blech verarbeiten,
haben auch eine Kantbank , Reste haben die meisten genug, man könnte durchaus
versuchen zwei Streifen zu bekommen und den einen auf 90 Grad abkanten zu lassen, gut
möglich, das man es schafft trotz des Winkels einen Ring herzustellen, Eventuell dazu
außen auf dem Winkel das Blech durch Hammerschläge, sehr vorsichtig strecken.

Habt ihr euch mal gefragt, wie ein Fassring vom Holzfass konisch wird, das ist auch nur
ein Flacheisen, Hammerschläge nur auf der einen Hälfte des Eisens , dadurch wird es
länger, somit wird der Fassring konisch, aber auch da nur sehr vorsichtig, jeder schlag
macht etwas aus, gleichmäßig wird es durch möglichst viele kleine Schläge.

Das ist alles, wie sagte mal jemand ? Unausgegoren , sollte es gelingen, das würde ja bedeuten,
wir können weiter Löten, wir können Ösen dran löten um den Deckel runter zu ziehen,
wir können eine Kolonne oben einfach drauf Löten, bei 54mm Rohr einfach eine Muffe statt
einer Kappe , dadurch wird das ganze Modular, Kolonnen Längen wie wir Lustig sind.
Geschmacklich bringt es vielleicht auch noch etwas.

Das Blech, braucht vorher nicht geglüht zu werden, das ist meine Erfahrung, ich habe
das oft an Regenfallrohren gemacht, durch die Hitze beim Löten wird es sich wieder
entspannen.

Ok wer möchte es Probieren, ich habe keine zeit

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 17.10.2017 12:14:36 | Region: Deutschland
"Ok wer möchte es Probieren, ich habe keine zeit"

Der war gut! 😉 Ich finde die Idee interessant. Das Projekt dürfte aber die meisten Bastler ein ganzes Wochenende kosten.

Ich hatte eine einfachere Version im Kopf. Wenn man eine Kupferschüssel bekommt, die kleiner ist als der Deckel, kann man ein großes Loch in diesen sägen (Stichsäge!) und die Schüssel auflöten. Das sollte nicht viel schwerer sein als bei der Kappe. Ich würde aber unbedingt alles vorher im Ofen volle Pulle erhitzen, sonst wird sich der Deckel sonst wohin ziehen. Klar, Edelstahl sägen ist auch mühsam. Aber die billigen Deckel sind ja ziemlich dünn.

Mit etwas Glück bekommt man solche Schüsseln für 15 Euro oder weniger auf dem Flohmarkt. Die Griffe müssen halt ab und die Löcher zugelötet werden. Scheint mir aber machbar.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 17.10.2017 14:41:03 | Region: Nord-Süd
Tach Mike
Na gut dann mache ich das eben selber, nur zur Information, an einem 100mm Regenfallrohr
dauert dieses Abwinkeln max. 5 min. sonst fängt der Chef an komisch zu schauen.

Aber versuch es gerne mit der Stichsäge, mach ein Foto hinterher von den Fingern:-)
Ganz Wichtig Schutzbrille, Edelstahl im Auge, nicht gut.

Das Ding auf den Deckel zu löten, ja seitdem du das Edelstahl Löten hier vorgestellt hast,
andere haben das ja auch schon, aber du hast es sehr verständlich gemacht, von daher habe
ich auch schon eine ganz andere Meinung zu Edelstahl, solche Beiträge sind extrem anregend,
man beißt sich immer gerne an dingen fest, wenn dann aber jemand mit etwas neuem kommt,
genau das ist für mich das spannende hier, vor deinem ersten Beitrag war Edelstahl für mich
vom Werkzeug her eher ein tabu.

Bin aber sehr gespannt und freue mich schon, was du uns da präsentierst :-)

Vielleicht noch ein Tipp, kann sein du weißt es schon, ich glaube die Stichsäge muss sehr
langsam laufen, ich denke du kannst da sonst keine Blätter gegen kriegen, einmal zu Heiß
könnten sie hin sein, das selbe gilt auch für den Stufenbohrer, aber da du zu denn Zerspanern
gehörst, wirst du es schon merken, wenn es nicht geht.

Und ich mach das mit dem Ring, hab zwar keinen Topf und keine Schüssel dafür, aber
nur so zum Spaß, ich will es auch wissen.:-)

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 17.10.2017 17:07:16 | Region: da wer
Mike,
Jede Rund- oder Halbrundfeile bekommt den Ring im T-Stück eigentlich weg. Billige Stufenbohrer sind so ab 30mm Durchmesser sehr schwach. Da biegt sich die Kante dann einfach weg und der Bohrer greift nicht mehr. Du wirst wohl auch wahrscheinlich kein Kühlmittel einsetzen? Ich hab für meine Deckellöcher immer eine Packung Laubsägenblätter verbraten. Braucht seine Zeit, ist nervig, alle paar Stunden 5min sägen, dann hat man das bald auch ohne Muskelkater.

IchBinsNur,
ich hab auch lange eine passende Edelstahlschüssel gesucht. So eine Schüssel vergrößert ja den Dampfraum. Man kann also den Topf voller befüllen. Wäre schon nett.
Bin gespannt. Das mit der Überlappung wird schwierig. Und die Flamme aufs Edelstahl wird problematisch.
Ja, mit Edelstahl verletzt man sich viel leichter als mit Kupfer.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 17.10.2017 19:53:46 | Region: Nord-Süd
Hallo wo und andere

Was genau meinst du mit:
Das mit der Überlappung wird schwierig. Und die Flamme aufs Edelstahl wird problematisch.

Meine Lösung sah ja Kupfer auf Kupfer vor, allerdings habe ich gerade die Preise von Kupferschüsseln gesehen:-(

Thema Stufenbohrer, Laubsäge

Ich habe einen Kegelbohrer, ich glaube der kann bis 55mm, Mike will aber ja immer alles
ohne Werkzeug machen, Schraubstock hat er auch nicht :-) Schraubstock und Kupfer vertragen
sich aber auch nicht gut, von daher ist das egal.

Habt ihr mal versucht, Loch an Loch im Kreis zu Bohren?

Ich versuche mal zu beschreiben wie ich das mache.

Mittelpunkt vom Deckel, mit einem Zirkel das fertige Loch anzeichnen, Zirkel sollte Metallspitze
haben! Es geht auch ein Messschieber ( Schieblehre) dann die spitze seite nehmen, am besten zieht
man eine richtige Schramme in das Blech, hilft später.

Jetzt Bohren wir aber mit zwei Bohrern ! der größere von beiden ist, sagen wir mal 5mm,
also zeichnen wir das Loch jetzt noch einmal an aber 2,5mm kleiner, die Hälfte also von 5mm,
auf diesem kleineren Kreis zeichnen wir jetzt alle 5,5mm an, wenn es am ende nicht aufgeht, egal.
Jetzt nehmen wir einen Dorn und Körnen ganz leicht diese Punkte an, wenn er sehr spitz ist
reicht es auch aus, in einfach stark zu drücken.
Jetzt nehmen wir einen sagen wir mal 3mm Bohrer und Bohren alle diese Punkte durch, danach
mit dem 5mm wiederholen, dadurch das wir bei den 3mm Löchern so viel Platz dazwischen haben
rutschen wir nicht in das Nebenloch, setzen wir den 5mm Bohrer in das 3mm Loch, rutschen
wir auch nicht mehr in das Nebenloch :-) Ich finde das geht sehr schnell und gut.
Die verbleibenden Stege einfach durch kneifen ( Seitenschneider zb.) und den Rest mit
der halbrunden Feile.
Bohrer sollten dabei langsam laufen, Accuschrauber reicht aus. Bohrer einzeln kaufen nicht
im Set, im Set fehlt immer der, den man gerade braucht, dann kann man sich den, den man braucht
auch ruhig doppelt oder dreifach kaufen, falls einer abbricht, einzeln sind sie günstiger.

Für Mike sein Riesenloch ist das wohl eher nichts, aber für zb. Regenfallrohr bis 100 mm würde
ich das so machen, einfacher gehts nicht.

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 17.10.2017 20:00:21 | Region: Deutschland
Schon klar, dass man den Kragen mit einer Feile abkriegt. Ich meinte nur, dass es bei den Reduzierungen halt 10x schneller geht. Die Stufenbohrer sind natürlich ein Notbehelf. Eine Handbohrmaschine hat absolut nicht die Kontrolle und das Drehmoment dafür. Also ist die Drehzahl viel zu hoch. Schneidöl nehme ich, aber das ist halt auch nur so lala. Für ein paar Bohrungen im Jahr sollte es reichen. In Serie würde ich so nicht arbeiten wollen.

Habe mir heute bei Ebay einen Topf für den neuen Helm für einen Zehner ersteigert, Bild siehe unten.

Da könnte ich sogar die Henkel dranlassen. Werde sie aber abmachen, falls sie nicht hartgelötet sind. Da sollte sich eigentlich eine sehr schöne Naht außen löten lassen.

Sicher, die Stichsäge ist ebenfalls eine Notlösung. Aber diese Deckel sind wirklich dünn. Werde ich hoffentlich nur einmal oder zweimal machen müssen.

Ich habe übrigens heute schon mal die Bohrung in der Kappe auf 32 mm erweitert, ohne dass ich die Kappe zusätzlich mit Schrauben gesichert hätte. Das hielt bombenfest. Mit dem fetten Stufenbohrer, der sich ja auch mal verkeilt, kommt schon einiges an Kraft drauf. Die Lötung sollte also ok sein.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 18.10.2017 09:16:21 | Region: Nord-Süd
Gute Idee mit dem Topf, auf dieser Polnischen Seite rät man auch dazu, nach Blumenkübeln zu
suchen, nicht schlecht, mit ein bisschen Glück findet man da bestimmt tolle Formen.

Sichsäge geht weil Deckel dünn sagst du, du wirst das auch hinkriegen, vielleicht gehts sogar
mit Salatöl.
Bei Stichsägen gibt es eine Regel was die Zahnteilung angeht, es sollten immer min. 2 Zähne
zugleich am Material arbeiten, bei dir wird das aber nicht der Fall sein, eben weil dein
Deckel sehr dünn ist und dann kann es furchtbar haken :-) aber es wird gehen.

Ich bin schon so gespannt :-) der wo möchte auch gerne eine Kuppel haben, da sind wir schon
zwei, irgendwie muss es ja gehen.

Danke
Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 18.10.2017 09:53:12 | Region: Deutschland
"Mike will aber ja immer alles ohne Werkzeug machen..."

Nee, so war das nicht gemeint. Ich habe kein Problem mit Werkzeug. Einen Schraubstock hätte ich auch gerne. Aber dafür brauche ich erst einmal eine Werkbank. Und dafür habe ich nicht wirklich Platz. Das ist das Problem. Wenn es nach mir ginge, hätte ich eine kleine CNC Portal-Fräse. Dann würde ich die Bohrung einfach rausfräsen.

Ich sehe eigentlich keine großen Schwierigkeiten, den Blumenkübel auf den Deckel zu bekommen. Klar, haken wird es. Der Deckel ist ja auch nicht plan. Wahrscheinlich werde ich ihn von unten an ein Brett spannen und dann von oben durch das Brett sägen. Dann liegt zumindest die Stichsäge plan auf, und meine Finger sind aus der Gefahrenzone. Edelstahl, das verkantet, gehört ja zu den gefährlicheren Werkstücken.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 18.10.2017 17:59:43 | Region: da wer
Ich meine, daß die Überlappung der Enden schwierig wird, daß das dann schön eben wird. Andererseits, auf Kupfer muss man dann ja eigentlich nur lange genug draufhauen...
Und mit der Flamme auf dem Edelstahl wird die Hitze sehr ungleichmäßig. Das Flußmittel verbrennt teilweise und and der Stelle darfst du dann alles nochmal sauber machen und nochmal probieren. Ist dann Flickarbeit. Außerdem kann sich das Edelstahl verziehen. Aber du meintest ja Kupfer, sorry, das hab ich übersehen.

"der wo möchte auch gerne eine Kuppel haben"
Naja, das war damals. Inzwischen hab ich ein Rührwerk. Und daher müsste der Boden über einen großen Radius flachgedengelt werden, da die Durchführung fürs Rührwerk in die Mitte muss und die 54mm-Kolonne nebendran. Den Kolonnenanschluss senkrecht aus der Schräge heraus, wäre heikel. Also Durchmesser so 29cm und so 17cm in der Mitte flach. Wenn rundherum 1cm fürs Teflonband flach ist, bleibt dann ein Streifen von nur so 5cm der ansteigend wäre. Wäre also keine Kuppel, sondern eher ein tiefer Teller. Je nachdem wie steil die Steigung ist natürlich.
Ich würde daher eher einen Zylinder aus drei Teilen löten. Also 29cm Kupferronde. Kreis mit so 20cm Durchmesser rauslaubsägen, einen Streifen aus längs aufgeschnittenem und plattgehämmerten Rohr zu einem Ring mit 20cm Durchmesser biegen und am Ende zusammenlöten. Die untere Kante des Ringes nach außen, die obere nach innen dengeln. Die drei Teile zusammenlöten. Andererseits, wenn der Topf eh groß genug ist, kann man auch einfach die Ronde so lassen wie sie ist...

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 18.10.2017 21:25:09 | Region: Deutschland
Das Vorwärmen im Ofen ist keine schlechte Sache. Mein Ofen wird heiß genug, dass das Lötzin teilweise bereits schmilzt. Dann reicht ein wenig Streicheln mit der Flamme. Da verzieht sich auch nichts, weil die Hitze gleichmäßig einwirkt. Problem ist das Flussmittel, das ziemlich unkontrolliert rumfließt und SEHR korrosiv ist. Beim nächsten Mal werde ich nur wenig Flusmittel vorher verwenden und dann nochmals, wenn der Kram aus dem Ofen kommt. Das sollte dann passen.

Für die große Bohrung (Blumenkübel) werde ich einfach ein zweites 3er Loch in den Deckel bohren und das Ding auf ein Holzbrett schrauben. Thema erledigt. Der bewegt sich dann nicht mehr. Ob ich nun ein Loch zulöte oder zwei, das macht den Kohl nicht fett. Klassischer Vorrichtungsbau. Halt die Sparversion. 😂

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Speedy am 18.10.2017 21:49:56 | Region: im Brennkessel
Seid ihr euch sicher das die Töppe auch immer aus reinem Kupfer sind?
Ich meine die Teile sind alt, wer weiß schon was da alles evt. beigemengt wurde?
Wenn man mal so die Töpfe bei ebay anschaut, schimmern die teilweiße so wie Messing, das man meinen könnte es wäre evt. Zink beigemischt.

Mir wäre das nix...

Statt Stufenbohrer ginge evt. auch ein Lochschneider (die Teile wo man mit der Ratsche ansetzen kann).
Bei ner Spüle wo man anschließend den Wasserhahn einsetzen kann gehts prima, da hab ichs schon gesehen.
Die Amis benutzen das sogar für KEG`s und die schon ziemlich dick.

Aber ok, preislich auch wieder ziemlich teuer.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 19.10.2017 09:38:10 | Region: Nord-Süd
Moin
Der Einwand von Speedy ist gar nicht so verkehrt, ich sehe teilweise bei den Neuwaren
erhebliche Preisunterschiede, Mike wenn das Ding da ist, nimm es einfach mit zum
Schrottplatz und frag da mal, was das ist. Wenn sie alt ist würde ich zwar auch von
Kupfer ausgehen, aber der Einwand , man weiß es ja nicht.

Mike mein Spruch mit dem Werkzeug, den Smiley hast du gesehen ? Statt Schraubstock,
Löte ich ganz gerne in so einem ganz Billigem Maschinenschraubstock, der steht schön
auf dem Tisch, der ist so billig damit kann man nichts zerdrücken, ich habe auch schon
welche zum schwenken gesehen, ob sich das aber lohnt, für mich nicht.

und wo
ach ich dachte du willst eine Kuppel :-), ich brauche eigentlich auch keine, was ich da jetzt habe,
finde eigentlich sehr gut, der erste Test hat ja auch gezeigt das es Funktioniert, selbst wenn
meine Messung mit 91% total Falsch sein sollte und es nur 70% sein sollten, dann waren es eben
70% über dem gesamten Zeitraum, von daher funktioniert es. Hin und wider denke ich aber,
ich muss noch was Bauen.
Die Überlappung am Ring, es geht auch ohne eine Abschrägung, einfach zusammen Löten und
dann genau an der kannte vorsichtig anklopfen, das zieht sich dann hin.

Wer eine Kuppel möchte:
Das mit dem tiefen Teller ist gar nicht so schlecht, mein oben beschriebener Ring und da rauf
einen Kragen wie aus der Serie die keiner anschaut :-) je nach Geschmack noch einen Deckel,
in der gewünschten Größe.

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 19.10.2017 13:15:54 | Region: Deutschland
Hm, jetzt habt Ihr mich aber verunsichert. Ich fürchte, der Schrottler kann da auch keine 100% sichere Analyse vornehmen. Ohne Spektrometer dürften sich Beimengungen nicht messen lassen, oder?

Der Kübel ist ja schon mal etwas mehr Kuppel. :-) Sollte ich mal eine passende Schüssel finden, schlage ich zu. Ich habe zwar eine für die Küche. Die werde ich aber nicht verhunzen dafür. Irgendwann finde ich schon wieder eine.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 19.10.2017 20:07:07 | Region: da wer
Jedenfalls der billige Lochschneider ("Schraublochstanze") von Ikea würde glaub ich keinen KEG löchern. Für dünne ebene Bleche sind die extrem gut, für zB einen etwas hochwertigeren Edelstahltopfdeckel, der gekrümmt ist, wirds schon eng. Und Kupfer ist zu weich und zu dick normalerweise.

Falls ein alter Kupfkübel Lötstellen hat, ist das mit ziemlicher Sicherheit bleihaltiges Lot... Dh auseinanderlöten, abschleifen, neu zusammenlöten.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 20.10.2017 16:10:50 | Region: Deutschland
Tja, erst findet man wochenlang nix und dann...

Und welchen jetzt?

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 20.10.2017 18:33:30 | Region: Nord-Süd
Hi Mike

Wenn es nach mir ginge würde ich den Linken nehmen, ich habe dazu auch meine Gedanken im
Thread Dampfraum geschrieben, was aber wirklich dran ist weiß ich nicht.

Mach in voll Wasser und dann Tiefkühlen, danach sollte der Boden auch rund sein:-) so war es
zumindest bei meiner Regentonne, im letzten Winter.

Wie wäre es wenn du beide nimmst :-)))
Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 20.10.2017 19:16:02 | Region: Nord-Süd
Mike
hab ich ganz vergessen, ich dachte du hättest das ganze verworfen, von wegen
Material und was da drin ist.
Was hat sich geändert?

Lg.

RE: Turbohefe

Mike am 20.10.2017 22:11:32 | Region: Deutschland
Geändert hat sich nichts. Die Dinger sehen aber aus wie Kupfer, fühlen sich an wie Kupfer und bleiben auch beim Schleifen Kupfer. Warum sollte ausgerechnet hier etwas beigemischt sein? Kann natürlich sein, aber das werde ich nie herausbekommen. Gelötet ist da nix. Naja...

Wahrscheinlich werde ich beide verbauen. Muss dann aber mal irgendwann die alten Deckel recyceln, sonst geht es doch zu sehr ins Geld.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 21.10.2017 14:49:02 | Region: Deutschland
Heute kam der neue Stufenbohrer. Die Lötung hat bombig gehalten. Wenn man so eine Bohrung durchrödeln kann, sollte das wohl alles gut sein. Ich werde aber noch noch drei Schrauben setzen. Ausreichend Platz ist ja vorhanden, siehe oberer Teil vom Bild.

Im unteren Teil des Bildes ist ein Vergleich von V1 (42er Kappe) zu V2 (54er Kappe).

Ob das nun besser ist oder überhaupt einen Unterschied macht, werde ich bald testen. Das Steigrohr werde ich diesmal vielleicht nicht einlöten, sondern mit Teflon dichten und stecken. Dann könnte ich mit einer Kolonne experimentieren. Wobei das nicht so leicht von den Abmaßen ist. Die Reduzierung hat ja einen Außendurchmesser von 54 mm. Da passt dann erst einmal kein gängiges Rohr. Ich weiß gar nicht, ob es im Standardprogramm etwas passendes gibt.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 21.10.2017 19:22:28 | Region: da wer
Du müsstest auf die 54mm-Kolonne halt oben noch eine Muffe löten.
Muffen, Kappen und T-Stücke haben immer vergrößerten Durchmesser. Bei Reduzierungen ist der kleinere Dm immer vergrößert, für den großen gibts beides. Winkel und Bögen haben ein oder zwei vergrößerte Dm.

Bin gespannt, ob das ungelötet dicht ist. Einfach nur Fittinge zusammenstecken und Teflonband drumherum, ist nicht die sicherste Lösung. Wenn du dir meine Anlage anschaust (286), alle Steckverbindungen sind so konstruiert, daß das Teflonband zwischen zwei Muffen zusammengepresst wird und einen Dichtring bildet. ZB mit einem zusätzlichen Ring am inneren Rohr:
Also die linke Hälfte vom Bild zeigt, was du machst.
(Das Grüne ist Teflonband)
Die rechte Hälfte vom Bild zeigt, was ich mache.
Und wenn möglich immer so herum, wie auf den Bildern, nicht kopfüber. Damit der Weg nach draußen für austretende Flüssigkeiten aufwärts ist (Hab ich nur bei einer Steckverbindung nicht).

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 23.10.2017 10:21:49 | Region: Deutschland
Nee, das Teflonband ist natürlich IN der Kappe. Es ist um die Reduzierung gewickelt, die dann in die Kappe gesteckt wird. Das Band liegt also innen zwischen Kappe und Reduzierung. Also genau wie Bild 2 von Dir. Das hält auch bombig und lässt sich mit der Hand nur recht mühsam wieder trennen. Undichtigkeiten habe ich nicht festgestellt.

Ich muss zugeben, dass die Dichtung des Deckels mit Teflonband doch sehr gut geht, wenn man etwas Geduld hat. Die erste Wicklung kostet Nerven, aber dann wird es recht einfach. Nach dem ersten Brennen schmiegt sich das Band sehr gut an und hält ordentlich. Ich hatte anfangs auch zu wenige Windungen aufgebracht. Das war dann ziemlich instabil. Mit 5 oder 6 Windungen ist das recht unempfindlich.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 21.10.2017 20:16:24 | Region: Nord-Süd
Hallo Mike

Hast du noch einen Rest Rohr ? egal welcher Durchmesser, wenn ja, dan bastel dir mal das von mir
beschriebene Werkzeug, Metallstab, 8mm, einen Schlitz reimachen, wenn du das machen willst, dann
versuch mal, ein stück Rohr nach aussen umzubördeln, so das ein Flansch entsteht.Vorher ausglühen!!

Sollte es dir gelingen, du musst es vielleicht noch ein bisschen mit dem Hammer Glätten, vielleicht
auch Feilen, also sollte es dir gelingen, dann versuch das doch mal mit einem 54mm Rohr, sollte auch
das gelingen, dann kauf dir eine 54mm Muffe, die Bördelst du auch und Lötest sie auf deinen Deckel.

Was hast du dann? Alle Möglichkeiten oder? kannst ein stück 54mm in die Reduzierung Löten, steckst
du es in die Muffe, hast du eine kurze Kolonne, oder einfach ein langes stück in die Muffe stecken,
hast du eine lange Kolonne.

Bild 334, das ist jetzt keine Muffe, aber im Prinzip das selbe, ich habs halt auf der Drehbank
gemacht.
So wie ich das gesehen habe, kostet eine Kappe fast genau so viel wie eine Muffe und du hast innen
mehr Platz, da der Flansch ja aussen sitzt, da kannst du dann auch noch kleine Schrauben aus
Edelstahl zum befestigen nehmen, die Muffe ist auch wesendlich länger, wie eine Kappe.

Muffen und Kappen haben ein bisschen spiel, da könnte man versuchen, Ausglühen!! und mit einer
Breitbanndschelle!! zusammenziehen, dann wird es schön stabil, kannst die Destille dann auch als
Keule benutzen.

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 21.10.2017 21:58:45 | Region: Deutschland
Brenne gerade die V2 ein:

siehe ober Hälfte vom Bild

Mit Essig natürlich. Stinkt wie die Pest. Mal etwas Dampf:

siehe untere Hälfte vom Bild

Der kleine Liebig reich völlig aus. Die größere Öffnung lässt einen kontinuierlichen Fluss zu. Ist das besser? Keine Ahnung. Mir scheint aber etwas mehr Kontrolle möglich zu sein. Ist aber nur der erste Eindruck.

RE: Turbohefe

Speedy am 21.10.2017 19:25:16 | Region: im Brennkessel
Wollte dich nicht verunsichern ;).
Wie alt sind die Töpfe... 50er 60er Jahre?
Wer weiß schon was die damals (wie heute genauso) alles verarbeitet haben.
Wenn man bedenkt das es früher sogar noch Trinkwasserleitungen aus Blei gab... Prost :D.
Aber egal wenn dein Gefühl gut ist dann Bau es damit...
In der Galerie sind auch welche zu finden, siehe die schicke Offset LM, Anlage 244.
Hier wurde auch schon mal über solche Behälter diskutiert, finde nur den Thread nicht mehr.

Ich selbst habe sogar darauf geachtet das die Fittinge DVGW Zulassung haben, in der heutigen Zeit weiß man ja nie... und Kupfer ist mittlerweile auch nicht gerade günstig.

Bestes Beispiel ist ein Wasserboiler den ich geöffnet habe.... ein DDR Produkt und ziemlich schwer.
Feinster runder Kupferkessel (um die 6Kg Gewicht) drin :), ähnlich wie bei Anlage 320, nur halt ohne Fuss. Was die Leute alles wegschmeißen... Kupferwert um die 25?.
Weitere neuzeitige Wasserboiler alle innen nur noch mit billigen Plastik Behälter.
Könnte man auch auf die Idee kommen eine schicke kleine Potstill draus zu bauen.
Einfach nen Tri-Clamp dran bruzeln usw., könnte was schickes werden... aber ich hab schon genug Geld in die jetzige Anlage gesteckt und bin noch nicht mal fertig.
Neben bei sehe ich es wie IchBinsNur, bei mir überwiegt eig. mehr das Basteln und wie alles funktioniert.
Vor dem Bau ist nach dem Bau, trifft es wirklich gut, es gibt immmer was zu tun^^.

Ahh Beiträge überschnitten...
Bzgl. Kolonne... der Wo hat glaube einen passenden Link für dich aus dem HD Forum, wie man sowas mittels abgeschnittenen und geweiteten Rohrstücken (glaube so war das) und Teflonband verbinden kann.
Oder einfach ne 54er Muffe und Teflonband.
Wird er sicherlich noch posten sobald er liest.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 23.10.2017 10:26:29 | Region: Deutschland
"Feinster runder Kupferkessel (um die 6Kg Gewicht) drin :), ähnlich wie bei Anlage 320, nur halt ohne Fuss. Was die Leute alles wegschmeißen..."

Sehr cool! Da weiß ich doch gleich, worauf ich beim nächtsten Sperrmüll achten muss. Allerdings sind diese Objekte inwzwischen heiß begehrt bei den Sperrmülljägern.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 24.10.2017 08:36:49 | Region: Deutschland
Heute habe ich mit dem neuen Deckel den ersten Himbeergeist gemacht. Ich könnte spontan keine relevanten Unterschiede benennen. Ich will nicht sagen, dass es sie nicht gibt, da ich ja noch unter etwas unrealistischen Bedingungen brenne (Topf ist z.B. höchstens 30% gefüllt). Muss man also noch etwas abwarten.

Dafür gibt es ein paar andere Erkenntnisse. Bisher habe ich zum Geisten einen Weißwein aus dem Beutel genommen. Da bekommt man 3 Liter (11%) für 4 Euro. Diesmal habe ich einen Wein mit 12,5% genommen, der mit 2 Euro pro 0,75 Liter deutlich teurer ist. Kann nicht sagen, dass ich hier einen Vorteil sehe. In beiden Fällen bekam ich maximal 65% raus (wir reden über nur 2 Liter in der Brennblase). Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Extraktion besser war. Das mag bei anderen Früchten anders sein. Himbeeren sind da sicher dankbar. Im Gegensatz zum Beutelwein hatte ich bei diesem Wein aber den stechenden Geruch der schwefligen Säure. Scheint so, als wäre der mehr geschwefelt worden. Fazit: Der Beutel für 4 Euro ist durchaus lohnend. Den gibt es übrigens bei einem großen süddeutschen Discounter. Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu viel Werbung.

Beim Montieren des Aromakorbs habe ich mich bei den Muttern vergriffen und zwei erwischt, die verzinkt waren und nicht aus Edelstahl. Die waren fast schwarz nach dem Brennen. Bin noch nicht sicher, ob das im Destillat zu riechen ist. Merke: Edelstahl ist zwingend!

RE: Eigenbau / Himbeere

der wo am 24.10.2017 15:52:33 | Region: da wer
Mike,
So wie du es beschreibst und so wie es auf deinen Bildern zu sehen ist mit dem Teflonband, ist es jedenfalls nicht wie bei mir und meinem Bild 2.
Aber wenns dicht ist, ist's dicht. Und falls du damit auch auf Dauer gute Ergebnisse hast, bleib ruhig dabei.

Himbeere ist glaub ich relativ unkritisch, was die Alkoholstärke beim Geisten betrifft. Und 11 oder 12.5% ist ja auch nicht so unterschiedlich. Manche geisten mit 40%.

RE: Eigenbau / Himbeere

Mike am 24.10.2017 22:28:11 | Region: Deutschland
Ok, verstehe. Du hast oben noch einen Absatz, unter dem das Band liegt, das sich dann auf die Kappe (in meinem Fall) pressen würde. Das ist sicher eine exzellente Lösung. Leider mit meinen Hausmitteln nicht so einfach zu realisieren. Wobei mit meiner Technik (bei richtiger Wicklung) die Reduzierung wirklich SEHR fest in der Kappe sitzt. Da muss ich schon ordentlich reißen, um das wieder heraus zu bekommen. Die Dichtigkeit ist leider schwer zu überprüfen. Ich könnte halt mal bei vollem Dampf den Liebig vorne schließen. Bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich das wirklich riskieren soll.

Wenn ich Dich richtig verstehe, kann ich von der Himbeere also nicht auf andere Früchte schließen. Es wäre also empfehlenswert, im Zweifel lieber ein wenig mit Neutralalkohol anzuheben? Puh, immer wieder neue Details!

RE: Eigenbau / Geist

der wo am 26.10.2017 13:11:59 | Region: da wer
Naja. Du brauchst entweder einen Rohrschneider oder eine Säge, um den Ring von einer Muffe oä abzuschneiden. Du kannst ihn auch von der schon drangelöteten Endkappe absägen. Und dann halt auf die Reduzierung draufbrutzeln.

Eine Undichtigkeit hättest du wahrscheinlich bemerkt. Wenn man ganz sicher sein will, kann man während die Destille läuft einen Esslöffel an die Dichtstellen halten und schauen ob er sich beschlägt.
Ich glaube schon, daß es bei dir dicht ist. Aber ich befürchte, daß die Kappe jedesmal ein bisschen geweitet wird, du also jedesmal Band nachlegen musst.

Mit so 12% macht man nie etwas falsch. Aber höhere Prozente sind halt reizvoll, da dann normalerweise die Mittellaufausbeute steigt. Und auch weil man etwas weniger Geistgut pro Alkohol braucht. Bei manchen Sachen schmeckt höherprozentig geisten, bei anderen Sachen nicht.
Ich nehme gerne sehr niedrige Prozente, aber brenne dann mit Reflux.
http://schnapsbrennen.at/diskussion/20170330110625-01-02.html#20170330110625-01-02

RE: Eigenbau / Geist

Mike am 26.10.2017 15:58:04 | Region: Deutschland
"Aber ich befürchte, daß die Kappe jedesmal ein bisschen geweitet wird, du also jedesmal Band nachlegen musst."

Guter Punkt! Ich muss das zwar nicht so oft abbauen, aber das kann passieren. Stimmt auch mit der Endpappe. Wobei ich das gute (und teure) Stück vielleicht eher nicht mit meinen Sägekünsten ruiniere. Mal sehen, ob ich beim Schrottler etwas passendes finde.

RE: Eigenbau / Geist

IchBinsNur am 26.10.2017 20:01:50 | Region: Nord-Süd
Hallo Allerseits

Rohrschneider finde ich Persönlich nicht so gut, der macht immer alles enger, Eisensäge
ist besser.

Damit sich die Kappe nicht weiten kann, empfehle ich eine Breitbandschelle, je nachdem wie
gut sie ist, könnte man die Kappe damit sogar etwas zusammenziehen, das selbe habe ich bei
meinem Röhrenkühler, Bild 334, da wo die 3 steht kann man es sehen, ist zwar auch eigenbau,
aber taugt richtig was, ich habe Hochwertige Schrauben drin, die sind stärker wie das Rohr,
einmal angezogen nicht wieder auseinander zu bringen, Schrauben gelöst, gehts einfach raus.

Die Breitbanschellen gibt es in vielen Größen und stärken, für ein paar Euro.

Lg.

RE: Eigenbau / Geist

Mike am 26.10.2017 20:41:17 | Region: Deutschland
"Damit sich die Kappe nicht weiten kann, empfehle ich eine Breitbandschelle."

Auch sehr gut! Ich mag diese Schellen optisch nicht so sehr. Vielleicht finde ich da mal etwas massives. Die Idee ist aber prima.

RE: Eigenbau / Geist

IchBinsNur am 27.10.2017 14:15:09 | Region: Nord-Süd
Moin

1)
Denn Ring für das Band, kann man sich auch aus einem Stück Rohr Basteln,
10 mm abschschneiden, Längs auftrennen,etwas aufbiegen, über das Rohr schieben,
mit einer großen schlauchschelle zusammenziehen und verlöten, denn Spalt mit
Lot füllen und ein bisschen zurechtfeilen.
oder 2)
Zwei Ringe abschschneiden, beide längs durchtrennen und zwar so, das man
zwei hälften bekommt, die um das gesamte Rohr passen, also denn einen wie
Halbmond und den anderen etwas mehr, so das keine Lücke bleibt, wieder mit
Schlauchschelle zusammenziehen und verlöten.

Wenn man sich das jetzt mal fertig vorstellt, zusammengesteckt und auf die
nahtstelle eine Breitbandschelle ( die schön aussieht) da kann man sich
denken, das es schon "ohne Band", ziemlich dicht sein könnte, Stabil aber
auf jeden fall.

Solltest du nach einer Schelle suchen oder jemand anderes, es gibt Schellen
die sind nicht umlaufend, das heißt sie sind an der Seite mit der Schraube
offen, es gibt aber auch welche, die sind geschlossen! so eine wäre ganz
gut.

Wie immer versuchen, genau zu Arbeiten, ungenau wird es von selbst.

RE: Eigenbau / Geist

Mike am 27.10.2017 21:37:56 | Region: Deutschland
Na, Du hast gut reden. Mit einer Drehbank würde ich den Ring auch in einer Minute abstechen. Mit einer Handsäge ohne Schraubstock... Da denken die Leute, ich hätte vor dem Sägen 2 Liter vom eigenen Schnaps gesoffen. Die Idee ist aber naürlich einwandfrei.

RE: Eigenbau / Geist

IchBinsNur am 28.10.2017 11:48:29 | Region: Nord-Süd
Och Mike

Weißt du was dazu gehört um in einer Minute etwas mit einer Drehbank abzustechen, die vor
30 Jahren 150 DM inklusive Anlieferung mit Kranwagen gekostet hat, das kannst du vergessen.
Genau so Winkelschleifer, der Grad der dadurch entsteht ist nicht ohne und es dauert ewig bis
der weg ist.

Schraubstock und Kupfer geht auch nicht, das selbe Problem wie bei der Drehbank auch, du
zerdrückst das Rohr beim einspannen, wenn ich damit etwas mache, muss ich es erst mal füllen,
also muss ich erst mal was drehen was da rein passt.

Also Eisensäge und ein Brett mit einem Stück Dachlatte am ende, wo du das Rohr dagegen legen
kannst, dann kannst du alles Sägen, etwa so wie eine Gehrungslade.

Der Klempner wo ich mein Material beziehe, die Sägen alles mit der Puksäge, warum? weil sie
in die Hosentasche passt, warum kein Rohrschneider, der verjüngt das Rohr wodurch am Ende
wieder Strömungsgeräusche entstehen.

Also ich Säge mit der Eisensäge und schneide mit der Blechschere, wie schälst du deine Kartoffeln?
sag jetzt nicht du hast dafür eine Maschine. :-)

Ein Vorschlag, besorge dir vom Schrott Kupfer in allen Variationen und Arbeite damit, Probiere
meine Vorschläge aus, du wirst schnell merken, du kannst damit nahezu alles anstellen.

Es könnte sogar sein, wenn du heute Kupfer kaufst und es nächste Woche wieder hin bringst ,
du noch Gewinn einfährst :-)

Und wenn du dir Werkzeug kaufst, gib auch Geld dafür aus, das macht sich Bezahlt, durch
den Eigenbau sparst du dann wieder.Zwei Endkappen , dafür bekommst du schon eine halbwegs gute
Feile usw.

Mein Vorteil sind nicht die Werkzeuge, ich denke es liegt eher daran, das ich auf dem Bau bin,
wenn du oben auf dem Dach sitzt und hast etwas vergessen, was unten im Auto oder in der Firma liegt,
dann kommen dir ganz schnell Ideen wie es auch ohne geht.

Versuch mal beim Sägen auch etwas Öl dazu zu geben, geht sofort leichter, du wirst es sehen,
da geht auch Salatöl.

Das klappt schon :-)

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 24.11.2017 10:06:45 | Region: Im Wald
So, ein kleines Update. Die dritte Version mit Kupferhelm ist fertig. Das Löten eines so großen Umfangs ist deutlich schwieriger, weil ich das Lötzinn nicht gleich schon beim Aufheizen unterlegen konnte. Dadurch wird das Fließverhalten verschlechtert, weil das Flussmittel teilweise auch schon sehr trocken ist. Dann musste ich mit dem Brenner auch noch direkt draufhalten, weil ich keine Haltevorrichtung habe. Wird keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, hält aber bombig. Die Kappe oben war wie immer ein Kinderspiel. Wieder auf ca. 35 aufgebohrt. Das reißt man nicht ab. Bin gespannt, ob es einen Unterschied macht.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 24.11.2017 14:01:16 | Region: Nord-Süd
Mike
du könntest beim nächsten mal versuchen, die Teile vorher zu verzinnen, könnte gut sein, das es
dann einfacher geht.

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 25.11.2017 13:40:52 | Region: Im Wald
Stimmt, das ist eine gute Idee. Wieso komme ich darauf nicht? :-)

Gerade lasse ich die Essigreinigung durch. Die "russische" Technik hat sich übrigens bewährt. Die Holzplatte ist zwar potthässlich, macht aber einen guten Job, Bilder siehe unten.

Das abnehmbare Steigrohr war ebenfalls eine Verbesserung. Ist auch absolut dicht, obwohl ich nicht einmal das Teflonband getauscht habe. Besser gefallen würde mir aber eine fette Klemme an dieser Stelle. Bin mir aber nicht sicher, ob das nicht zu viel Spannung auf die Endkappe bringen würde.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 25.11.2017 17:59:49 | Region: da wer
Die Holzplatte ist zwar potthässlich
Hihi, ich würde sagen, wir nennen das ab sofort die Klodeckeldestille...

Passt aber, glaube ich. Das dicke und harte Holz (ich würde es trotzdem jeden Brand umdrehen, damit es sich nicht verbiegt) und die Haken, das schaut sehr langlebig (vielleicht noch größere Beilagscheiben?), dicht und schnell zu installieren aus.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

IchBinsNur am 25.11.2017 18:59:35 | Region: Nord-Süd
Hallo Mike

Mach die Platte doch ein bisschen schick, bisschen schleifen ein wenig Farbe, zur befestigung ein
paar Flügelmuttern,die Idee an sich finde ich sehr gut, wird viele nachahmer finden, gerade auch
weil der Topf nicht beschädigt wird.

Lg.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 25.11.2017 20:51:12 | Region: Im Wald
OK, also Klodeckeldestille! :-)

Flügelmutter! Klar! Manchmal stehe ich echt auf der Leitung. Ich habe sogar noch einen Beutel passende Flügelmuttern auf dem Speicher. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Danke für die Idee!

Das Multiplex hält bombig. Ich wollte es zuerst doppelt so dick machen. Völlig unnötig. Es reicht wirklich, ganz leicht handfest anzuziehen. Da braucht es keine Gewalt. Wenn ich dabei bleibe, lasse ich mir vielleicht mal ein Stück CNC-fräsen. Wobei man mit Geduld auch den Sägeschnitt recht gut hinbekommt, wenn man ein feines Blatt nimmt.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 17.12.2017 13:26:54 | Region: Im Wald
Ich habe die ersten Erfahrungen mit dem kleinen Kupferhelm gesammelt. Es fällt auf, dass das Destillat eher stoßweise heraustropft bei langsamer Destillation. Ca. 10 Sekunden kommt fast nichts, dann kommt ein kleiner Schwall. Das spricht dafür, dass der Dampfstrom durch Kondensation immer wieder unterbrochen wird. Eine Rektifikation konnte ich nicht beobachten. Die maximalen Vol% liegen wie üblich bei 75%. Auf den ersten Blick scheint der Helm also keine Verbesserung zu sein. Es steht allerdings noch ein Versuch aus, ob sich der Helm auf das Aroma auswirkt.

Was wäre Eurer Meinung nach ein guter Testlauf? Das Aroma muss prägnant genug sein, um klare Unterschiede (falls vorhanden) feststellen zu können. Andererseits darf es aber auch nicht zu dominant sein, weil feine Unterschiede dann eventuell untergehen. In diesem Sinne wäre ein Himbeergeist vermutlich keine so gute Idee. Was meint Ihr? Apfelgeist?

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

der wo am 19.12.2017 11:27:13 | Region: da wer
Das Interesanteste wäre Maische oder Feinbrand finde ich. ZB zwei identische Brände (gleicher Kesselinhalt und gleiche Heizleistung) und die ersten 10ml Destillat vergleichen. Also ob der Helm durch passive Rektifikation hilft, den Vorlauf besser abzutrennen. Also riechen die ersten 10ml vom Raubrand mit Helm mehr nach Vorlauf? Und ob das Kupfer hilft, Schwefelverbindungen zu binden, also pupsiges, gemüßiges, muffiges.

RE: Erste Eigenbau Destille ist fertig

Mike am 20.12.2017 12:18:25 | Region: Im Wald
Gute Idee, die auch leicht zu realisieren ist. Zwwei Maischen (Schlehe und Traubenkirsche) wären ohnehin demnächst dran. Die anderen Parameter lassen sich problemlos kontrollieren.